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Vienna´s weekly European journal

Studieren in Wien

Archivierter Artikel vom: 
Dienstag, Oktober 11, 2011

Serie: Studieren in Europa

Studieren in Wien

1: Hauptuni Außenansicht
Das Hauptgebäude der Universität Wien wurde zwischen 1877 und 1884 von Heinrich von Ferstel im Stil des Historismus erbaut

Es werden Anmeldeformulare bearbeitet, Vorlesungsverzeichnisse durchstöbert, und in der Station Schottentor-Universität herrscht wieder reges Treiben. Mit dem Herbst finden auch die StudentInnen wieder den Weg in die Bundeshauptstadt.
Mehr als 650 Jahre Geschichte
Was Wien als Universitätsstadt vor allem für Studierende aus dem Ausland zu bieten hat, dass wird in diesem letzten Artikel der Serie „Studieren in Europa“ dargelegt. Die Stadt Wien kann auf mehr als 650 Jahre Geschichte als Universitätsstadt zurückblicken. Die Unterzeichnung der Gründungsurkunde durch Herzog Rudolf IV am 12. März 1365 machte die Alma Mater Rudolphina, so ihr lateinischer Name, zur ältesten noch bestehenden Universität im deutschen Sprachraum und zur zweitältesten Universität des Heiligen Römischen Reichs, nur die Karls-Universität in Prag ist älter.
Erstklassiges und vielseitiges Angebot
In all den Jahren ist die Universitätslandschaft Wiens natürlich gehörig gewachsen. Mittlerweile repräsentiert die Universität Wien 88.000 der insgesamt mehr als 150.000 Studierenden an Wiens öffentlichen Universitäten. Die neun öffentlichen, darunter die Technische Universität, die Universität für Bodenkultur und die Wirtschaftsuniversität sowie die sechs privaten Universitäten und fünf Fachhochschulen haben ein umfangreiches Studienangebot anzubieten. Von A wie Ägyptologie bis Z wie Zoologie, es können alle Interessensgebiete und Begabungen der Studierenden abgedeckt werden. Trotz mancher Probleme mit so genannten „Massenfächern“ ist die Universität Wien als einzige österreichische Vertreterin in der „Times“-Rangliste unter den Top 200 klassiert, nämlich auf Platz 139.
Bologna in Wien
Österreich ist seit Mai 1999 Teil des Bologna-Prozesses, das bedeutet, dass die Mehrheit der Studiengänge in den letzten Jahren bereits auf das Bachelor, Master und PhD-System umgestellt wurde. Ausnahmen bilden unter anderem die Lehramtsstudien, das Medizinstudium, Pharmazie und die Rechtswissenschaften. Dieses dreigliedrige System mit seinen standardisierten Leistungsverrechnungen in Punkten, das so genannte European Credit Transfer System (ECTS), erleichtert den Wechsel zwischen verschiedenen Universitäten landes- sowie europaweit. So kann nach einem Germanistik-Bachelor an der Uni Bukarest ein Master an der Universität Wien angeschlossen werden. Aber Achtung, trotz aller versprochenen Erleichterungen bei der gegenseitigen Anrechenbarkeit ist die Zulassung leider oft mit viel Bürokratie und der Auflage von zusätzlichen Prüfungen verbunden.


2: "Die Angewandte" Außenansicht
3: Zaha Hadid
Zaha Hadid (re.) lehrt an der international sehr hoch geschätzten Universität für Angewandte Kunst

Vielfalt an Nationalitäten
Dennoch, so schnell lassen sich alle nicht aus Wien stammenden, motivierten jungen Menschen zu Recht nicht abwimmeln. Mehr als die Hälfte der 150.000 Studierenden im Studienjahr 2009/10 sind sogenannte „Zuagroaste“, also Studentinnen und Studenten aus den restlichen acht Bundesländern Österreichs. Über 20.000 kommen aus anderen EU-Staaten, knapp 8.000 aus dem restlichen Europa und nicht ganz 3.000 aus Asien. Besonders beliebt bei ausländischen Studierenden sind die Universitäten der Künste. Sowohl die Akademie der Bildenden Künste, die Universität für Angewandte Kunst, die Universität für Musik und darstellende Kunst als auch die Privatuniversität Konservatorium Wien genießen ein international ausgezeichnetes Renommee. Nicht umsonst leitet Stararchitektin Zaha Hadid eine Masterklasse Architektur an der „Angewandten“. Aufnahmeprüfungen stellen sicher, dass die begabtesten BewerberInnen aufgenommen werden.
Studieren auf Tschechisch
Im Gegensatz zu den Kunstuniversitäten und den Fachhochschulen, bei denen auch ein Aufnahmeverfahren durchgeführt wird, ist der Zugang zu allen anderen öffentlichen Universitäten grundsätzlich frei. Ausnahmen bilden die Studiengänge Psychologie und Publizistik. Von Studierenden, die nicht Deutsch als Muttersprache haben, wird meist ein Deutschnachweis auf dem Sprachniveau B2 nach dem Gemeinsamen Referenzrahmen für Sprachen verlangt. Bachelor-Studiengänge an öffentlichen Unis und FHs werden fast ausnahmslos in deutscher Sprache angeboten. Englische Master abseits des Instituts für Anglistik sind jedoch schon zahlreicher vertreten. So sind fünf der 13 Masterstudien an der Wirtschaftsuniversität in englischer Sprache. Mit der Kenntnis von slawischen Sprachen kann vor allem beim Lehramtsstudium geglänzt werden. Dieses wird u.a. für die Unterrichtsfächer Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Tschechisch, Russisch, Slowakisch und Slowenisch angeboten.
Eine Frage des Geldes
Bei all diesen Angeboten stellt sich schlussendlich die Frage nach dem Geld. Das derzeitige Gesetz zu den Studienbeiträgen wurde im Juli vom österreichischen Verfassungsgerichtshof aufgrund von unpräzisen Bestimmungen gekippt. Mit der Regelung wurden 2008 die davor für alle zahlbaren Studiengebühren von rund 360 Euro pro Semester für viele, aber nicht für alle StudentInnen abgeschafft. Ausnahmen bestehen für „Langsame“ sowie Studierende aus verschiedenen Staaten. Weiters zahlen müssen alle Fachhochschul-Studierenden. Für besonders strebsame Studierende aller Nationalitäten werden Leistungsstipendien vergeben. Neben Vergünstigungen in Kinos, Museen und anderen Freizeiteinrichtungen erhält man mit dem Studierendenausweis auch ein vergünstigtes Semesterticket für die Wiener Linien und eine Krankenversicherung.


4: Bibliothek WU Wien Innenansicht
Auf den zahlreichen Leseplätzen der WU-Bibliothek kann eines der 810.000 gedruckten Werke studiert werden

Alles gegen den Frust
Neben den Beratungsstellen der Universität selbst, z.B. Studentpoint und das Büro Forschungsservice und Internationale Beziehungen (FSIB), stehen die Türen der Österreichischen HochschülerInnenschaft, kurz ÖH, jedem offen. Neben vielen Info-Foldern erhält man dort auch persönliche Betreuung und Beratung in und für alle Lebenslagen. Sollte all dies nichts helfen, und man will sich den Unifrust mal so richtig ausschwitzen - das Universitätssportinstitut (USI) bietet von Aikido bis Zumba alle möglichen sportlichen Betätigungen an.










Link:
Ausgewählte Universitäten
Universität Wien
Technische Universität Wien
Wirtschaftsuniversität Wien
Universität für Bodenkultur Wien
Medizinische Universität Wien
Informationen zu Stipendien
http://www.studentenberatung.at/studentenberatung/de/wien.htm
Privatuniversitäten in Österreich
österreichweiter Guide für Universitäten

Info:
Wiener Osteuropaforum
Das Wiener Osteuropaforum besteht seit dem Jahr 2009 als interdisziplinäre Forschungsplattform an der Universität Wien. Über 100 Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus sechs Fakultäten und elf Fachrichtungen vereinen hier ihre Kompetenzen zu Ost-, Ostmittel-, Südosteuropa und dem Baltikum.
Das Wiener Osteuropaforum bündelt die Osteuropaforschung der Universität Wien und macht sie fachübergreifend sichtbar. Sie soll auch den Austausch zwischen der Universität Wien und Bildungseinrichtungen in Südost- und Osteuropa verbessern sowie die gemeinsame Forschung vertiefen. StudentInnen aus Österreich, die in Osteuropa studieren möchten, werden unterstützt und das Kennenlernen der Universitätslandschaft in Südost- und Osteuropa gefördert.
Die Forschungsplattform möchte Wissenschafterinnen und Wissenschafter vernetzen und den Austausch zwischen Forschergenerationen intensivieren.

Forschungsplattform
Wiener Osteuropaforum
Universität Wien
wiener.osteuropaforum@univie.ac.at
www.osteuropaforum.at
Spitalgasse 2, Hof 3 (Campus)
1090 Wien

Studieren im Ausland:
Teil 1: Tschechische Republik
Teil 2: Kroatien
Teil 3: Russland
Teil 4: Serbien
Teil 5: Ungarn
Teil 6: Polen
Teil 7: Slowenien
Teil 8: Bulgarien
Teil 9: Rumänien
Teil 10: Bosnien-Herzegowina
Teil 11: Slowakei
Teil 12: Wien

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