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Vienna´s weekly European journal

Ljubljana – Eine kleine Stadt mit vielen Gesichtern

Serie: Bezirke

Ljubljana – Eine kleine Stadt mit vielen Gesichtern

1: Das "Hauptmann-Haus"

Ein attraktiver Blickfang: das Hauptmann-Haus


Zur Fortsetzung unserer Bezirksreihe besuchen wir diesmal die slowenische Hauptstadt. Ljubljana gehört mit 275 Quadratkilometern zwar zu den mittelgroßen europäischen Städten, verfügt jedoch über den Charme und die Überschaubarkeit eines kleineren Ortes. Ljubljana hat 280.000 EinwohnerInnen und ist in 17 kleine Stadtviertel (Bezirke) unterteilt, die den zentralen Teil der Stadtgemeinde Ljubljana bilden und als eigenes Rechtssubjekt fungieren.

Bei einem Spaziergang durch das historische Zentrum ist schnell erkennbar, dass viele Spuren der fünf Jahrtausende alten Geschichte bis heute erhalten geblieben sind; darunter das Erbe der römischen Stadt Emona, die mittelalterliche Burg, die Hausfassaden der k&k Zeit. Zwischen dem Burghügel und dem Fluss reihen sich in einem schmalen Bogen die Gassen und Gebäude der Altstadt ein. Das malerische Stadtbild wird ergänzt durch Brücken, die über den Fluss „Ljubljanica“ führen sowie durch die weiträumigen Grünflächen des „Tivoli-Parks“, der fast bis ins Stadtzentrum reicht. Der kreisförmige Stadtkern von Ljubljana ist durchflochten von vielen verschiedenen Kunststilen. Nach dem Erdbeben 1511 wurde Ljubljana im Renaissance-Stil renoviert. Ende des 17. Jahrhunderts kamen dann ausländische Architekten, die mit ihrer Barock-Architektur der Stadt ein neues Antlitz gaben.


2: Art Nouveau Fassade in Laibach
3: Art Nouveau Fassadendetail in Laibach

Stilvolle Ornamente an den Fassaden sind in der ganzen Stadt zu finden

Ein Erdbeben verändert das Stadtbild

Am 14. April 1895 wurde Ljubljana in einem weiteren Erdbeben stark beschädigt. Die damalige Stadtregierung beauftragte den aus dem Karst-Gebiet stammenden Architekten Maks Fabiani mit der Planung eines modernen Ljubljana. Zwischen den Jahren 1895 und 1910 glich Ljubljana einer großen Baustelle, auf der fast 500 neue Gebäude, Plätze und Brücken entstanden. Maks Fabiani entwarf den gesamten Stadtbereich westlich des Flusses „Ljubljanica“ neu und errichtete zahlreiche Repräsentativbauten, die bis heute das Erscheinungsbild von Ljubljana prägen. Durch das zerstörerische Erdbeben bekamen Architekten und Baumeister aus der ganzen Monarchie die Chance, am so genannten Sezessionsviertel mitzuwirken. Die Gebäude erstrecken sich von der Altstadt entlang der „Miklošičeva“-Straße und dem „Miklošič“-Park bis zum Bahnhof. Die „Laibacher Sezession“ kann sich vieler bedeutender und noch heute erhalten gebliebener Gesamtkunstwerke rühmen; wichtige Repräsentativgebäude sind zum Beispiel das heutige Gebäude der „Vzajemna“-Versicherung, die Volkssparkasse, die ehemalige Genossenschaftsbank, das „Grand Hotel Union“ und an der Ecke der „Trubarjeva“-Straße das Kaufhaus „Urbanc“, das erste in Ljubljana, benannt nach dem Großkaufmann und Bauauftraggeber Feliks Urbanc.


4: Jakopič-Promenade

Die Jakopič-Promenade lädt zum sommerlichen Flanieren ein

Eine kleine Stadt im großen Art Nouveau Stil

Architekten und Baumeister legten Wert auf die Dekoration von Fassaden, auf Ornamente und wertvolle Materialien. Das vielfältige Repertoire der Sezessions-Ornamentik, das pflanzliche und tierische Motive, Frauengestalten, Masken und volkstümliche Motive umfasst, verleiht diesem Stadtteil einen ganz besonderen Charakter. Die „Laibacher Sezession“ ist sowohl einer der Stadtteile mit dem größten Wiedererkennungswert, als auch ein Kulturerbe, das die Stadt an die Seite der großen Art Nouveau-Hauptstädte, wie z. B. Barcelona oder Wien stellt.

Ljubljana, die grüne Stadt

Mit der sternartigen Form Ljubljanas hat die Stadt gute Voraussetzungen für ein grünes und wassernahes Leben. Ljubljana wurde am 31. Jänner 2012 zur grünsten slowenischen Gemeinde 2011 erklärt und so verwundert es nicht, dass sie vielfach auch die „Grüne Stadt“ genannt wird. Die grüne Lunge der Stadt ist mit 509 Hektar der „Tivoli-Park“. Die größte Parkanlage erstreckt sich von den Waldhügeln „Rožnik“ und „Šišenski hrib“ bis zum Laibacher Zoo und steht den LaibacherInnen als Naherholungsgebiet zur Verfügung. Neben Spazierwegen findet sich im grünsten Teil Ljubljanas auch ein Trimm-dich-Pfad sowie zahlreiche Sportflächen.


5: Tivoli Schloss im Tivoli Park

Das malerische Tivoli-Schloss ist eines der Hauptausflugsziele der Stadt

Vom Jesuitenorden zu Feldmarschall Radetzky

Die ersten Ansätze der Parkanlage entstanden schon im späten Mittelalter. 1813 wurde der künftige Stadtpark nach den Plänen des französischen Ingenieurs J. Blanchard angelegt. Er verband den Park um das Palais „Cekinov grad“, in dem heute das „Museum der Neueren Geschichte“ seinen Sitz hat, mit dem Gelände, das zum „Tivoli-Schloss“ gehörte. Jenes wurde im 17. Jahrhundert von den Jesuiten errichtet und gehörte Mitte des 19. Jahrhunderts dem österreichischen Feldmarschall Radetzky. In den Jahren 1921-1939 wurde die Parkanlage vom bekannten Architekten Jože Plečnik neu gestaltet und die breite „Jakopič-Promenade“ (benannt nach dem slowenischen Impressionisten Rihard Jakopič), die das „Tivoli-Schloss“ mit dem Stadtzentrum verbindet, angelegt. Heute ist die Promenade ein beliebter Ort für Freilichtfotoausstellungen.


5: Konzert im Sommertheater Križanke

Das Festival Ljubljana im Sommertheater Križanke gehört zu den ältesten Festivals und den größten Kulturereignissen der Stadt

Der Stadtteil zwischen Fluss und Sommertheater

Der Stadtteil um das Sommertheater „Križanke“ liegt nur einen Steinwurf vom Flussufer in der Altstadt entfernt und gehört gerade im Sommer zu den meistbesuchten Teilen des Laibacher Stadtzentrums. Grund dafür ist neben der zentralen Lage auch die Vielfalt der Sommerveranstaltungen. Ob Musik, Film, Wein oder Straßentheater – hier wird Kunstschaffenden aller Art eine Bühne geboten. Der Komplex „Križanke“ wurde eigentlich als umfangreiches Klostergelände angelegt. Hier war der Sitz des deutschen Ritterordens, auch Kreuzritterorden genannt, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts nach Ljubljana kam. Ein sehenswertes Denkmal ist die ursprünglich gotische Kreuzritterkirche, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch einen Barockbau des Italieners Domenico Rossi ersetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Ausquartierung des Ordens. Die Renovierung wurde Jože Plečnik anvertraut, der sich von Architekten der Renaissance inspirieren ließ. Heute gehören die „Križanke“ der Institution „Festival Ljubljana“ sowie der „Mittelschule für Design und Fotografie“ an. Das „Festival Ljubljana“ organisiert das „Sommerfestival in Ljubljana“, das älteste Festival und größte Kulturereignis in der slowenischen Hauptstadt. Das diesjährige „60. Festival Ljubljana“ wird am 20. Juni 2012 offiziell von den Wiener Philharmonikern unter der Leitung des berühmten Sir Simon Rattle eröffnet.









Lesen Sie auch unsere Serie: 23 Mal Wien

Link:
Tourismusamt Ljubljana
Slowenisches Kulturinformationszentrum in Wien
Festival Ljubljana
Stadt Ljubljana

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