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Umweltstadt Wien - 50:50 Grün

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Umweltstadt Wien - 50:50 Grün

Mehrmals in Folge wurde Wien vom internationalen Personalunternehmen Mercer zur Metropole mit der höchsten Lebensqualität weltweit gekürt. Im Städtevergleich konnte Wien bei mehreren umweltrelevanten Kriterien (z. B. bei Wasserqualität, Wasserverfügbarkeit, Abwasserbeseitigung, Abwassersysteme und anderen) Höchstnoten erzielen.

Aufgrund der Arbeitsplatzsituation weltweit ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt, weil es dort mehr Arbeitsplätze gibt und die Landwirtschaft nicht genug Einkommen bietet. Dadurch dehnen sich die Städte immer weiter aus. Freie, unbebaute Natur geht verloren. Lebten im Jahr 1900 nur etwa 15 Prozent der Menschheit in Städten, so war im Jahr 2000 erstmals mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung in Städten mit über 100.000 EinwohnerInnen ansässig - Tendenz stark steigend. Wachsen die Städte schneller als die Weltbevölkerung, sinkt die städtische Lebensqualität und die Umweltprobleme sind kaum in den Griff zu bekommen. Anders in Wien, das nach der Einwohnerzahl unter den ersten 200 Millionenstädten den 179. Rang einnimmt.

Wien ist anders

Die umfassende Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und die schnelle Erreichbarkeit von innerstädtischen Grünflächen sind Indikatoren, die dafür sprechen, dass Wien sich zu Recht Umweltstadt nennen kann. Wien zählt zu den „grünsten“ Millionenstädten der Welt. Laut einer Luftbildanalyse verfügt es über 51 Prozent Grünanteil. Statistisch gesehen kommen damit auf jeden Wiener 120 Quadratmeter Grünfläche. Durch neue Pflanzungen von Alleebäumen wird dieser Anteil laufend vergrößert, aber auch die Förderung von Innenhof- und Fassadenbegrünungen setzt Anreize zum weiteren Ausbau des Grünraumanteils.

Begrünte Fassade im Innenhof des Boutiquehotels
Begrünte Fassade des MA 48er Hauses

Klimaschutz im Kleinen: Fassadenbegrünungen werden von der Stadt Wien gefördert und tragen viel zu einem guten Mikroklima bei

Wie aber ist der Umweltschutz organisiert? In Wien sind eigene Geschäftsgruppen für den Bereich Umwelt zuständig. Die Bereiche Umweltschutz, Energieplanung, Kanalisation, Abfall, Wasserwirtschaft, Forst- und Landwirtschaft werden in eigenen Magistratsabteilungen organisiert und weiterentwickelt.

Die Wiener Umweltschutzabteilung mit ihren MitarbeiterInnen – einer Reihe von ExpertInnen für Umweltrecht, Lärmschutz, Naturschutz, Luftreinhaltung, etc. – ist für die rechtlichen und technischen Angelegenheiten im Umweltschutz verantwortlich. Das oberste Ziel der ExpertenInnen ist es, die Stadt Wien in der Gegenwart so zu gestalten, dass sie in 50 oder 100 Jahren ebenso gute, wenn nicht noch bessere Lebens- und Umweltbedingungen bietet.

Die grüne Stadt

Die Großstadt Wien ist eine grüne Stadt. Im Westen und Süden reicht der Wienerwald ins Stadtgebiet. Das größte Naturschutzgebiet stellt der Lainzer Tiergarten dar, fast gleich groß ist Wiens Anteil am Nationalpark Donauauen (jeweils rund 5,5 Prozent der Stadtfläche).

Im Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten ist noch der ursprüngliche Waldbestand des Wienerwaldes mit Buchen und Eichen erhalten. Hier sieht man in freier Wildbahn Wildschweine, Rehe und Hirsche. Die von Altarmen der Donau durchzogenen Donauauen am östlichen Stadtrand erstrecken sich auf einer Fläche von 2000 Hektar ; sie gehören zur größten zusammenhängenden Aulandschaft Mitteleuropas. In dem ursprünglichen Landschaftsgebiet sind zahlreiche seltene und zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten zu Hause.

Idyllischer Wasserarm im Naturschutzgebiet in der Lobau

Die Lobau gehört zu den letzten intakten Augebieten Europas

Das weithin bekannteste Landschaftsschutzgebiet Wiens – auch weil es als Teilstrecke des international immer beliebter werdenden Stadtmarathons dient – ist der Prater im 2. Bezirk. Er liegt mitten in Wien und zählt zu den rund 7.500 Hektar Wald im Sinne des Forstgesetzes, die die Stadt zu bieten hat und in denen rund 80 seltene, vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen vorkommen, die im „Arten- und Lebensraumschutzprogramm“ erwähnt sind.

Insgesamt sind 35,4 Prozent der Gesamtfläche Wiens nach einer Schutzkategorie erfasst. Es gibt Nationalparks, Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Geschützte Landschaftsteile, Ökologische Entwicklungsflächen und Geschützte Biotope sowie 429 Naturdenkmäler.

Das älteste noch vorhandene Naturdenkmal Wiens ist die tausendjährige Eibe (Taxus baccata) am Rennweg 12 im 3. Bezirk als Rest eines – der Überlieferung nach – uralten Eibenhaines aus der Römerzeit.

Saubere Luft und Klimaschutz

Ein heikles Thema ist die Sauberkeit der Luft in Großstädten. Umso mehr, wenn der Autoverkehr weiterhin zunimmt oder bestenfalls auf einem hohen Level stagniert. Um den CO2-Ausstoß zu senken ist die Stadt Wien im Jahr 1991 dem Klimabündnis beigetreten.

Die Bündnispartner haben sich zum Ziel gesetzt, zum aktiven Schutz des Regenwaldes beizutragen und aktiv dem weltweiten Treibhauseffekt entgegenzuwirken. Wien und alle anderen Mitglieder haben sich verpflichtet, bis zum Jahr 2010 die CO2-Emission jeweils in ihrem regionalen Bereich um 50 Prozent zu verringern, auf die Produktion und Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) zu verzichten sowie die Urbevölkerung Amazoniens bei ihrem Kampf für die Erhaltung des Regenwaldes zu unterstützen.

In der Magistratsdirektion ist zusätzlich eine eigene Klimaschutzkoordinationsstelle eingerichtet, die das Klimaschutzprogramm (KliP Wien) organisiert. Um ihre Verpflichtungen einzuhalten, hat der Gemeinderat der Stadt Wien 1999 das Klimaschutzprogramm KliP I und 2009 das KliP II beschlossen. Die bis zum Jahr 2010 gesteckten Ziele des KliP I, die Treibhausgasreduktion um 14 Prozent gegenüber 1990, wurden bereits 2006 erreicht. Das neue Ziel von „KliP II“ ist ebenso ambitioniert. Minus 21% Treibhausgasemissionen pro Kopf im Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 sollen erreicht werden. Mit den schon bisher durch das KliP I vermiedenen 3,1 Mio. Jahrestonnen werden im Jahr 2020 aufgrund der Umsetzung des KliP II zumindest rund 4,5 Millionen Jahrestonnen an Treibhausgasen vermieden.
 
Diese Ziele sollen durch effiziente Maßnahmen in verschiedenen Teilbereichen erreicht werden:
 
Im Bereich „Fernwärme und Stromerzeugung“ gilt es, das ambitionierte Ziel, nämlich die Erhöhung des Fernwärme-Anteils auf 50%, zu erreichen. Dieses Ziel soll durch kontinuierliche Ausbauplanung durch Wien Energie Fernwärme, durch den Ausbau der Netze sowie durch Effizienzsteigerungen und den Einsatz erneuerbarer Energieträger erreicht werden.

Charakteristische Hundertwasser-Fassade der Müllverbrennungsanlage Spittelau

Die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Fassade der Müllverbrennungsanlage Spittelau lockt jährlich tausende BesucherInnen in das Fernwärmewerk

Im Bereich Wohnen soll die Senkung des Heizwärmebedarfs durch die weitere Forcierung der thermischen Gebäudesanierung sowie durch die Verschärfung und Erhöhung der Wärmeschutzstandards im Neubau erreicht werden.
 
Im Handlungsfeld "Mobilität" werden Maßnahmenprogramme unterstützt, die vor allem dazu dienen, Verkehr zu vermeiden und den motorisierten Individualverkehr auf den so genannten "Umweltverbund" (Öffentlicher Verkehr, Fahrrad- und FußgängerInnenverkehr) zu verlagern. Von besonderer Bedeutung wird in Zukunft die Berücksichtigung des Radverkehrs sein. Auch die weitere Attraktivierung des FußgängerInnenverkehrs wird einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen leisten.

Es liegt an jedem einzelnen von uns, zur Klimarettung Treibhausgase zu vermeiden. Die wichtigsten bzw. am einfachsten umsetzbaren Schritte dazu sind z. B. Energie zu sparen, denn es muss nicht jedes Gerät ständig auf „Stand-by“ gestellt sein. Die Verwendung von Energiesparlampen statt Glühbirnen ist bereits für viele eine Selbstverständlichkeit. Energiesparlampen kosten zwar in der Anschaffung mehr als herkömmliche Glühbirnen, sie sparen jedoch 80 Prozent des Stroms und haben eine bis zu zehnmal längere Lebensdauer. Des Weiteren sollte man auf Produkte aus Aluminium (z.B. Getränkedosen) und mit (H)Fluorkohlenwasserstoffen verzichten sowie generell heimische Produkte mit langer Lebensdauer anschaffen. Die Bevorzugung von Lebensmitteln aus biologischer Landwirtschaft ist ebenso dienlich wie verstärkt von Fleisch auf Gemüse umzusteigen bzw. heimische Bachforellen anstelle von Meeresfischen und Shrimps zu essen.

Den vermutlich schwierigsten Schritt stellt das Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad dar. Kurze Intervalle, günstige Jahresnetzkarten, die Einführung von Nachtbussen sowie der Nacht-U-Bahn-Betrieb an Wochenenden stellen eine gute Alternative zum PKW dar. Diese Angebote sollte jede/r einzelne auch deshalb verstärkt nutzen, da der Verkehr einer der Hauptverursacher von Ozon und Stickstoffdioxid ist.

Fahrgäste vor einer U-Bahn in U-Bahn Station

Günstige Jahrestickets und gute Erreichbarkeit machen die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien immer attraktiver

Die flächendeckende Messung der Stadtluft führen stationäre Messstellen und mobile Messbusse durch. Gemessen werden die Werte von Ozon, Feinstaub, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid. Das Ergebnis wird stündlich aktualisiert und kann auf der Website der Stadt Wien (www.wien.at) jederzeit abgerufen werden.

Trinken aus der Wasserleitung

Dass Wien dank der Errichtung der I. und II. Hochquellenleitung 1873 bzw. 1910 über nicht versiegendes, reinstes Trinkwasser aus den Bergen verfügt, ist von unschätzbarem Wert.

Der pro Kopf-Verbrauch in Wien beträgt täglich rund 150 Liter Wasser – kein Problem dank der I. und II. Wiener Hochquellenleitung. Beide liefern rund 95 Prozent des Jahresverbrauchs von den Quellen der Rax, des Schneeberges, der Schneealpe sowie aus dem Gebirgsstock des Hochschwab. Mit Weitsicht wurden das Wiener Wasser und die Quellschutzwälder unter Stadtverfassungs-Schutz gestellt, sodass jedem Wiener Haushalt frisches, reines Trinkwasser jederzeit garantiert ist.

In die Stadt gelangt das Wasser im freien Gefälle über Stollen ohne Zuhilfenahme einer einzigen Pumpe und ohne Aufbereitung und wird aufgrund der Gravitationsenergie zusätzlich zur Stromproduktion verwendet.

Die I. Wiener Hochquellenleitung wurde nach dreijähriger Bauzeit am 24. Oktober 1873 mit der Inbetriebnahme des Hochstrahlbrunnens am Schwarzenbergplatz eröffnet, ist 120 Kilometer lang und wurde zum Symbol für die Befreiung von Wassernot und Seuchengefahr. Mit dem Jahr 1888 verfügten bereits über 90 Prozent der bewohnten Häuser des damaligen Stadtgebietes über eine angeschlossene Trinkwasserleitung. Dennoch war aufgrund der Eingemeindung der Vororte am Ende des 19. Jahrhunderts der Bau der II. Wiener Hochquellenleitung notwendig. Diese 180 Kilometer lange Wasserleitung bringt seit dem 2. Dezember 1910 in 36 Stunden Wasser vom Hochschwab nach Wien. Um für die Wiener Bevölkerung die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser sicherzustellen, wurden in den Einzugsbereichen der I. und II. Wiener Hochquellenleitung Wasserschutz- und Schongebiete eingerichtet.

So wurde bereits 1965 das gesamte Rax-Schneeberg-Schneealpenmassiv zum Wasserschutzgebiet erklärt. Ab Dezember 1988 kam zu den bestehenden Quellen die Einleitung der Pfannbauernquelle aus dem Aschbachtal an der Mariazeller Bundesstraße in das Leitungsnetz der I. Wiener Hochquellenleitung hinzu. Seit der Einspeisung dieser Quelle kann im Normalfall ganz Wien mit Hochquellenwasser versorgt werden. Darüber hinaus bewirtschaftet das Forstamt der Stadt Wien im Rax- und Schneeberggebiet sowie im Hochschwabmassiv eine Gesamtfläche von zirka 32.000 Hektar Wald, Almen und Wiesen. Damit ist es möglich, alle Landnutzungen wie Waldwirtschaft, Tourismus, Jagd und Fischerei auf den Quellenschutz abzustimmen. Von den Endpunkten der Hochquellenleitungen wird das Wasser über Hochbehälter in das städtische Rohrnetz eingespeist.

Abwasserentsorgung und Gewässerschutz

Wien nimmt auch im Abwassermanagement einen internationalen Spitzenplatz ein: 99 Prozent der Haushalte sind an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen, was auch eine maßgebliche Rolle bei der Sicherung der Lebensqualität einer Großstadt spielt. Das öffentliche, rund 2.400 Kilometer lange Kanalnetz Wiens muss dabei pro Tag bei Trockenwetter ca. eine halbe Milliarde Liter Abwasser bewältigen.

Klärbecken der Hauptkläranlage Wien

In der Hauptkläranlage Wien werden die gesamten kommunalen Abwässer Wiens gereinigt. Dank ihrer hohen Reinigungsleistung verlässt die Donau Wien in derselben guten Qualität, mit welcher sie in die Stadt gekommen ist

Das Konzept „Ökologische und wirtschaftliche Optimierung für die Abwasserentsorgung und den Gewässerschutz für Wien“ berücksichtigt nicht nur die Bereiche der Kanalisation und den Kläranlagenbau, sondern auch umfassende gewässerökologische Zusammenhänge. Stete Kontrolle und Überwachung der ca. 3.000 Wasserbenutzungsanlagen sowie der Abraum- und Abfalldeponien, hier insbesondere auf Einhaltung zutreffender Vorschriften, sind in der Millionenstadt Wien ebenso selbstverständlich wie eine Kläranlage auf dem modernsten Stand der Technik.

Effiziente Abfallwirtschaft

2010 wurde die Stadt Wien mit dem Titel "World City closest to sustainable Waste Management" geehrt. Diese Auszeichnung, die von den internationalen Abfallwirtschafts-Organisationen WTERT (Waste-to-Energy Research and Technology Council) und SUR (Council for Sustainable Use of Resources) vergeben wird, zeichnet die Bemühungen der Stadt Wien aus, den Gedanken der Nachhaltigkeit besonders wirkungsvoll umzusetzen und die Abfallwirtschaft effektiv danach auszurichten. Zur Beurteilung wurden Daten über Abfallproduktion, im Bereich der stofflichen Verwertung, der Kompostierung, der energetischen Nutzung von Abfällen sowie die thermische Behandlung, Vergärung und Deponiegasverstromung herangezogen.

Wie viel Abfall produziert eigentlich die Bevölkerung einer Millionenstadt und wie wird dieser Abfall verwertet? Im Falle von Wien lautet die Antwort: Etwa eine Million Tonnen pro Jahr mit einer jährlichen Steigerung von 0,6 bis 3,5 Prozent. Bezieht man das jährliche Abfallaufkommen auf die Wiener Bevölkerung, entspricht dies einer spezifischen Menge von ca. 625 kg pro EinwohnerIn und Jahr.

Um diesen Abfall auch in Zukunft optimal und umweltschonend bewältigen zu können, wurde ein Masterplan im Rahmen einer strategischen Umweltprüfung ausgearbeitet. Darin wurden zwei wesentliche Ansatzpunkte zur nachhaltigen Verbesserung der Umweltauswirkungen der Wiener Abfallwirtschaft im Bereich der Müllvermeidung in den Vordergrund gestellt: die getrennte Sammlung sowie die stoffliche Verwertung. Das Drei-Säulen-Modell der Wiener Abfallwirtschaft lautet "Vermeiden - Trennen - Verwerten".

Obwohl die Gesamt-Abfallmengen insgesamt weiter ansteigen, bleiben die Restmüllmengen nahezu konstant. Die getrennte Sammlung hingegen (Altpapier, Altglas, Metalle und Dosen, Kunststoffverpackungen sowie Biomüll) nahm gleichzeitig um knappe 3 Prozent zu. Erst gar keine Abfälle entstehen zu lassen ist freilich der beste Weg zu einer nachhaltigen Abfallwirtschaft, die langfristige Verringerung der Abfallmengen und der Gefährlichkeit der Abfälle ist also oberstes Ziel.

In Wien wurden 2009 unter anderem mit Hilfe der Biotonnen mehr als 100.000 Tonnen biogene Abfälle gesammelt. Durch die Kompostierung werden jährlich mehr als 45.000 Tonnen an Fertigkompost hergestellt, welche danach vorwiegend in der biologischen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Jener Abfall, der sich weder vermeiden noch trennen lässt, wird umweltschonend entsorgt und in den Müllverbrennungsanlagen Spittelau, Flötzersteig, Simmeringer Haide und Pfaffenau in Energie umgewandelt. Die thermische Abfallverwertung in diesen vier Müllverbrennungsanlagen hat in Wien bereits einen Anteil von rund 36 Prozent am Heizwärmemarkt. Direkt neben der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau geht im Frühjahr 2013 das neue Abfalllogistikzentrum in Betrieb. Um eine ganzjährige Wärmeversorgung gewährleisten zu können, wird hier Rest- und Sperrmüll für die spätere Verbrennung aufbereitet, luftdicht und geruchsneutral verpackt und zwischengelagert. Auch die anderen Müllverbrennungsanlagen können bei Engpässen von hier aus beliefert werden.

Müllverbrennungsanlage Pfaffenau von außen

Durch die thermische Verwertung des Abfalls in der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau werden  ca. 50.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt

Für nicht kompostierbare biogene Abfälle ging im September 2007 die Anlage Biogas Wien in Betrieb. Diese Vergärungsanlage produziert aus Küchenabfällen (vorwiegend aus Großküchen und aus innerstädtischen Biotonnen) und Marktabfällen Fernwärme für 600 Wiener Haushalte.

Größtes Wald-Biomassekraftwerk in Europa

Das 2006 in Betrieb gegangene Wald-Biomassekraftwerk im 11. Wiener Bezirk Simmering versorgt 48.000 Wiener Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte mit Wärme. Mit der Verbrennung von 200.000 Tonnen Waldhackgut und Rinde werden pro Jahr 47.000 Tonnen Heizöl oder 72.000 Tonnen Steinkohle gespart. Der Anteil von Strom aus erneuerbarer Energie soll in den nächsten Jahren auf 80 Prozent gesteigert werden. Das Biomassekraftwerk Simmering ist ein wichtiges Projekt für die Erreichung dieses Ziels.

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