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Sozialsystem - Der Wiener Weg

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Sozialsystem - Der Wiener Weg

Erste soziale Maßnahmen gehen auf Kaiser Josef II. (1741–1790) zurück (Findelversorgung, Armeninstitute), der 1784 in Wien eines der größten Findelhäuser der Welt gegründet hat. Im Wesentlichen waren Not leidende Menschen in Wien aber bis zum Ersten Weltkrieg auf private Fürsorge und Wohltätigkeit angewiesen.

Im Dezember 1917 wurde erstmals in der Geschichte des Habsburgerstaates ein Ministerium für soziale Fürsorge eingerichtet. Es setzte jedoch keine einschneidenden Maßnahmen um.

So blieb es sozialdemokratischen Politikern der Ersten Republik wie Ferdinand Hanusch und Julius Tandler vorbehalten, ein umfassendes Sozialsystem aufzubauen.

Ferdinand Hanusch - Architekt des österreichischen Sozialsystems
Ferdinand Hanusch schwarz-weiß-Porträt

Nach Ausrufung der Ersten Republik setzte die Provisorische Nationalversammlung am 30. Oktober 1918 eine eigene Regierung ein, der Ferdinand Hanusch als Staatssekretär für Soziales (was damals einem Ministerrang entsprach) angehörte. In den kommenden zwei Jahren, bis zu seinem Rücktritt Ende Oktober 1920, schuf Hanusch das bedeutendste soziale Maßnahmenbündel in der Geschichte Österreichs. Seine Reformen lassen sich in drei Etappen unterteilen.

In einem ersten Schritt – er umfasst die Epoche von November 1918 bis März 1919 – wurden folgende Gesetze beschlossen: die Schaffung des Arbeitslosengeldes (6. November), die Sonn- und Feiertagsruhe (12. November), der Achtstundenarbeitstag (19. November), die Ausweitung der Arbeitslosenunterstützung auf Angestellte (20. November) sowie die Aufhebung der Arbeitsbücher (25. Januar 1919), die zuvor ArbeiterInnen in ein starkes Abhängigkeitsverhältnis zu UnternehmerInnen gebracht hatten.

Die nächste Etappe – ihre Umsetzung währte von März bis August 1919 – umfasst unter anderem das Sozialisierungsgesetz (14. März), die Invalidenentschädigung (25. April), das Nachtarbeitsverbot für Frauen und Jugendliche (14. Mai), das Betriebsrätegesetz (15. Mai) und das Urlaubsgesetz (30. Juli).

Schließlich kam es in einer dritten Phase zum Kollektivvertragsgesetz (18. Dezember), zur Errichtung von Arbeiterkammern (26. Februar 1920) und zum Arbeitslosenversicherungsgesetz (24. März 1920). Damit wurden binnen weniger Monate zahlreiche langjährige Forderungen der Arbeiterschaft erfüllt und Österreich avancierte zu einem der sozial fortschrittlichsten Länder der Welt. In vielen Fällen - Arbeitslosenunterstützung, Urlaubsanspruch - war Österreich der erste Staat der Welt, der derartiges einführte.

Im Januar 1921 wechselte Hanusch auf den Posten des Direktors der Wiener Arbeiterkammer, deren Einrichtung auf eines seiner Gesetze zurückging. Diese Funktion sollte er bis zu seinem allzu frühen Tod am 28. September 1923 innehaben. Hier gelang es ihm, sein sozialpolitisches Reformwerk abzusichern und abzurunden.

In kurzer Zeit hatte Hanusch so die Grundlagen des modernen österreichischen Sozialstaates geschaffen.

Julius Tandlers Sozialpolitik

Julius Tandler wurde im Jahr 1919 in den Wiener Gemeinderat gewählt. Am 9. Mai 1919 erfolgte seine Bestellung zum Unterstaatssekretär und Leiter des Volksgesundheitsamtes. Im November 1920 wechselte er zur Stadt Wien, wo er als amtsführender Stadtrat für das Wohlfahrts- und Gesundheitswesen in den folgenden Jahren mit großem Engagement gegen die noch kriegsbedingten Mängel im Gesundheitssektor, unter denen besonders die Kinder zu leiden hatten, sowie für den Ausbau der Fürsorge kämpfte. Es entstand das „Wiener System“ der Fürsorge.

Ganz besonders engagierte sich Julius Tandler in der Bekämpfung der hohen Säuglingssterblichkeit und der Tuberkulose, die auf Grund ihrer Häufigkeit international als „Wiener Krankheit“ bekannt war. Soziale Hilfe wurde unter Tandlers Amtszeit von einer nach Gutdünken gewährten Gnade zum Recht für alle, die sie brauchten. Tandlers Sozialpolitik wurde weltweit zum Vorbild.

Im Wien der Zwischenkriegszeit entstand ein Netz von Kindergärten und Kinderhorten, Mutterberatungsstellen und Schulzahnkliniken – alles Einrichtungen, wie es sie in dieser Art und Dichte sonst nirgendwo gab. Diese Institutionen sind heute noch Säulen der Wiener Jugendwohlfahrt.

Gratis-Kindergärten seit 2009

So wurde im Herbst 2009 für Kinder von null bis sechs Jahren der beitragsfreie Kindergarten in städtischen Einrichtungen eingeführt. Private Kindergärten, Kindergruppen und Tageseltern erhalten Förderungen von der Stadt, die es einem Großteil dieser Einrichtungen ermöglichen, ebenfalls beitragsfreie Plätze anzubieten. Außerdem wurde ein verpflichtendes Kindergartenjahr für alle Fünfjährigen eingeführt. Seit Jahresbeginn 2009 bis 2011 konnten insgesamt 6.500 neue Kindergartenplätze geschaffen werden.

Gruppenbild von Kindergartenkindern

Wien bietet ausreichend Kinderbetreuungsplätze

Der Wiener Weg der Jugendwohlfahrt

In den 60er Jahren prägte die Wiener Vizebürgermeisterin Gertrude Fröhlich-Sandner den so genannten „Wiener Weg der Jugendwohlfahrt“, der den Übergang von der „Jugendfürsorge“ zur „Familiensozialarbeit“ markierte. Tandlers Ausspruch „Wer Kindern Paläste baut, reißt Kerkermauern nieder“ hat übrigens in der Wiener Jugendwohlfahrt heute noch Gültigkeit. Dies beweist die Reform „Heim 2000“, die das Ziel hatte, Großinstitutionen zu schließen und die betroffenen Kinder und Jugendlichen in Wohngemeinschaften zu übersiedeln, aber auch vermehrt regionale Angebote zu schaffen.

Noch heute kämpft das Jugendamt gegen die Vernachlässigung von Kindern. Im Jahr 2011 bearbeitete das Wiener Jugendamt 10.518 Gefährdungsabklärungen. Gegenwärtig versucht man professionelle Problemlösungen aufzuzeigen, damit die Chancen auf eine Rückkehr des betroffenen Kindes in eine positiv veränderte Familiensituation steigen.

Ende 2011 lebten rund 3.300 Wiener Kinder nicht in ihren Familien. Etwa die Hälfte davon war in Pflegefamilien untergebracht, die andere Hälfte wurde institutionell betreut, eine kleinere Gruppe lebte bei Verwandten.

Sozialpolitik nach Kriegsende

Die 1873 vom Magistrat ernannten Armenräte, die auf die Gesetzgebung von Kaiser Josef II. zurückgehen, wurden im „Roten Wien“ 1921 zu Fürsorgeräten umgewandelt, es gab etwas mehr als 6.000 davon in Wien. Das System wurde vom Nationalsozialismus zerschlagen. Im Jahr 1945 war klar, dass das System der Fürsorgeräte möglichst schnell wieder aufgebaut werden musste. Zur Nachkriegsnot der Wiener Bevölkerung kamen noch die Flüchtlinge, die heimkehrenden Soldaten und die Ausgebombten. Ab Jänner 1946 gab es in Wien mehr als 4.000 Fürsorgeräte. Das bewährte System der Ersten Republik funktionierte wieder. Als bessere Form der Wärmestuben wurden im Herbst 1946 die ersten 45 PensionistInnenklubs eröffnet. Heute haben die Klubs nicht mehr die Aufgabe Not zu lindern, sondern sind moderne, flächendeckend über Wien verteilte Kommunikationszentren für die ältere Generation.

Auch für andere soziale Dienste der Stadt Wien wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege wurde bereits 1946 der Grundstein gelegt. Diese Dienste wurden im Laufe der Jahrzehnte wesentlich ausgebaut. Seit den 60er Jahren wurden nach und nach Essen auf Rädern, Reinigungsdienst, Wäschedienst, Besuchsdienst, Reparaturdienst, Familienhilfe und Kinderbetreuung für zuhause eingerichtet.

Das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz

Eine wesentliche Änderung des gesamten Sozialsystems brachte das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) von 1955. Vieles, was die Gemeinde und andere Stellen als Hilfe gewährleisteten, wurde von einem Akt der Fürsorge zu einem Rechtsanspruch. Die neue Situation erforderte professionelle Arbeit durch ganztägig eingesetztes Personal. Der Gemeinderat beschloss am 19. November 1969 das Ende der Tätigkeit der Fürsorgeräte, es begann eine neue Ära.

Das ASVG schrieb die soziale Absicherung der Erwerbstätigen fest.
Drei wichtige Aufgaben sind mit dem Beschluss der Urfassung des ASVG 1955 vollbracht worden: Eine Kodifizierung des Sozialrechtes, seine Austrifizierung nach der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft und der Besatzung und schließlich eine Reihe von Verbesserungen gegenüber dem vorherigen Stand – wie etwa die freie Arztwahl, das 13. Monatsgehalt und die Ausgleichszulage für MindestpensionistenInnen.

Damit bekam Österreich eines der fortschrittlichsten Sozialsysteme aller OECD-Länder: Von wenigen Ausnahmen abgesehen sind alle Erwerbstätigen und ihre Familien gegen Risiken versichert, der soziale Ausgleich zwischen Kinderlosen und Familien funktioniert durch die Mitversicherung bis heute.

Aus Altersheimen werden „Häuser zum Leben“

Die Altersheime der 50er Jahre bedurften einer dringenden Reform. Es galt, ein neues Modell zu finden. Vorbilder waren dänische und schwedische Altersheime, in denen die HeimbewohnerInnen eigene Wohnungen erhielten. Im Jahr 1960 wurde das Kuratorium Wiener Pensionistenheime gegründet. 1997 wurden die Pensionistenheime in Pensionisten-Wohnhäuser umbenannt. Durch die sozialen Dienste bleiben alte Menschen länger zu Hause. Die Häuser wurden daher um Betreuungsstationen erweitert und die ehemaligen Altersheime in Pflegeheime umgewandelt.

Pflegerin spielt Brettspiel mit älteren Menschen
Eingang zu einem PensionistInnenwohnhaus

In "Häusern zum Leben" leben PensionistInnen in einer eigenen Wohnung, aber mit Betreuung

Wien als Vorreiter im kommunalen, sozialen Wohnbau

„Wenn wir einst nicht mehr sind, werden diese Steine für uns sprechen“ - dieser Satz von Karl Seitz prägt bis heute die Wiener Wohnbaupolitik.

Karl Seitz wurde 1923 Bürgermeister von Wien und stand mehr als zehn Jahre lang an der Spitze des großen kommunalen Aufbauwerkes (Wohnbauten, Schulwesen, Sozialreformen), das das „Rote Wien“ weltweit berühmt machte.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Arbeiterschicht in Mietshauskasernen privater Hausherren unter unzumutbaren Wohnverhältnissen.

Zur Linderung der Wohnungsnot entstanden um die Jahrhundertwende erste Ansätze eines Arbeiterwohnbaus in Form von Werkswohnungen, wie sie z.B. von der Floridsdorfer Lokomotivfabrik, der Firma Brevillier & Urban oder von karitativen Stiftungen und Vereinen errichtet wurden.

Am 21. September 1923 beschloss der Gemeinderat erstmals ein 5-jähriges Bauprogramm, das die Errichtung von 25.000 Wohnungen aus Steuermitteln vorsah, um dem Elend in den überbevölkerten Quartieren entgegenzuwirken.

Karl-Marx Hof

Die Errichtung dieser so genannten „Superblocks“ mit ihren integrierten, kollektiv nutzbaren Wohnfolgeeinrichtungen wie Zentralwaschhäusern, Kindergärten, Mütterberatungsstellen, Volksbibliotheken, Veranstaltungs- und Versammlungssälen, Werkstätten und Geschäftslokalen der Konsumgenossenschaft war natürlich auch stark politisch motiviert und ermöglichte die Schaffung von rund 65.000 neuen Wohnungen innerhalb nur eines Jahrzehnts.

1934–45 stagnierte die Wohnbautätigkeit, durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg waren 1945 86.875 Wohnungen unbewohnbar. 1954 wurde der Grundstein für 100.000 Gemeindewohnungen gelegt, bis 1958 war der Wiederaufbau größtenteils abgeschlossen. 1945–93 wurden in Wien 150.000 Gemeindewohnungen errichtet.

Heute werden jährlich rund 7.000 neue geförderte Wohnungen in Wien errichtet und rund 10.000 Wohnungen gefördert saniert. Die Stadt Wien hat die Wohnbauinitiative 2011 ins Leben gerufen, um die Bereitstellung leistbarer Wohnungen für die Wiener Bevölkerung zu gewährleisten. Diese Maßnahmen sorgen nicht nur für mehr Lebensqualität, sondern bedeuten auch einen wichtigen Beschäftigungsimpuls: Die Wiener Wohnbaumaßnahmen sichern jährlich zehntausende Arbeitsplätze.

In keiner anderen Großstadt Europas ist das Wohnungsangebot gemessen an der Einwohnerzahl größer als in Wien, und wohl auch deshalb liegen die Wohnungsmieten in Wien im europäischen Durchschnitt. Mit der Einführung der Allgemeinen Wohnbeihilfe im Jahr 2001 hat die Stadt einen wichtigen Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit getan. Seitdem können auch Familien in privaten Mietwohnungen Wohnbeihilfe beziehen.

Die charakteristischen Bögen des Karl-Marx-Hofs
Denkmal vor Karl-Marx-Hof, schwarz-weiß Fotografie

Der Karl-Marx-Hof ist einer der bekanntesten Gemeindebauten in Wien

Größter kommunaler Hausherr Europas

Von den rund 1,7 Millionen in Wien lebenden Menschen lebt jede/r vierte Wiener/in in einem Gemeindebau. Insgesamt besitzt die Stadt Wien rund 220.000 Gemeindewohnungen. Sie ist damit die größte Hausverwaltung Europas. Jährlich vergibt Wien rund 10.000 Gemeindewohnungen.

Fonds Soziales Wien

Als Meilenstein der Öffentlichen Sozialverwaltung in Wien kann die Ausgliederung großer Bereiche wie Altenpflege, Behindertenwesen, Wohnungslosenhilfe und anderes in den „Fonds Soziales Wien“ unter der derzeitigen Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely bezeichnet werden.

Mit dem „Fonds Soziales Wien“ und der Magistratsabteilung 15 wurden optimale Organisationsstrukturen geschaffen, damit die hohen Sozialstandards in Wien auch für die kommenden Jahre gesichert bleiben.

Sozialzentren: moderne soziale Dienstleister

Die Wiener Sozialzentren bieten für Menschen in schwierigen Lebenssituationen Unterstützung in Form von finanzieller Hilfe sowie sozialarbeiterische Beratung und Betreuung an. Personen, die über kein oder ein zu geringes Einkommen (unterhalb des Mindeststandards) verfügen, können Mindestsicherung beantragen. Die Anspruchsvoraussetzungen für die Zuerkennung von Leistungen der Mindestsicherung sind vielfältig und immer im Einzelfall zu beurteilen. Diese Hilfe dient der Sicherung des Lebensunterhaltes und des Wohnkostenbeitrages.

Die Wiener Wohnungslosenhilfe sorgt für Beratung und Betreuung wohnungsloser Menschen. An rund 400 Standorten in Wien verfügt die Institution über rund 4.800 Wohnungsplätze in Einrichtungen und Einzelwohnungen. Rund 8.200 Menschen nehmen das Angebot pro Jahr in Anspruch. Hier verzeichnet das Projekt „wohnbasis“ Erfolge und sorgt auch international für Aufmerksamkeit. Ziel ist die Reintegration in den regulären Wohnungsmarkt bzw. in eine spezielle Dauerunterbringungsmöglichkeit.

Pflege und Betreuung älterer Menschen

Die Stadt Wien verfügt über ein breit gefächertes Angebot an qualitativ hochwertigen mobilen, ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen im Bereich der Pflege und Betreuung. Der Fonds Soziales Wien ist zuständig für die Zurverfügungstellung und die Förderung bzw. Finanzierung von Pflege- und Betreuungsleistungen. Art und Umfang der sozialen Dienste richten sich nach der individuellen Betreuungsnotwendigkeit. Mit der ambulanten Betreuung unterstützt die Stadt Wien ältere Menschen aktiv, damit sie möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung, in der eigenen Wohnung, leben können. 2010 nahmen rund 27.780 Personen mobile Dienste des Fonds Soziales Wien in Anspruch.

Zwei Pflegerinnen kümmern sich um bettlägrige Seniorin
Pfleger hilft Seniorin beim Händewaschen

Durch die mobile Hauskrankenpflege des "Fonds Soziales Wien" können Krankenhausaufenthalte für ältere Menschen vermieden oder verkürzt werden

Beratungszentren für Pflege und Betreuung zu Hause

Um Betroffenen und Angehörigen den Zugang zu den zahlreichen ambulanten Angeboten rund um Pflege und Betreuung zu erleichtern, führt die Stadt Wien insgesamt acht Beratungszentren. Zu bestimmten Zeiten bieten diese Zentren auch Informationsgespräche in serbischer, kroatischer, bosnischer und türkischer Sprache an.

Wien verfügt über eine Vielfalt an Unterstützungsangeboten wie Hauskrankenpflege, Heimhilfe, Besuchs- und Begleitdienst, Reinigungsdienst, Wäschedienst sowie Essen auf Rädern.

Kompetenzzentrum für stationäre Angebote

Die zentrale Servicestelle „Aufnahme in Wohn- und Pflegeheime“ in der Guglgasse ist das Kompetenzzentrum für alle stationären Angebote der Stadt Wien. Die Serviceeinrichtung stellt den einfachen Zugang zu allen privaten und städtischen Pflege- und Betreuungseinrichtungen sicher.

Tageszentren für Seniorinnen und Senioren
Die derzeit zehn Tageszentren für SeniorInnen des FSW und die elf Zentren privater Träger sind wichtiger Bestandteil des Betreuungsangebotes für ältere Menschen in Wien. Damit sollen auch pflegende Angehörige entlastet werden. In Tageszentren für Seniorinnen und Senioren werden ältere Menschen tagsüber individuell betreut. Ein strukturierter Tagesablauf, bedarfsgerechte Pflege, Gruppen- und Einzelangebote sowie soziale Kontakte holen die BesucherInnen aus ihrer Isolation, wirken der Vereinsamung entgegen und fördern persönliche Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Medizinische Hauskrankenpflege
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen pflegen und betreuen kranke und behinderte Menschen jeden Alters zu Hause. Das Angebot der Hauskrankenpflege kann erst nach der Verordnung eines Arztes in Anspruch genommen werden. Die Betreuung erfolgt unter Mithilfe zahlreicher PflegeexpertInnen für spezielle Pflegebehandlungen. Dies ermöglicht, dass Kranke, Behinderte und alte Menschen in den eigenen vier Wänden betreut und gepflegt werden. Dadurch können Krankenhausaufenthalte vermieden oder verkürzt und Pflegeheimeinweisungen vermieden werden. Wie oft die mobile Hauskrankenpflege in Anspruch genommen werden kann, richtet sich nach der Schwere der Krankheit, den individuellen Bedürfnissen und der jeweiligen Lebenssituation.
Weichenstellung für das 21. Jahrhundert

Mit dem „Fonds Soziales Wien“ sind die Weichen für ein Sozialsystem in Wien unter den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gestellt worden.

Ziele sind unter anderem: Verbesserung der Gesundheit und des Gesundheitsbewusstseins der Bevölkerung; Unterstützung in den sozialen Grundbedürfnissen Wohnen und Arbeit für bedürftige Menschen; medizinische, psychische und soziale Beratung, Behandlung und Betreuung sowie Pflege von bedürftigen Menschen; Präventionsmaßnahmen zur Vorbeugung und Verhinderung bzw. Verringerung einer Bedürftigkeit; Rehabilitation und gesellschaftliche Integration dieser Zielgruppen.

Der Fonds Soziales Wien mit seinen mehr als 20.000 Beschäftigten in über 150 PartnerInnenorganisationen stellt einen effizienten Einsatz von Geldmitteln im Gesundheits- und Sozialbereich sicher. Mit jährlich rund 630 Millionen Euro aus Steuermitteln der Stadt Wien können soziale Dienstleistungen auch in Zukunft in hoher Qualität gewährleistet werden.

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