30 Jahre erfolgreiche Wirtschaftsförderung Wien

633 Mio. Euro Förderungen, 21.500 realisierte Projekte, 100.000 neu geschaffene, gesicherte Arbeitsplätze. Dies ist die Bilanz von drei Jahrzehnten erfolgreicher Förderungsarbeit der Wirtschaftsagentur Wien.
„Ziel erreicht, die Wiener Wirtschaftsförderung wirkt, ist erfolgreich und macht auch krisensicher“, resümierte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Die Wirtschaftsagentur habe wesentlich dazu beigetragen, „die wirtschaftliche Rolle Wiens im Herzen Europas zu stärken und die Zukunftschancen der Wiener Wirtschaft weiter auszubauen“. Brauner gab im Rathaus eine gemeinsame Bilanz-Pressekonferenz mit Bürgermeister Michael Häupl und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, Gerhard Hirczi. Anlass waren 30 erfolgreiche Jahre Förder-, Service- und Initiativ-Arbeit der Wirtschaftsagentur Wien, die ursprünglich 1982 als Wiener Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) gegründet worden war.
Forschung, Technologie, Innovation
Die großen Ziele sind seither gleich geblieben: Wien als führenden Wirtschaftsstandort Mitteleuropas zu sichern und seine Zukunftschancen ausbauen zu helfen. Geändert haben sich aber seit der Gründung Wiens Förder-Prioritäten, wie Renate Brauner erklärte: von Unternehmens- zur Projekt-Förderung mit einer leistungsorientierten Vergabe von Mitteln, „schon lange weg vom Gießkannenprinzip“ hin zur Schwerpunkt-Förderung mit den Prioritäten Forschung, Technologie und Innovation (FTI). „Wir werden diesen Weg weiter verfolgen. Gerade jetzt, wo die globale Wirtschaftskrise noch nicht überwunden ist, unterstützen wir die Wiener Wirtschaft gezielt und investieren in die Zukunft der Stadt", so Renate Brauner.

Wiener Wirtschaftsförderung wirkt
In dieser bereits jahrzehntelang erprobten Wirtschafts-Förderpolitik sieht sich Wien nun auch durch eine neue, externe Studie bestätigt. Durchgeführt wurde sie vom Forschungsinstitut Synthesis. Sie belegt, dass Wien mit Förderungen der Wirtschaftsagentur wesentliche positive Effekte erzielt hat. Die Ergebnisse fasste Renate Brauner so zusammen: Geförderte Betriebe machen im Schnitt um 14 Prozent höhere Gewinne und nehmen jährlich um rund 60 Prozent mehr MitarbeiterInnen auf, gerade auch im Krisenjahr 2010. In Summe haben die Förderungen der Wirtschaftsagentur Wien in den vergangenen drei Jahrzehnten zusätzliche 2,6 Milliarden Euro am Standort Wien erbracht. Allein durch Förderungen wurden 55.000 Jobs gesichert oder von den Unternehmen neu geschaffen.Service, Impulse, Kontaktnetzwerk
Die Wirtschaftsagentur ist Anlauf- und Servicestelle für die rund 100.000 Wiener Unternehmen, vom Start-up bis zu Hightech-Betrieben mit hochqualifizierten MitarbeiterInnen. Die Agentur konzentriert sich auf drei Bereiche, wie Geschäftsführer Gerhard Hirczi erläuterte: eine breite Palette an Förderungen für Firmen, Immobilienangebote und Stadtentwicklung sowie ein umfangreiches Service- und Beratungsangebot mit einem effizienten Kontakt-Netzwerk. Sie besteht aus einer Gruppe von Firmen, darunter den Töchtern ZIT (Technologie) und „departure“ (Kreativ), und verfügt seit 1994 auch über ein eigenes Büro in Brüssel.Kommende Schwerpunkte
"Heuer unterstützen wir die Wiener Unternehmen mit insgesamt 33 Millionen Euro Förderungen“, informierte Gerhard Hirczi. Die Förderangebote seien genauso breit aufgestellt wie die Wiener Wirtschaft. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, würden Akzente gezielt gesetzt, Innovation und Fortschritt voranzubringen. Ein Schwerpunkt werde im Bereich Nachhaltigkeit gesetzt. Dabei fördert Wien heuer Ideen für eine Smart City, eröffnet mit Aspern IQ ein eigenes, energieeffizientes Technologiezentrum in der Seestadt Aspern und startet auch noch einen Umweltcluster, so Geschäftsführer Hirczi. „Damit setzt Wien weitere Schritte in Richtung nachhaltige Stadtentwicklung“, betonte Vizebürgermeisterin Renate Brauner.Dabei wird sich die ZIT-Tochter noch im zweiten Halbjahr 2012 auf den Schwerpunkt Smart Vienna konzentrieren. Ein eigener Call startet dazu bereits mit 19. Juni. Bei dem geht es um innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen. „Wir suchen Projekte, die das Leben in Wien nachhaltig verbessern, damit wir weiterhin auch die ‚smarteste’ Stadt der Welt bleiben“, erklärte Renate Brauner. Mit der Eröffnung von Aspern IQ im Herbst werde der Forschungsstandort Wien weiter aufgewertet. Die moderne Infrastruktur biete besonders jungen Unternehmen sowie ForscherInnen und EntwicklerInnen in nachhaltigen High-Tech-Branchen beste Voraussetzungen. „Die Stadt Wien wird auch nachhaltig auf dem Umweltsektor vertreten sein und langfristig neue ‚Öko Jobs’ schaffen", so Brauner abschließend.

Info:
Wirtschaftsagentur Wien Gruppe
ZIT - Forschung, Entwicklung, Innovation:
Für diesen Top-Förderschwerpunkt gründete die Wirtschaftsagentur 2001 das Tochterunternehmen ZIT: Die Technologieagentur der Stadt Wien für High-Tech- und Forschungs-Firmen sowie Medienwirtschaft. Die ZIT hat bisher insgesamt 933 Projekte unterstützt und dadurch Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro initiiert. Bestes Beispiel dafür ist der Campus Vienna Biocenter im Stadtentwicklungsgebiet "Neu Marx" im dritten Wiener Gemeindebezirk. Dort sind nahezu 1.400 WissenschaftlerInnen und StudentInnen tätig. Damit ist der Campus Vienna Biocenter Österreichs bedeutendster Life-Science Standort. Neu Marx entwickelt sich gleichzeitig auch zum größten Medienstandort Österreichs, dem Media Quarter Marx 1-3 (MQM). Dieses beherbergt bereits rund 40 Medienunternehmen, darunter den Privatfernsehsender Puls4, den Echo Medienhaus-Verlag und die Wiener Zeitung. Damit ist das MQM ausvermietet. www.zit.co.at
„departure“ - Kreativagentur:
Diese Kreativagentur der Stadt Wien hat seit Gründung 2003 etwa 360 Projekte aus der Kreativszene gefördert, an die 1.500 neue Arbeitsplätze geschaffen und Investitionen von rund 80 Millionen Euro bewirkt. www.departure.at
LISAvienna (Life Science Austria Vienna) - Netzwerk:
Dieses Netzwerk arbeitet branchen- und themenübergreifend und betreut derzeit 315 Wiener Unternehmen. Kernanliegen ist die Betreuung und Förderung von Life Science Firmen in Wien sowie Cluster-Abteilungen für IT, Mobilität und Umwelt. lisavr.at/en/lisavienna/about-us
Mingo - Gründerservice:
Mingo kümmert sich um Wiener Unternehmen mit Migrationshintergrund. Den haben rund ein Drittel der Wiener UnternehmerInnen. Sie repräsentieren damit einen wichtigen Wirtschafts-Muskel in der Stadt. Unterstützt werden sie über die Service-Schiene Mingo. Die gibt es seit 2007 und sie betreut gezielt GründerInnen, Start-ups, Ein-Personen-Unternehmen, Kleinstbetriebe und so genannte Neue Selbstständige. Angeboten werden etwa ein kostenloses Coaching oder günstige Büros. Das Mingo-Team hat bisher Workshops für mehr als 5.000 TeilnehmerInnen organisiert und rund 800 Neo-UnternehmerInnen beraten. Ein Extra-Service, Mingo Migrant Enterprises, bietet Beratung in zehn Sprachen an: Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Polnisch, Bulgarisch, Rumänisch, Englisch, Spanisch, Türkisch und Russisch. www.mingo.at
Expat - Internationaler Treffpunkt:
"Expatriates", das sind internationale Fach- und Führungskräfte in Wien, bekommen im Expat Center Vienna der Wirtschaftsagentur Wien ein umfangreiches Gratis-Service und einen eigenen, inzwischen sehr beliebten, Treffpunkt. Eröffnet wurde das Expat Center Vienna im Herbst 2010. Seither wurden rund 2.000 „Expatriates“ aus 68 Staaten der Welt persönlich beraten. Ein handlicher Ratgeber, der "Expat-Guide", bietet zusätzlich Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Leben und Arbeiten in Wien. www.expatcenter.at/
Ansiedlungen ausländischer Firmen: Die Wirtschaftsagentur Wien trägt auch mit der ABA-Invest des Bundes dazu bei, Wien als Top-Standort für internationale Unternehmen auszubauen. Seit 2004 konnten beide rund 800 internationale Unternehmen in Wien ansiedeln. Die meisten kommen aus Deutschland, der Schweiz und den USA. Dadurch wurden rund 7.500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Gleichzeitig konnte Wien als Headquarter-Standort gestärkt werden. Derzeit gibt es mehr als 200 internationale Unternehmen, die wie Henkel CEE von Wien ausländische Märkte betreuen.
Grundstücke für Unternehmen: Eine Schlüsselrolle erfüllt die Wirtschaftsagentur Wien auch, indem sie für Unternehmen Grundstücke bereit stellt. Bisher konnten so mehr als 1.000 Unternehmen auf insgesamt sechs Millionen Quadratmetern in Wien angesiedelt werden. Das entspricht der Gesamtfläche mehrerer Wiener Bezirke (Neubau, Josefstadt und Alsergrund). Diese Unternehmen beschäftigen fast 50.000 MitarbeiterInnen. Insgesamt konnten mehr als 100.000 Arbeitsplätze in Wien gesichert und neu geschaffen werden. Die Ansiedlungen selbst repräsentieren Investitionen von rund vier Milliarden Euro am Standort Wien. Aktuell hält die Wirtschaftsagentur Wien rund 750.000 Quadratmeter Liegenschaften für Unternehmen bereit. Zusätzlich entstehen in der Seestadt Aspern, dem größten Stadtentwicklungsprojekt Europas, bis 2015 weitere rund 350.000 Quadratmeter Fläche. Dieses zukünftige, multifunktionale Stadtgebiet bietet Platz für unterschiedlichste Branchen, von Wissenschaft und Forschung bis hin zu Gewerbebetrieben mit Fokus auf Produktion.
Immobilienentwicklung: In der Immobilienentwicklung offeriert die Wirtschaftsagentur Pionier-Initiativen, die eine wichtige Rolle für die internationale Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Wien spielen. Es werden Liegenschaften zur Verfügung gestellt, entwickelt und errichtet wie Technologie- und Spezial-Immobilien für Wirtschaft und Forschung und so die Infrastruktur attraktiv ausgebaut. Ein Schwerpunkt liegt auf energieeffizientem Bauen. Ein Vorzeige-Projekt dafür ist das neue Technologiezentrum "Aspern IQ", das im Herbst als erstes Gebäude in der Seestadt Aspern eröffnet wird. Es ist eine der energieschonendsten Gewerbeimmobilien der Stadt. Aspern IQ wird mehr Energie produzieren als es verbraucht und 250 Arbeitsplätze schaffen. Bereits 2008 wurde in Wien mit dem Energybase das damals innovativste Passivbürohaus eröffnet und von der EU Kommission als "Green Building" zertifiziert.
Info:
Erfolge in Zahlen
Förderungen:
633 Millionen Euro an Förderungen vergeben
21.500 Projekte unterstützt
55.000 Jobs durch Förderungen für Wien gesichert oder neu geschaffen
Mit Förderungen zusätzliche 2,6 Milliarden Euro erwirtschaftet
Ansiedelungen:
6.000.000 Quadratmeter Betriebsfläche verwertet
Standorte für mehr als 1.000 Betriebe geschaffen
Arbeitsplätze für rund 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ausgelöste Investitionen von rund vier Milliarden Euro
Link:
Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien.
www.wien.gv.at/rk/msg/2012/05/29007.html
www.wien.gv.at/arbeit-wirtschaft/betriebe/wirtschaftsfoerderung-bilanz.html



