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Vienna´s weekly European journal

Fünf Metropolen auf Weg zur smarten Großraumregion

12. Juni 2012

Städte in Europa

Fünf Metropolen auf Weg zur smarten Großraumregion

1: Display für Fachtagung
POLYCE-Studie: Wien und Prag sind führende "smarte" Metropolen Mitteleuropas

Das Quintett der fünf Metropolen Mitteleuropas Bratislava, Budapest, Laibach, Prag und Wien verfügt bereits über hohe Lebensstandards. Insgesamt liegen aber nur Wien und Prag über dem europäischen Durchschnitt.

Dies ergab ein EU-gefördertes Projekt (POLYCE), das  polyzentrische Entwicklungen der Metropolen Zentraleuropas untersuchte. Forschungsgelder kamen vom EU-Netzwerk „ESPON“, das die räumliche Entwicklung in Europa fördert. Überprüft wurde, wie sich die fünf Metropolen Mitteleuropas untereinander und miteinander entwickeln und wie sie dabei im Vergleich mit anderen in Europa liegen. Ergebnisse wurden bei einer Fachtagung an der Technischen Universität Wien erarbeitet und anschließend in einer Pressekonferenz präsentiert. Die TU ist bei POLYCE auch führend. Die fünf Metropolen hatten Delegierte nach Wien entsandt. Die Stadt Wien vertrat bei der Pressekonferenz Rüdiger Maresch, Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Stadtentwicklung, von den Grünen.


2: TU Konferenz TeilnehmerInnen
Gruppenfoto von der Ergebnis-Konferenz des EU-Projektes POLYCE an der TU Wien

Forschungsergebnisse
Alle fünf Ballungszentren schneiden bei den Lebensbedingungen gut ab. Dies ist aber auch schon das einzige Kriterium, bei dem alle fünf über dem Durchschnitt von 50 verglichenen europäischen Städten liegen. In der Gesamtperformance sind nur Wien und Prag über dem europäischen Schnitt. Am besten schneiden alle bei der wirtschaftlichen Entwicklung ab. In der Bewertung kommen sie dann auch ganz stark bei der sehr hoch eingestuften Lebensqualität heraus. Schwächen verzeichnen sie besonders im Bevölkerungsprofil (inklusive Bildung und Minderheiten). Bei ethnischer Vielfalt und Bildung schneiden nur Bratislava und Laibach bemerkenswert gut ab. Wien erweist sich vor allem als großes Vorbild in Umweltfragen. Der Großraum Wien zeigt damit laut Studien-AutorInnen wichtige Vorteile im Vergleich zu den zentraleuropäischen Partnern. Neben Umwelt gelte dies auch für vorbildlich gelöste Mobilität.


3: Rüdiger Maresch
3: Rudolf Giffinger und Ludek Sykora
Li.: Gemeinderat Rüdiger Maresch am Rednerpult, re.: an Diskussions-Foren nahmen u.a. POLYCE-Projektleiter Rudolf Giffinger, TU Wien, und Ludek Sykora, Uni Prag, teil

Neue Strategien entwickeln
Das bestehende Netz von Metropolen Mitteleuropas verfügt bereits über erhebliches Potential für „smarte“ Stadtentwicklung in Richtung einer wettbewerbsfähigen, gemeinsamen Großraumregion, konstatieren die Studien-AutorInnen. Aber: alle fünf Metropolen wollen sich aufgrund ihrer geographischen Lage und historischen Entwicklung als Drehkreuz gegenüber den Nachbar-Regionen entwickeln. Daher müsse territoriale Kooperation gefördert und dafür auch neue Strategien entwickelt werden. Die Kooperation untereinander müsse massiv ausgebaut werden. Konkurrenzdenken und Kooperations-Bereitschaft müssten ins Gleichgewicht gebracht werden. Die fünf Metropolen müssten verstärkt ihre wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Standards verbessern und dabei auch ihre mündigen BürgerInnen aktiv einbeziehen. Der öffentlichen Verwaltung komme dabei eine wichtige Steuerfunktion zu. Als Schwerpunkte für die Zukunft wurden definiert: wissensbasierte Wirtschaft, modernes Verkehrsmanagement (mehr Unabhängigkeit vom Autoverkehr, Ausbau der Öffis), Informations-Austausch, Migration, Sprachkenntnisse, Eindämmung von Stadtflucht. All diese Aktivitäten sollten auch die neue EU-Donauraumstrategie einbeziehen.


4: TU Konferenz Zuhörerschaft
Die Abschluss-Konferenz des POLYCE-Programmes über Zukunftschancen der fünf Metropolen Mitteleuropas fand reges Interesse bei TeilnehmerInnen und Publikum

Diskussionen
"Auch wenn heute immer wieder von der Standortkonkurrenz gepredigt wird, muss uns eines klar sein: Die aktuelle Wirtschaftskrise können wir einzeln, jeder auf sich gestellt, nicht bewältigen", erklärte Rüdiger Maresch von den Wiener Grünen, Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Stadtentwicklung. Ähnlich war auch der Tenor im abschließenden Diskussions-Forum: "Wir müssen sehen, was wir als zentraleuropäische Städte gemeinsam tun können“, wurde betont. Gerade in der heutigen wirtschaftlichen Situation sei es schwierig, eine Balance von Konkurrenz und Kooperation zu finden, sagte Vladimir Schmalz, Vorsitzender des Komitees für Stadtentwicklung in Prag, aber es bleibe eine fundamentale Aufgabe. Miran Gajsek, Leiter der Abteilung für Raumplanung in Ljubljana, betonte die Rolle der Infrastruktur für den Zusammenhalt der Städte in Mitteleuropa. Seine Zugreise nach Wien habe sieben Stunden gedauert, länger als früher, kritisierte er. Michal Muransky, Vorsitzender der Kommission für Raumplanung in Bratislava, verwies als positives Beispiel auf die bereits gut entwickelte Zusammenarbeit zwischen Wien und Bratislava in der Raumplanung. Resümee von Professor Rudolf Giffinger von der TU Wien, Projektkoordinator von POLYCE: es gäbe zwar gute Ansätze zur Zusammenarbeit unter den Städten. „Defizite und Handlungsbedarf“ bestünden aber bei Ideen zur konsequenten Weiterentwicklung.



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