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Die Krakauer Bezirke – Lebendige Geschichte

Serie: Bezirke

Die Krakauer Bezirke – Lebendige Geschichte

1: Krakau Hauptmarktplatz

Krakau, die malerische Hauptstadt Kleinpolens


Nächste Etappe unserer aktuellen Bezirksserie ist die kleinpolnische Hauptstadt Krakau und deren Bezirke. Diese haben vor kurzem ihr 20. Gründungsjubiläum gefeiert. Am 27. März 1991 wurden anstelle von zuerst sechs und dann vier Bezirken die neuen 18 Bezirke ins Leben gerufen.

Die Einteilung wurde von den alten, historischen Gemeinden der Stadt, den Pfarreien sowie vom Verkehrsnetz bestimmt. Jeder Bezirk hat seinen eigenen Bezirksrat. Insgesamt verfügen die 18 Bezirke über eine Fläche von 326,8 Quadratkilometer. Genauer unter die Lupe nehmen wollen wir uns heute Stare Miasto (Altstadt), den 1. Bezirk.

Geschichte in Mauern verewigt

Der 1. Bezirk ist zweifellos Krakaus schönster und bekanntester Bezirk. Hier befinden sich die meisten Krakauer Sehenswürdigkeiten. In ihren Mauern ist die Geschichte des polnischen Staates und der polnischen Hauptstadt, die Krakau bis 1596 war, verewigt. Ein Ausflug nach Krakau ist immer eine Reise in die polnische Geschichte. Der 1. Bezirk mit seinen (Bau)denkmälern bleibt allen StadtbesucherInnen in Erinnerung.


2: Wawel Schloss
3: "Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci

Seit Mai 2012 ist Leonardo da Vincis "Dame mit dem Hermelin" (re.) im Wawel-Schloss (li.) zu besichtigen



Hier wurde das Wawel-Schloss mit der Kathedrale auf dem Hügel an der Weichsel errichtet und hier sind fast alle polnischen Könige begraben worden. Ihre Sarkophage sind in der Wawel-Kathedrale zu bewundern. Besonders schön ist der Sarkophag der polnischen Königin Jadwiga aus weißem Marmor, der Ehefrau des Königs Wladyslaw Jagiello. Sie unterstützte die 1364 gegründete und dann etwas vernachlässigte Jagiellonen-Universität im Jahr 1399 finanziell, was zur Entwicklung der jungen Universität und zu ihrem späteren Ruhm wesentlich beigetragen hat. Jadwiga starb im Alter von 25 Jahren nach der Geburt ihrer Tochter, die auch nicht überlebte.

Neuer Sitz für da Vincis „Dame mit dem Hermelin“

Heuer zog eine andere Dame in die Mauern des Wawel-Schlosses ein. Seit Mai 2012 wird hier die berühmte „Dame mit dem Hermelin“ von Leonardo da Vinci ausgestellt. Das Porträt von Cecilia Gallerani, 1800 vom Fürsten Czartoryski erworben und Eigentum der Czartoryski-Stiftung, wird auf dem Wawel-Schloss bis zum Abschluss der Renovierungsarbeiten im Museum der Fürsten Czartoryski im Krakauer Stadtzentrum präsentiert.

Das Herz der Stadt

In Stare Miasto befindet sich der berühmte Krakauer Hauptmarktplatz mit den Tuchhallen und der gotischen Marienkirche. Im Inneren der Kirche kann man das mittelalterliche Meisterwerk, den Veit Stoß-Altar, bewundern. In den Tuchhallen wurde die Gemäldegalerie polnischer Maler untergebracht. Unter der Oberfläche des Hauptmarktplatzes befindet sich seit 2010 das mit der neuesten Technik ausgestattete Museum, in dem die Geschichte des mittelalterlichen Krakau präsentiert wird. Der Krakauer Hauptmarktplatz hat die Form eines Quadrats mit 200 Meter langen Seiten. Hier pulsiert das Leben mit vielen Hotels, Cafés und Restaurants und im Sommer auch mit Straßencafés, die den Platz umsäumen. Hier finden zahlreiche Konzerte und andere Kulturveranstaltungen statt, im Winter gibt es den Weihnachtsmärkte und im Frühling den Ostermarkt, und an jedem Silvesterabend wird hier das neue Jahr von tausenden Menschen begrüßt. Das Denkmal des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz ist zudem ein bekannter Treffpunkt für verliebtePärchen.


4: Marienkirche
5: Veit Stoss Altar

Ein Prunkstück der gotischen Marienkirche (li.) am Hauptmarktplatz ist der mittelalterliche Veit Stoß-Altar (re.)

Nostalgische Winkel im ehemaligen jüdischen Bezirk Kazimierz

Zum Bezirk gehört auch das ehemalige jüdische Stadtviertel Kazimierz. Es wurde 1335 vom polnischen König Kasimir dem Großen als selbständige Stadt gegründet. Seit 1495 wurde die jüdische Bevölkerung aus dem eigentlichen Krakau hierher übersiedelt. Kazimierz wurde zum bedeutenden Zentrum der jüdischen Kultur mit vielen Synagogen, von denen bis heute sieben überdauert haben. Der Zweite Weltkrieg und der Holocaust haben dem einzigartigen Ort und seiner einmaligen Atmosphäre ein Ende bereitet. In der Zeit des Kommunismus vernachlässigt, wird Kazimierz seit der Wende 1989 allmählich renoviert. Viele Hotels, Restaurants und Cafés locken heute Touristinnen und Touristen aus der ganzen Welt an. Hier wohnen auch viele KünstlerInnen, denen der besondere Charme dieses Ortes gut gefällt.

Das Zentrum von Kazimierz bildet die Szeroka-Straße mit der „Alten“- und der „Remuh“-Synagoge, aber auch mit vielen Cafés und Restaurants. Die erste Kultkneipe in Kazimierz hieß „Singer“, weil sie anstelle von Tischen alte Singer-Nähmaschinentische verwendete. Dann wurde die „Alchemia“ gegründet, die auch für außergewöhnliche Jazzkonzerte bekannt ist. Den ersten Lokalen folgten viele weitere Restaurants, Pubs und Cafés, die die Passantinnen und Passanten mit ungewöhnlicher Raumausstattung, skurrilen Namen und einem interessanten Speise- und Getränkeangebot locken.


6: Sarkophag der Königin Jadwiga
7: Isaaks Synagoge

Li.: Sarkophag der Königin Jadwiga; re.: Isaaks Synagoge im Bezirk Kazimierz



Kazimierz ist auch für seine Festivals bekannt: Hier findet jedes Jahr im Sommer das Festival der jüdischen Kultur statt, im Rahmen dessen Ausstellungen, Happenings und Klezmer Live-Musik präsentiert werden. Ihr eigenes Fest hat die Józefa-Straße, das die multikulturelle Atmosphäre des Bezirks nutzt und zu dem KünstlerInnen aus aller Welt eingeladen werden. Großer Popularität erfreut sich auch das Suppen-Festival. Die Restaurants- und CafébesitzerInnen konkurrieren dann um die beste Suppe im Bezirk. Die größte Attraktion des Bezirks Kazimierz und der Grund, warum er so populär ist, sind zweifellos seine Authentizität und die nostalgische, etwas dekadente Atmosphäre, nach der man woanders vergebens sucht.







Lesen Sie auch unsere Serie: 23 Mal Wien

Info:
Königsschloss auf dem Wawel-Hügel
Wawel 5, 31-000 Kraków

Die Königlichen Gemächer
Öffnungszeiten: Mo: geschlossen
Di-Fr: 9.30–17 Uhr (01.04.–31.10.), 9.30–16 Uhr (01.11.–31.03.)
Sa: 10–17 Uhr (01.04–31.10.), 9.30–16 Uhr (01.11.–31.03.)
So: 10-17 Uhr (01.04.–31.10.), 10–16 Uhr (01.11.–31.03.)
Tel: 0048/12 422 16 97 (Büro des Fremdenverkehrsverbandes)
bot@wawel.org.pl

„Dame mit dem Hermelin“
Öffnungszeiten: Mo: geschlossen
Di–Fr: 9.30–17 Uhr; Sa-So: 10–17 Uhr (April–Oktober)
Di–Sa: 8.30–16 Uhr; So: 10–16 Uhr (November–März)
Tel: 0048/12 422 16 97 (Büro des Fremdenverkehrsverbandes)
bot@wawel.org.pl

Die Wawel-Kathedrale
Öffnungszeiten:
Mo–Sa: 9–17 Uhr; So: 12.30–17 Uhr (April–September)
Mo–Sa: 9–16 Uhr; So: 12.30–16 Uhr (Oktober–März)
Tel: 0048/12 429 95 16; 0048/12 429 33 27/69
info@katedra-wawelska.pl
http://www.katedra-wawelska.pl/

Galerie der polnischen Malerei des 19. Jh. in den Tuchhallen
Sukiennice, Rynek Glówny 3, 31-042 Kraków
Abteilung des Nationalmuseums
Öffnungszeiten: Mo: geschlossen
Di–Sa: 10–20 Uhr (letzter Eintritt 19.30 Uhr)
So: 10–18 Uhr (letzter Eintritt 17.30 Uhr)
Tel: 0048/12 424 46 03
arajch@muzeum.krakow.pl
http://www.muzeum.krakow.pl/Dla-zwiedzajacych.57.0.html

Museum unter dem Hauptmarktplatz
Rynek Glówny 1, 31-042 Kraków
Abteilung des Historischen Museums der Stadt Krakau   
Öffnungszeiten: Mo: 10–20 Uhr
Di: 10–16 Uhr, freier Eintritt, geschlossen jeweils am ersten Dienstag des Monats
Mi–So: 10–20 Uhr
Tel: 0048/12 426 50 60
info@mhk.pl
http://mhk.pl/oddzialy/podziemia_rynku

Information Kazimierz

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