Schriftgröße:

Sprache:

wieninternational.at

Vienna´s weekly European journal

Wiener Stadthalle - Eine Halle für alle

Archivierter Artikel vom: 
Dienstag, Juni 7, 2011

Wiener Stadthalle - Eine Halle für alle

Halle F außen
Die Halle F hat sich als einer der beliebtesten Konzertsäle in Österreich etabliert

Sie wurde 1958 ursprünglich als Sportveranstaltungshalle eröffnet und feierte 1965 mit einem Konzert der Rolling Stones ihr Debüt als Multifunktionshalle. Heute ist sie eines der facettenreichsten und größten innerstädtischen Veranstaltungszentren in Europa. Die Rede ist von der Wiener Stadthalle – wieninternational.at blickte hinter die Kulissen und erfuhr Details über Wünsche der Stars, Sicherheitsmaßnahmen und fanatische Fans.

Sechs Hallen mit einem Gesamtfassungsvermögen von mehr als 20.000 BesucherInnen, bis zu 600 Veranstaltungen pro Jahr, 150 MitarbeiterInnen, ein Hallenbad mit einem Becken von 250m Länge, eine Eishalle, über 50 Jahre Erfahrung und insgesamt mehr als 50 Millionen BesucherInnen – das ist die aktuelle Bilanz der Wiener Stadthalle, die einer der erfolgreichen Betriebe der Wien Holding ist. „Bis zu 1,2 Millionen Gäste pro Jahr besuchen die Veranstaltungen in der Wiener Stadthalle. Ein Erfolg, der auch auf der Vielseitigkeit und der Multifunktionalität der Arena beruht. Vom Rockkonzert bis zur Oper, von Holiday on Ice bis zu Masters of Dirt, von der Schwimm-EM bis zu den Dinosauriern, von der Fernsehshow bis zum Handballturnier. So gut wie alles ist in der Wiener Stadthalle möglich“, versichert Geschäftsführer Prof. Peter Gruber.


Halle D innen
Peter Gruber
Megaevents finden seit Jahrzehnten in der Halle D Platz; Peter Gruber, Geschäftsführer

Zurück zum Anfang
Am Anfang der Erfolgsgeschichte stand ein Gemeinderatsbeschluss, dem ein Architekturwettbewerb folgte, bei dem Prof. Roland Rainer – später oberster Stadtplaner Wiens – ausgewählt wurde, eine Veranstaltungshalle zu entwerfen. Die Sporthallen A und B nahmen ihren Betrieb bereits 1957 auf, die Eröffnung der Eishalle (Halle C), in der ganzjährig Profi-EistänzerInnen trainieren, folgte ein Jahr später.
Das Herzstück der Stadthalle
Mit der Halle D erbaute Roland Rainer Österreichs größte Veranstaltungshalle. Sie ist mit einem Fassungsvermögen von mehr als 16.000 Gästen das Herzstück des Eventcenters. Hier sind in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Größen der internationalen Sport-, Kultur- und Unterhaltungsszene vor einem vieltausendköpfigen Publikum aufgetreten. Zuletzt zogen Lady Gaga, David Hasselhoff, Pink oder Kiss die – teils wie die Stars verkleideten – Massen in die Stadthalle. Bei großen Events reisen die Gäste erfahrungsgemäß oft schon am Morgen des Konzerts an, um sich die vordersten Plätze bei der Bühne zu sichern. Bei Tokio Hotel platzieren sich die jungen Mädchen schon mehrere Tage vor dem Konzert beim Eingang. In solchen Fällen werden die Fans bestmöglich betreut, Getränke und Decken werden verteilt.
Was passiert Backstage?
Hinter der Bühne, also buchstäblich „Backstage“, befindet sich ein während Konzerten natürlich verschlossenes Tor. Dahinter versteckt sich eine richtige kleine Stadt, in der sich Menschen in verschiedenen Sprachen miteinander unterhalten und perfekte Showabläufe organisieren, Stars geschminkt werden, Bodyguards auf die Privatsphäre ihrer Schützlinge achten und Köche die Crew versorgen. Über einer Türe leuchtet der Name des Hauptacts des jeweiligen Abends auf. Das ist die Türe zur großen Stargarderobe, ausgestattet mit einem Zimmer, drei Räumen ohne Fenster, um Paparazzi keine Chance zu geben, und zwei Bädern. Hier werden Starwünsche erfüllt, wobei einige Promis mit Standardwünschen wie Essen, Internetanschluss und manchmal einer Playstation pflegeleichter sind als andere. Was nicht heißt, dass die ganz großen Stars keine Eigenheiten haben. Lady Gaga mietete sich und ihrer gesamten Crew zum Beispiel einen Yogasaal in der Nähe der Stadthalle, um sich auf das Konzert vorzubereiten. Auch Schlagerstar Hansi Hinterseer füllt regelmäßig die Halle D. Seine Besonderheit: Die vielen Stoffbären, die ihm während der Show zugeworfen werden, spendet er an bedürftige Kinder.


Halle F innen
Die Halle F bietet ihren Gästen höchsten Komfort

Sicherheit geht vor
In einem so riesigen Unternehmen gehören Sicherheitsvorkehrungen zum Alltag. Die Portiersloge der Wiener Stadthalle ist 24 Stunden täglich besetzt. Nachts sind zwei Portiere im Einsatz, da einer am Empfang die Stellung hält, wo oft schon in den frühen Morgenstunden LKWs mit Bühnenequipment ankommen, und der andere Rundgänge durch den gesamten Gebäudekomplex macht. Zusätzlich sind alle Räume und der direkte Außenbereich der Stadthalle durch mehr als 50 Kameras ständig von der Einsatzzentrale aus kontrollierbar.

Großes Augenmerk wird auf die Umsetzung der Technik und der Sicherheits-bestimmungen während Konzerten gelegt. Jeweils eine Handvoll ausgewählter und ausgebildeter MitarbeiterInnen wird als Chefs vom Dienst eingeteilt; sie tragen die gesamte Verantwortung über einen Event. Viele MusikerInnen bringen ihre eigene Bühne mit, zuletzt reiste Lady Gaga mit 28 LKWs und 18 Bussen an, in denen die Bühnenelemente untergebracht waren. Beim Aufbau arbeiten die Hallenarbeiter der Stadthalle eng mit der Crew des Stars zusammen. Die einen kennen die Bühne, die anderen die Halle.

Wie oft ein/e Musiker/in oder eine Band für Zugaben zurück auf die Bühne geht, ist in den allermeisten Fällen im Vorhinein bekannt. Das ist wichtig, da die Abbauarbeiten bereits beginnen, wenn der Star die Bühne verlässt. Während eines Konzerts achten die Securitys – beim Lady Gaga-Konzert waren es dreihundert – auf einen reibungslosen Ablauf. Wer durch sein Verhalten die Hausordnung verletzt, wird der Halle verwiesen, genauso werden Gäste bei ärztlichen Notfällen rasch versorgt. Die Sicherheitsbestimmungen sind in Österreich strenger als in anderen Ländern. Der Erfolg gibt dem Unternehmen recht: In der Stadthalle gab es in all den Jahren nie eine Massenpanik oder sonstige schwerwiegende Unfälle.


Stadthalle außen

Die neue, heimelige Halle F
2006 wurde die Halle F mit ihren rund 2.000 Sitzplätzen eröffnet. Diese Showbühne eignet sich besonders gut für Comedians, Musicals und Konzerte. Es gibt auch große MusikerInnen, die diese Bühne bevorzugen. Bryan Adams zum Beispiel spielt in Wien nur mehr in Halle F, obwohl er die Halle D locker füllen würde. Aber nur hier sieht er die Reaktionen der BesucherInnen. Den Entwurf zur Halle F des Architektenduos Dietrich und Untertrifaller befand Roland Rainer noch kurz bevor er starb als würdig zur Erweiterung seiner ursprünglichen Halle. Sie hebt sich architektonisch kaum vom alten Gebäude ab. Alle Hallen sind zeitgleich bespielbar, die ankommenden Stars inklusive Equipment kommen sich durch die getrennten Zufahrten nicht in die Quere. Dann wäre da noch die Halle E, eine kleine Mehrzweckhalle, die 1994 mit direkter Anbindung an die Hallen A, B und D ergänzt wurde. Hier finden vor allem kleinere Messen, Firmenfeiern, Tagungen oder VIP-Empfänge statt.

Die Stadthalle macht der Bezeichnung „Multifunktionshalle“ alle Ehre. Musikfans strömen in Massen hinein genauso wie Tennis-, Eiskunst- oder Kabarettbegeisterte. Die Stadthalle bietet auch ein attraktives Kinderprogramm, das vom Pferdefest über verschiedene Märchenaufführungen bis zum absoluten Dauerbrenner für Jung und Alt, nämlich der Eisrevue „Holiday on Ice“ reicht.






Info:
Wiener Stadthalle
Hallen A bis F
15., Vogelweidplatz 14
www.stadthalle.com

Kommende Highlights:

Di, 14. bis Sa, 18. Juni 2011 – Halle F:
Michael Mittermeier „Achtung Baby! – Live ... das neue Programm“

Fr. 17. bis So, 19. Juni 2011 – Halle D:
Baby Expo

So, 19. Juni 2011 – Halle F:
Katie Melua

Di, 21. Juni 2011 – Halle D:
David Garrett - Rock Symphonies Tour 2011

Sa, 6. August 2011 – Halle D:
Das Gipfeltreffen der Stars Kaufmann – Netrebko – Schrott

Sa, 10. September 2011 - So, 18. September 2011 – Halle D:
Euro Volley 2011

Mi, 28. September 2011 - So, 2. Oktober 2011 – Halle D
La Donna – Messe für die Frau 2011

ene