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Im Dreivierteltakt zur jungen Wiener Szene

Kultur

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Im Dreivierteltakt zur jungen Wiener Szene

Kultur ist ein Schlüsselbegriff, wenn man an Wien denkt, und zugleich Grund für viele Touristinnen und Touristen, die Donaumetropole zu besuchen. Kultur ist in der Stadt omnipräsent, ausgehend vom historischen Zentrum Wiens, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Wien, ein Gesamtkunstwerk

Viele Bauwerke wie das weltbekannte Wahrzeichen Wiens, der im Mittelalter erbaute Stephansdom, sind signifikante Kulturgüter und Zeichen einer bewegten und langen Kulturgeschichte der Stadt Wien. Baugruppen wie die Hofburg mit der Spanischen Hofreitschule und der Nationalbibliothek stellen dabei ebenso wertvolles Kulturgut dar wie die Monumentalbauten des 19. Jahrhunderts entlang der Ringstraße: die Wiener Staatsoper, das Burgtheater, die Albertina, das Kunsthistorische und das Naturhistorische Museum, die Akademie der bildenden Künste und viele mehr.

Albertina beleuchtet
Innenhof des Museumsquartiers, Menschen sitzen auf gelben Stadtmöbeln im Kreis

Außen chic, innen hip: Die Albertina und das MuseumsQuartier

Architektonisch charakteristisch sind für Wien auch die so genannten Gemeindebauten, die nach dem Ersten Weltkrieg von der sozialdemokratischen Stadtregierung errichtet wurden, um die Wohnungsnot zu beseitigen. Der berühmteste dieser Superblocks ist der Karl Marx Hof.

Die kulturelle Weiterentwicklung der Stadt wird in den Bauten des 20. Jahrhunderts sichtbar, sei es im Jugendstil (Sezession), sei es in der sachlichen Bauweise der Moderne (Adolf Loos Haus am Michaelerplatz) oder in den Gebäuden der jüngsten Zeit, allen voran das Hundertwasserhaus (1985) oder das Haas-Haus (1990) von Hans Hollein. Mit dem von den Architekten Laurids und Manfred Ortner entworfenen und im Jahr 2001 eröffneten MuseumsQuartier erhielt die Stadt Wien nicht nur eine moderne neue Sehenswürdigkeit, sondern auch einen der größten Kulturkomplexe der Welt mit drei neuen Museen und zahlreichen kulturellen Einrichtungen. Was die Baukunst betrifft, zeigt sich Wien aber auch für die Zukunft gerüstet. Innovative Konzepte und große Namen wie etwa Jean Nouvel, Dominique Perrault oder Zaha Hadid stehen für Qualität im Stadtbild.

Großer Saal des Konzerthauses wärend Vorstellung

Von Klassik über Jazz bis hin zur Stummfilmmatiné: Das Wiener Konzerthaus bietet für jeden Geschmack etwas

Pulsierendes Kulturleben

Ein Haus sollte jedoch nicht nur als städtische Kulisse dienen, sondern auch betreten werden. Gerade was die Theater-, Konzert- und Ausstellungshäuser anbelangt, herrscht im Inneren reger Verkehr, wie beispielsweise die jährliche Sitzplatzauslastung der Staatsoper mit über 97 Prozent, des Burgtheaters mit 90 Prozent sowie des KHM mit einer jährlichen BesucherInnenzahl von weit über einer Million beweisen. Erhebungen belegen, dass 94 Prozent der Wiener und Wienerinnen mit den Kultureinrichtungen Wiens, von Konzerthallen über Theater und Museen bis zu Bibliotheken, vollauf zufrieden sind.

Tatsächlich werden in Wien das ganze Jahr über zahllose Kulturangebote für alle sozialen Schichten und alle kulturellen Neigungen geboten.

Stadtbiotop der Künste

Man braucht nur einige Tage im MuseumsQuartier zu verbringen, um die Vielfalt des Kulturlebens in Wien zu erfassen. Hier kommt so gut wie alles zusammen: Das MuseumsQuartier Wien, eines der zehn größten Kulturareale der Welt, bietet auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern mehr als 40 Einrichtungen Raum für moderne und zeitgenössische Kunst und Kultur. Und liegt außerdem in direkter Nachbarschaft zu den größten Museen Wiens, dem Natur- und dem Kunsthistorischen Museum und der Nationalbibliothek.

Wien hat mehr als hundert Museen, darunter einige ungewöhnliche Sammlungen wie das Globenmuseum, das Dritte Mann Museum und das Phantastenmuseum. Dauerbrenner sind natürlich die großen Museen wie das Belvedere oder die Albertina mit Ausstellungen großer Meisterwerke der Malerei.

Alles Theater in der Welthauptstadt der Musik

Doch was wäre Wien ohne Musik. In Wien scheint die Musik förmlich in der Luft zu liegen. Was vermutlich daran liegt, dass im Laufe der Zeit in Wien viele einflussreiche Komponisten lebten, allen voran W. A. Mozart, Johann Strauß, Gustav Mahler und Arnold Schönberg; weltberühmte Orchester wie die Wiener Philharmoniker sind in Wien beheimatet. Aufführungsorte wie die Wiener Staatsoper, die Volksoper, die Kammeroper, der Musikverein, das Konzerthaus oder das Theater an der Wien bereiten dem Publikum Klassikabende im perfekten Ambiente.

Eingangsbereich des Theater an der Wien

Wiens jüngstes Opernhaus: Das Theater an der Wien

Aber auch in der zeitgenössischen Musik gilt Wien als wichtige Musikmetropole: bedeutende VertreterInnen von Weltformat sind etwa Joe Zawinul im Jazz, Olga Neuwirth in der Neuen Musik oder Falco und Kruder&Dorfmeister in der Popmusik. Ganz am Puls der Zeit ausgerichtet ist beispielsweise das "sound:frame" Festival, das sich mit der Visualisierung elektronischer Musik beschäftigt. Alljährlich treffen internationale VJs, DJs, Video Artists, Sound ProducerInnen und MedienkünstlerInnen in Wien zusammen.

Wer mehr Wert auf das gesprochene Wort legt, findet in Wien ebenfalls eine Vielzahl an Möglichkeiten, einen netten Theaterabend zu verbringen oder einer Lesung beizuwohnen. Legendär sind das Wiener Burgtheater und das Volkstheater. Für junges Publikum gibt es auch immer mehr Angebot und mit dem Theater der Jugend und dem Dschungel Wien eigene Häuser. Eine Besonderheit ist auch das Kosmos Theater, das einzige Theater der Welt, das sich explizit dem Schaffen von Künstlerinnen widmet. Die wichtigsten Literaturschauplätze in Wien sind das Literaturhaus Wien, die Alte Schmiede und die neue Hauptbücherei am Gürtel.

Festivalstadt Wien

Wien etablierte sich in den letzten Jahren auch immer mehr als Festivalstadt. Gerade was das Genre der klassischen Musik anbelangt, herrscht mit den Festivals wien modern, Osterklang oder Resonanzen eine große Bandbreite. Den Reigen der Festivals eröffnet in der Regel jedoch das Akkordeonfestival, gefolgt vom Vienna Blues Spring. Im Mai bieten dann die Wiener Festwochen ein buntes, spektakuläres Programm. Im Sommer steht neben dem Jazzfest Wien, dem Donauinselfest und dem Impulstanzfestival das Wiener Filmfestival am Rathausplatz am Programm. Ebenfalls erobern diverse Filmfestivals Wien, wie das Trickfilmfestival Tricky Women oder das Internationale Short-Filmfestival. Im Herbst geht dann das größte österreichische Filmfestival, die Viennale, über die Bühne. Das Festival richtet seinen Blick neben einer Vielzahl internationaler Filmperlen jedes Jahr erneut auf das heimische Filmschaffen, das mit preisgekrönten Arbeiten von Michael Haneke und Ulrich Seidl in letzter Zeit international Anerkennung erfuhr.

Gitarrist beim Spielen
Gäste des Popfestes vor der Karlskirche

Jung trifft Alt: einmal im Jahr steht der Karlsplatz mit der prachtvollen Karlskirche im Zeichen des Pop

Wiener Design

In den letzten Jahren lassen österreichische ModemacherInnen und DesignerInnen bei internationalen Events immer wieder aufhorchen. Auch in Wien hat sich eine starke kreative Szene etabliert.
Einen echten Design-Schwerpunkt erlebt Wien im Herbst. Im Oktober präsentiert sich mit der Blickfang Österreichs größte Designmesse für Möbel, Mode und Schmuck im Museum für angewandte Kunst (MAK), an der jährlich über 140 internationale Ausstellerinnen und Aussteller teilnehmen. Ende September/Anfang Oktober steht Produkt-, Industrie- und Möbeldesign im Mittelpunkt der Vienna Design Week. Sie findet an den unterschiedlichsten Orten statt und bietet ein buntes Spektrum an Ausstellungen, Projekten, Vorträgen und Diskussionen für Design-Interessierte.

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