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Vienna´s weekly European journal

Stadt des Wissens - Wissenschaft und Forschung

Wissenschaft & Forschung

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Stadt des Wissens - Wissenschaft und Forschung

Es sei wesentlich für die Stadt, so Bürgermeister Dr. Michael Häupl, im Wettbewerb der Wissenschaften, der Ideen, des Geistes und der Kreativität zu reüssieren, um hoch qualifizierte Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern. Kurzum: Ziel ist, Wien zur Forschungshauptstadt von Mittel- und Osteuropa zu machen.

Wien repräsentiert zurzeit mit mehr als 176.000 Studierenden an öffentlichen und privaten Universitäten sowie Fachhochschulen einen der größten Hochschulstandorte im deutschsprachigen Raum. Wien (Universitätsgründung 1365) ist eine der ältesten Universitätsstädte Europas und damit schon immer eine Stadt des Wissens und der Forschung.

Im Studienjahr 2011/12 zählte Wien 162.323 Studentinnen und Studenten an öffentlichen Universitäten, davon über 50 Prozent Frauen. 122.614 Studierende kommen aus Österreich, knapp die Hälfte davon stammt nicht aus Wien. Von den 39.709 Ausländerinnen und Ausländern kommen 25.957 aus der EU und 13.752 aus dem restlichen Europa. 42 Prozent der Studierenden an den Universitäten der Künste (Akademie der bildenden Künste Wien, Universität für angewandte Kunst Wien, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) kommen aus dem Ausland, an den wissenschaftlichen Universitäten sind es knapp 24 Prozent. An Privatuniversitäten studierten 2011/12 2.817 Personen. Das Studienjahr 2010/11 brachte in Wien (inklusive Privatuniversitäten) insgesamt 16.999 Jungakademikerinnen und Jungakademiker hervor, 56 Prozent davon Frauen, 1.246 erwarben einen Doktortitel. Bei den Doktorinnen und Doktoren beträgt der Frauenanteil 44,6 Prozent.

Mit neun öffentlichen und sechs privaten Universitäten sowie fünf Fachhochschulen und an die 1000 außeruniversitären Forschungsinstituten bietet die Stadt eine vielfältige Forschungslandschaft.

Globen und Fernrohr in Ausstellungsraum des Globenmuseums
Parabolspiegel in der Kufner Sternwarte

Aus Wien in den Weltraum blicken: Zahlreiche Einrichtungen von der Urania über die Kuffner Sternwarte bis hin zum Globenmuseum machen es möglich

Fachhochschulen boomen

2010/11 brachten die Fachhochschulen 3.440 Absolventinnen und Absolventen hervor. Die Anzahl der Studierenden an Fachhochschulen stieg zwischen 2007/08 und 2010/11 um 63 Prozent. Im Gegensatz zu den Universitäten sind die Fachhochschulen aber noch ein Minderheitenprogramm: Im Studienjahr 2010/11 standen 11.582 FH-Studierende 162.323 Studierenden an den Universitäten gegenüber, das sind nicht einmal sieben Prozent aller Studentinnen und Studenten in Wien. Besonders beliebt an den Fachhochschulen sind die Ausbildungsbereiche Wirtschaft, Technik und Ingenieurswissenschaften.

Universität Wien: lange Geschichte - große Erfolge

Immerhin neun Forscher, deren Karrieren eng mit der Universität Wien verknüpft waren, erhielten bisher den Nobelpreis: der Otologe Robert Bárány (1914 Nobelpreis für Medizin), der Psychiater Julius Wagner-Jauregg (1927 Nobelpreis für Medizin), der Chemiker Hans Fischer (1930 Nobelpreis für Chemie), der Immunologe Karl Landsteiner (1930 Nobelpreis für Medizin), der Physiker Erwin Schrödinger (1933 Nobelpreis für Physik), der Physiker Viktor Franz Hess (1936 Nobelpreis für Physik), der Physiologe und Pharmakologe Otto Loewi (1936 Nobelpreis für Medizin), der Biologe Konrad Lorenz (1973 Nobelpreis für Medizin) sowie der Nationalökonom Friedrich A. von Hayek (1974 Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften).

Mediziner präsentiert auf Riesenbildschirm, Mann hört zu
Fahnen vor der Medizinischen Universität Wien

Die medizinische Forschung hat Tradition in Wien und ist noch immer top

Forschungsstandort Wien heute

Wien ist das Zentrum der österreichischen Forschung: mit über 1.000 privaten und öffentlichen Forschungsstätten, beinahe 35.000 Forscherinnen und Forschern sowie über zwei Milliarden Euro, die jährlich für Forschung ausgegeben werden, übernimmt Wien eine Vorreiterrolle. Über 40 Prozent aller Forschenden in Österreich sind in Wien tätig. 43 Prozent der gesamtösterreichischen Forschungsausgaben fallen auf die Bundeshaupt. Der Förderungsschwerpunkt liegt auf Stärkefeldern wie Life Sciences, Creative Industries, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie Verkehr und Logistik.

Die Wiener Forschungsquote von über drei Prozent liegt über dem österreichischen Durchschnitt von 2,63 Prozent (Stand Jänner 2009).

Neue Hochtechnologiezentren

Bereits 20 Prozent aller in Wien unselbständig Beschäftigten sind im Technologiebereich tätig. Betrachtet man die Forschungs- und Entwicklungsausgaben des öffentlichen Sektors in Prozenten des Bruttoregionalprodukts, liegt Wien an vierter Stelle im Ranking europäischer Städte. Dies resultiert aus dem Umstand, dass Wien – gemessen an seiner Größe – ein überproportional bedeutsamer Standort für Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie z.B. die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist. Wien schuf darüber hinaus neue Hochtechnologiezentren wie das Tech Gate Vienna, Wiens ersten Wissenschafts- und Technologiepark jenseits der Donau bei der UNO City, den Business und Science Park TECHbase in Floridsdorf, das Business & Research Center auf dem Höchstädtplatz, das Campus Vienna Biocenter und das Media Quarter Marx.

Perspektiven jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

„Förderung exzellenter Wissenschaft in Projekten von sichtbarer Größe“ und „Stärken verstärken“ lauten die Mottos des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF), der von Bürgermeister Dr. Michael Häupl und DDr. Bernhard Görg im Jahr 2001 gegründet wurde. Der Fonds kann ein Jahresbudget von durchschnittlich sieben Millionen Euro als zusätzliches Fördermittel für den Forschungsstandort Wien kalkulieren.

Dazu kommen jene Mittel des Zentrums für Innovation und Technologie (ZIT), das sich längst als Technologieagentur Wiens und Technologieförderer im Unternehmenssektor etablieren konnte. Der WWTF leistet damit einen Beitrag zum Ausbau kritischer Größen am Forschungsstandort Wien, zur intensiveren Vernetzung der Wiener Forschungseinrichtungen und Forschergruppen, insbesondere im Rahmen internationaler Partnerschaften sowie zur Verwirklichung mittelfristiger Nutzen- und Verwertungspotenziale für den Standort Wien. Darüber hinaus verstärkt er die Ankerfunktion der Forschungseinrichtungen für forschungsintensive Unternehmen am Standort Wien.

Außerdem wurde vom WWTF das Programm „Vienna Research Groups for Young Investigators“ ins Leben gerufen, eine Nachwuchsförderung für junge Forscherinnen und Forscher, die in Wiens wichtigen Forschungsfeldern tätig sind.

Das ZIT wiederum ist für die Förderung betrieblicher Forschung und Innovation in Wien und die öffentlichkeitswirksame Vermarktung ebendieser (z.B. durch den Content Award) verantwortlich. 2011 liegt der Schwerpunkt auf Green Innovation, Life Sciences und From Science to Product.

Lachender Bub und Mädchen mit Spielzeug und Fernrohr

Forschung auch für die Kleinsten

Forschung für alle

Wiener Forscherinnen und Forscher entwickeln Impfstoffe und analysieren die Wirtschaftsentwicklung. Wiener Kinder gehen an der Kinderuni der Frage nach, ob Nemo sprechen kann. Im math.space verlieren sie die Scheu vor der Mathematik. Die "Wiener Vorlesungen" bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Seit ihrer Gründung 1987 nahmen rund 550.000 BesucherInnen an mehr als 1200 Veranstaltungen von insgesamt 5.000 Vortragenden teil. Das Programm der Wiener Volkshochschulen "University meets public" ermöglicht Wienerinnen und Wienern, Vorlesungen von Hochschulprofessorinnen und -professoren zu besuchen und mit berühmten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihre Thesen zu diskutieren. Der Vermittlung von Wissenschaft und Forschung auf niederschwellige Weise verschreibt sich auch das Forschungsfest. Nach den großen Erfolgen des Festes am Rathausplatz und im Prater, machten 2011 beim Forschungsfest on Tour Wiener Universitäten, private Forschungsinstitute und Unternehmen Innovationen erlebbar.

Wien im Europäischen Forschungsraum

Die Beteiligung der Stadt Wien an den EU-Forschungsrahmenprogrammen kann sich sehen lassen. Im sechsten Rahmenprogramm (2002 bis 2007) entfielen 51,3 Prozent der österreichischen Beteiligungen auf Wien. Wien punktet durch die österreichweit gesehen größte thematische Vielfalt an Beteiligungen sowie durch Schwerpunkte in den Bereichen "Information Society Technologies" und "Life sciences, genomics and biotechnology for health". Im seit 2007 laufenden 7. EU-Forschungsrahmenprogramm aktiv sind u.a. die VITE, Vienna IT Enterprises, ein Projekt des WWTF. Das Netzwerk für IT-Unternehmen, Forschungs-, Entwicklungs- und Bildungseinrichtungen engagiert sich unter dem Titel „Centrope ICT Technology Transfer“ für Kooperationen im IT-Bereich in der Region Centrope.

Neben der europaweiten Forschungskooperation ist für Wien auch die Zusammenarbeit in der Centrope Region von besonderer Bedeutung. Zahlreiche Kooperationen zwischen Universitäten, Unternehmen und Forschungsnetzwerken bieten das Potenzial, einen nachhaltigen Modernisierungs- und Leistungsschub für Wissenschaft, Forschung und Innovation in der Region zu initialisieren.

Die Wiener Schule für klinische Forschung (Vienna School of Clinical Research) hat die Etablierung eines „Centers of Excellence“ für Schulungen in klinischer Forschung sowie die Förderung der klinischen Forschung zum Ziel. Insbesondere in Zentral- und Osteuropa sowie im Mittleren Osten und in Entwicklungsländern soll Ärztinnen und Ärzten den EU-Standards entsprechendes Wissen vermittelt werden. Mit Jahreswechsel 2011/12 übersiedelte diese Einrichtung nach Neu Marx.

Modellbild Mediaquarter Marx 3

Eines von drei Gebäuden des Media Quarter Marx

In der Mitte Europas

Die gute Positionierung des Forschungs- und Technologiestandorts Wien in der Mitte Europas bestätigt sich in den so genannten Stärkefeldern Wiens. Das sind Life Sciences (Biotechnologie und Pharmabereich), Mathematik, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), die Creative Industries sowie Automotive, Verkehr & Logistik.

Wien ist zwar noch kein Life-Sciences-Standort von weltweiter Bedeutung, spielt jedoch durchaus in der europäischen Liga mit. Die Beschäftigung in den Life Sciences wuchs in den vergangenen Jahren in Wien recht kräftig. In der Vienna Region sind 171 Unternehmen im Life Sciences-Sektor tätig, 82 Prozent davon sind in Wien angesiedelt. Diese 140 Unternehmen bieten über 9.600 Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Jährlich werden über zehn Neugründungen registriert. Zentren der Life Sciences sind unter anderem der neue Standort des Austrian Institute of Technology (AIT) in der Muthgasse im Bereich der Bio-Nanotechnologie und der Campus Vienna Biocenter in der Bohrgasse, Österreichs größter Standort für Biowissenschaften mit über 1.400 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus über 40 Ländern.

IKT hingegen hat in Wien die breiteste Basis, damit ist die Stadt jetzt schon einer der größten IKT-Standorte Europas mit großem Anstieg der Beschäftigung.

Weitere Wissenschaftsförderungen der Stadt Wien

- Jubiläumsfonds für die Wirtschaftsuniversität Wien
- Jubiläumsfonds für die Österreichische Akademie der Wissenschaften
- JOSZEF Programm für Mittel- und Osteuropa der WU Wien (die Stadt unterstützt mit sechs zusätzlichen Stipendien junge Nachwuchsführungskräfte aus Mittel- und Osteuropa)
- Medizinisch-Wissenschaftlicher Fonds des Bürgermeisters
- Hochschuljubiläumsstiftung
- Viktor Frankl Fonds der Stadt Wien
- Fonds für innovative interdisziplinäre Krebsforschung
- PhD Stipendien für Frauen an der Technischen Universität

Modellbild neue Wirtschaftsuniversität Wien

Der neue Campus der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) von Architektin Zaha Hadid

Ausblick

Durch das Projekt „TU Univercity 2015“ soll sich der historisch gewachsene Standort der Technischen Universität Wien zu einem modernen Campus entwickeln. Bis zu den 200-Jahr-Feierlichkeiten 2015 werden damit optimale Rahmenbedingungen für MitarbeiterInnen und Studierende geschaffen. Räumliche Veränderungen stehen auch der Wirtschaftsuniversität Wien bevor. Im Wintersemester 2013 soll der Lehrbetrieb am „Campus WU“ in der Leopoldstadt aufgenommen werden. Unter anderem von Stararchitektin Zaha Hadid entworfen, bietet der 100.000 Quadratmeter große Universitätscampus Platz für mindestens 25.000 Studierende.

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