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Österreichische Medienlandschaft

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Österreichische Medienlandschaft

Wiens Printmedienlandschaft ist vor allem bei den landesweiten, auflagenstärksten Titeln deutlich durch Beteiligungen führender deutscher Verlagskonzerne geprägt. Gleichzeitig existieren ebenfalls einflussreiche Bundesländer-Zeitungen, die von regionalen, österreichischen Verlagshäusern herausgegeben werden. Die elektronischen Medien werden vom großen Marktführer, dem Österreichischen Rundfunk (ORF) dominiert. Onlinemedien haben sich in den vergangenen Jahren fest in der Medienlandschaft etabliert und sind immer noch stark im Aufschwung.

Elektronische Medien

ORF dominiert elektronischen Medienmarkt
Moderatorin vor ZIB 20-Logo
ORF Logo

Lisa Gadenstätter gehört zum Team der ZiB 20-ModeratorInnen

Der Österreichische Rundfunk (ORF), eine Anstalt des öffentlichen Rechtes, ist bei den elektronischen Medien überragender Marktführer. Der Grundstein für seine heutige Konzeption wurde 1967 mit einer Rundfunkreform gelegt, die drei Jahre vorher, 1964, durch ein ORF-Volksbegehren initiiert worden war. Dieses war das erste der Zweiten Republik und verfolgte das Ziel, den Parteienproporz im ORF abzuschaffen und diesen in die parteipolitische Unabhängigkeit zu führen. Das Volksbegehren wurde von 832.353 Wahlberechtigten unterschrieben und mündete 1966 in ein neues Rundfunkgesetz. Dieses bildete die Basis für die Rundfunkreform des Jahres 1967. Mit der Rundfunkreform erhielt der ORF volle Programm-, Personal- und Finanzautonomie. Im Oktober 2011 erweiterte der ORF sein TV-Angebot von ORF 1 und ORF 2 um die Kanäle ORF III, der besonders kulturaffine SeherInnen bedient, und ORF Sport+, der 24 Stunden vorwiegend österreichische Sportveranstaltungen bringt.

Stadtfernsehen für Wien
OKTO – Wiener BürgerInnen-TV

2005 ging im Wiener Telekabel das BürgerInnenfernsehen OKTO an den Start. Es kann mittlerweile von mehr als einer Million WienerInnen empfangen werden (Quelle: AGTT / GfK Teletest, 2. Halbjahr 2010). Okto ist österreichweit via Kabel und Webstream zu empfangen.

Bei OKTO können Wiener Communities nicht nur Themen für Sendungen vorgeben, sondern diese auch gleich selbst produzieren. Mittlerweile sorgen mehr als 110 Sendereihen von unterschiedlichsten Communities und Eigenproduktionen für ein komplementäres Programmangebot zum öffentlich-rechtlichen und privatkommerziellen Fernsehen, das monatlich bis zu 283.000 ZuseherInnen erreicht.

OKTO lädt zum Mitmachen ein und bemüht sich um Vielfalt. Entsprechend international ist das Programm: Nachrichtenformate wie „AVUSTURYA Günlügü“ oder das Magazin „Afrika TV“ senden grundsätzlich mehrsprachig. Zuletzt wurde im Mai 2011 eine Ko-Produktion mit dem ORF-Landesstudio Wien für die türkische Community vereinbart. Seither informiert das „Wien heute – Haber Magazin“ über das Wichtigste der Woche mit türkischer Moderation und untertitelten Beiträgen. Okto bemüht sich generell, so viele Sendungen wie möglich zu untertiteln.
Finanziert wird OKTO durch die Stadt Wien.

Christian Jungwirth vor Okto-Logos
Okto-Logo (angeeckter Achter)

Christian Jungwirth ist seit 2005 Geschäftsführer von OKTO

wien.at-TV - W24

wien.at-TV bietet Informationen aus Wien, wöchentlich wechselnde Schwerpunkt-Themen sowie Informationen zu Veranstaltungen, Service-Themen und Unterhaltung. Zu empfangen ist die Sendung online auf wien.at/tv sowie auf W24, täglich um 14.30 und 19:30 Uhr und sonntags um 20 Uhr, im Wiener Kabelnetz.

Privatsender in Österreich
W24

W24 ist ein Kabelfernsehsender, der versucht, sich im Segment der Privatsender als vollwertiger Mitspieler zu positionieren und sich als Wiener Lokalsender weiterzuentwickeln. Das dürfte mit dem Relaunch 2012 auch gelungen sein. Ab 6.00 Uhr beginnt das Morgenprogramm mit aktuellen Nachrichten; es wird rund um die Uhr gesendet.

ATV und ATV2

Am 1. Juni 2003 ging erstmals der österreichweite Privatsender ATV, damals noch ATVplus, on air. Mit Verabschiedung des Privatfernsehgesetzes im Juli 2001 war in Österreich endlich eine rechtliche Grundlage geschaffen worden. ATV zählt mittlerweile zu den führenden Privatanbietern in Österreich und startete im Dezember 2011 mit ATV2 einen zweiten Sender, der vor allem junge Leute als Zielgruppe hat.

Austria 9

Im Dezember 2007 ging Austria 9 auf Sendung. Der Name des Senders steht für die neun österreichischen Bundesländer. Der Privatsender gehört zum Großteil der deutschen Burda-Verlagsgruppe.

PULS 4

Das neue Programm geht aus dem Wiener Stadtsender Puls TV hervor, der im August 2008 von der deutschen Sendergruppe ProSiebenSat.1 Austria übernommen wurde und somit der vierte Sender der ProSiebenSat.1-Familie in Österreich ist.

Servus TV

Versteht sich als überregionaler Qualitäts-Sender für den gesamten Alpen-Donau-Adria-Raum. 2007 übernahm Dietrich Mateschitz mit seinem „Red Bull Mediahouse“ den Lokalkanal Salzburg TV, der am 1. Oktober 2009 als Servus TV auf Sendung ging. „Was auf Privatsendern läuft, ist eine Zumutung für einen Menschen mit humanistischer Erziehung. Ich will zeigen, dass auch ein gescheites privates Fernsehen machbar ist“, schickte der Energy-Drink-Macher als Motiv voraus. Das Programm erreichte im Oktober 2010 einen Marktanteil von 0,5 Prozent, Tendenz steigend.

Hörfunksender

Im Hörfunk bekommt der ORF immer mehr Konkurrenz durch Privatsender. Die öffentlich rechtlichen Radiosender Ö1 (Kultur und Klassik), die regionalen Bundesland-Sender von Radio Burgenland bis Radio Vorarlberg, Ö3 (Mainstream) und FM4 (Alternativ) sehen sich den privatkommerziellen Sendern KroneHit, Radio Arabella, 88.6, Antenne Wien, Energy 104,2 sowie Radio Stephansdom gegenüber. Seit 1998 ist das nichtkommerzielle Lokalradio orange 94,0 auf Sendung. Das Programm des freien Radiosenders wird von rund 500 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen produziert, die rund 200 Sendungen in mehr als 15 Sprachen betreuen.

Printmedien

Mehr als zwei Drittel der ÖsterreicherInnen lesen regelmäßig Zeitungen und Zeitschriften, das sind rund fünf Millionen der etwas mehr als acht Millionen ÖsterreicherInnen. Seit Jahrzehnten führt in Österreich das Boulevard-Kleinformat „Kronen Zeitung“ den Markt an. Der zweite Platz ist von dem in Wien erscheinenden „Kurier“ und der in Graz publizierten „Kleinen Zeitung“ umkämpft.

Starke Eigenständigkeit haben auch die Printmedien in anderen Bundesländern Österreichs. In Linz sind dies die „Oberösterreichischen Nachrichten“, in Innsbruck ist die „Tiroler Tageszeitung“ führend, in Salzburg die „Salzburger Nachrichten“ und im äußersten Westen Österreichs die „Vorarlberger Nachrichten“. Bei Wiener Qualitätsblättern, die täglich landesweit erscheinen, führt „Der Standard“ gefolgt von „Die Presse“.

Älteste Zeitung Wiens und Österreichs ist die „Wiener Zeitung“, gegründet am 8. August 1703 als „Wiennerisches Diarium“. Den heutigen Titel trägt sie seit 1. Jänner 1780. Sie ist damit auch die älteste noch erscheinende Tageszeitung der Welt. Seit 1810 war und ist die „Wiener Zeitung“ zugleich Amtsblatt.

Verschiedene Zeitungen durcheinander
Lesende Menschen im Kaffeehaus

Vom kleinformatigen Boulevardblatt bis zur großformatigen Qualitätszeitung – Österreich hat eine vielfältige Medienlandschaft

Die Wiener Stadtzeitung "Falter"

Seit 1977 belebt der Falter als Wiener Stadtzeitung wöchentlich die österreichische Medienlandschaft. Der Falter besticht durch umfassende und kritische Recherche und berichtet aus einer linksliberalen Perspektive über Politik, Medien, Kultur und das Wiener Stadtleben. Seit Frühjahr 2005 erscheint auch eine regionale Ausgabe des Falters für die Steiermark. Im umfangreichen Veranstaltungsprogramm werden Events in der Grenzregion der Nachbarländer Slowakei, Tschechien und Ungarn beworben.

Media-Analysen zeigen neue Trends

Die Media-Analyse 2011 weist die aktuellen LeserInnen-Entwicklungen für Wien aus: Die Gratiszeitung „Heute“ liegt in Wien an erster Stelle und hat 2012 erstmals den Print-Marktführer „Kronen Zeitung“ überholt (Anm. beide Produkte stammen aus dem Hause Dichand). In ganz Österreich ist die „Krone“ aber nach wie vor an erster Stelle. Weitere Trends: generell verloren Tageszeitungen im Vergleich zu den Vorjahren Reichweiten, gleichzeitig können sich aber Qualitätsblätter stabil halten. Die Media-Analyse 2011 bestätigt einen weiteren Trend zu regionalen und lokalen Medien.

„Heute“ österreichweit überholt „Kleine Zeitung“

Die Gratiszeitung "Heute" erreicht auch bundesweit eine starke Präsenz. Das Wiener Gratis-Blatt überholte 2011 sogar die traditionell größte Bundesländer-Tageszeitung, die "Kleine Zeitung" mit Konzernsitz in Graz in der Reichweite. In den Stamm-Bundesländern der "Kleinen Zeitung", in der Steiermark und Kärnten, ist sie auch die stärkste Tageszeitung. In der Steiermark kommt sie auf eine Reichweite von 48,8 Prozent, in Kärnten auf 52,4 Prozent. Damit liegt sie auch in beiden Bundesländern vor der "Kronen Zeitung", die österreichweit dominiert.

wien.at – die Medien der Stadt Wien

Die österreichische Bundeshauptstadt Wien selbst gibt eine Vielzahl von eigenen Medien heraus. Betreut werden diese Medieninitiativen vom Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (PID), der MA 53. Diese erscheinen unter dem Sammelbegriff „wien.at“. Großer Renner ist dabei das Webportal www.wien.gv.at. Es umfasst rund 130.000 Seiten und hat rund 919.000 Unique Clients pro Monat (August 2012). Damit ist es eines der größten Internetportale Österreichs. Es gibt sowohl eine englische Version (www.wien.gv.at/english) wie auch Versionen in den Sprachen Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch. Eröffnet wurde das Portal im Mai 1995. Im Frühjahr 2010 wurde die Seite einem umfangreichen Relaunch unterzogen.

Die Palette von Mediendiensten der Stadt Wien, die vom PID koordiniert werden, ist umfangreich. Sie reicht von einer eigenen, traditionsreichen Nachrichtenagentur, der „rathaus-korrespondenz“, über zahlreiche Einzeltitel wie einer kostenlosen Monatszeitschrift „wien.at“, die an alle 950.000 Wiener Haushalte geht, bis zu Publikationen für MitarbeiterInnen des Magistrats und zur Herausgabe von amtlichen Dokumenten wie Gesetzesblättern.

City & Life Magazin Cover
Forschen & Entdecken Magazin Cover
Kinder & Co Magazin Cover

Die Stadt Wien verfügt über eine breite Palette an Printmedien für jede Zielgruppe

Die wien.at-Magazine

"Informationen genau dann zu geben, wenn die Menschen sie brauchen" ist das Ziel der kostenlosen wien.at-Magazine der Stadt Wien. Sie sollen die Wienerinnen und Wiener durch wichtige Lebensabschnitte begleiten.

    * City & Life – Das Magazin für mehr Spaß und mehr Zukunft
    * Forschen & Entdecken – Das Magazin für kluge Köpfe
    * Kinder & Co – Die Seiten rund um die ersten zehn Lebensjahre
    * Leben & Freude – Für Wienerinnen & Wiener in ihren besten Jahren
    * Welt & Stadt – Für neue Wienerinnen und Wiener
    * Wohl & Befinden - das Magazin für PatientInnen in den Spitälern der Stadt Wien

Die wien.at-Magazine können kostenlos bestellt werden. Sie erscheinen viermal jährlich.

Die „rk-rathaus-korrespondenz“ ist nach der „Austria Presse Agentur APA“ die größte Nachrichtenagentur Österreichs. Die „rk“ geht auf das Jahr 1861 zurück. Ihre Vorläuferin hieß „Correspondenz Gall“, benannt nach ihrem Begründer Josef Gall (1820-1898).

Als großer Erfolg erwies sich auch das so genannte „virtuelle Amt“ auf dem Web-Server „wien.at“ der österreichischen Bundeshauptstadt. Dieses bietet neben Wien-Informationen auch mehr als 600 Amtshelfer-Seiten sowie rund 200 verschiedene elektronische Dienste wie Terminreservierungen, Urkundenbestellungen oder „eBezahlung“. Selbst einige Amtswege können in Wien inzwischen online abgewickelt werden. Darüber hinaus betreibt die Stadt Wien rund 30 Datenbanken zu verschiedensten Themen.

Der PID selbst verfasst unter anderem Presseaussendungen, gestaltet Internetseiten, produziert Fotos und organisiert Medienkonferenzen. Zu seinen Schwerpunkttätigkeiten gehört die Betreuung von JournalistInnen aus dem In- und Ausland. Ein eigenes Service wird AuslandsjournalistInnen angeboten.

In Touch with Europe – wieninternational.at

Die Stadt Wien betreibt auch Öffentlichkeitsarbeit über die Grenzen hinaus. In elf Ländern Mittel- und Osteuropas ist das Medienhaus Compress von der Stadt Wien damit betraut. In diesen Ländern konnten im Jahr 2012 rund 10.000 Artikel über Wien in diversen Medien veröffentlicht werden. Nähere Informationen dazu sind auf www.compresspr.at zu finden. Seit 2006 veröffentlicht Compress das wöchentliche Onlinejournal wieninternational.at.

Jeden Donnerstag erscheinen aktuelle Storys über Wien im internationalen Kontext aus den verschiedensten Perspektiven vor allem aus Kultur, Wirtschaft und Politik. Weitere Schwerpunkte sind die elf mittel-, süd- und osteuropäischen Partnerstädte der Stadt Wien sowie die Entwicklung der Europäischen Union.

Mehrere enjoy Vienna-Ausgaben durcheinander
Larry Hagman hält enjoy Vienna in der Hand

enjoy Vienna freut sich seit über 40 Jahren über eine treue LeserInnenschaft

Das Onlinemedium ist eine Ergänzung zum monatlich erscheinenden Printprodukt Enjoy Vienna (Auflage 115.000 Stück), das vor allem als Incomingzeitung bei der Ankunft am Wiener Flughafen gratis erhältlich ist und welweit gratis versendet wird. Beide Produkte erscheinen in Deutsch und Englisch.

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