|
|
|
|
|
Wien fördert Projekte in der Quantenoptik-Forschung
Die Stadt fördert den Ausbau der Wiener Abteilung des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation und finanziert 11 Sonderprojekte. Damit wird die internationale Topposition Wiens in diesem Wissenschaftsbereich weiter ausgebaut und ermöglicht neue bahnbrechende Erkenntnisse.
Quantenoptik in Wien
Der Wiener Gemeinderat beschloss, die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit zwei wichtigen Projekten zu unterstützen. Die Wiener Abteilung des Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation wird ausgebaut und für das Jahr 2006 mit 380.000 Euro gefördert. Die ÖAW erhält weiters 100.000 Euro zur Durchführung von 11 Wien-bezogenen Sonderprojekten. Im Bereich der Quantenoptik und Quanteninformation hat sich Wien mit dem weltbekannten Physiker Prof. Anton Zeilinger an der Spitze einen internationalen Ruf erworben. Prof. Zeilinger wurde vor kurzem zum Dekan der Fakultät für Physik an der Universität Wien berufen.Ein Stück Physik-Geschichte geschrieben
Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ließ im März 2006 die gesamte Physikwelt aufhorchen, als es den Wissenschaftlern Rudolf Grimm und Hanns-Christoph Nägerl gelungen ist, die so genannten Efimov-Zustände zu beobachten und experimentell nachzuweisen. Vor 35 Jahren stellte der Russe Vitali Efimov die Theorie über Dreikörpersysteme in der Quantenwelt auf. Er prophezeite, dass sich drei Teilchen unter Ausnutzung der quantenmechanischen Eigenschaften zu einem Objekt vereinen können, obwohl sie paarweise zu keiner Verbindung imstande sind. Noch erstaunlicher: Wenn man die Entfernung zwischen den Teilchen jeweils um den Faktor 22,7 vergrößert, ergeben sich unendlich viele solcher Efimov-Zustände.Seitdem versuchten weltweit zahllose Forschungsgruppen seine Theorie zu beweisen. Das Interesse der Wissenschaft an diesem physikalischen Phänomen ist deshalb so groß, weil es laut Efimov universellen Charakter hat. So gilt das Gesetz in der Kernphysik, wo die so genannte starke Wechselwirkung für die Bindung der Teilchen in den Atomkernen verantwortlich ist, ebenso wie bei molekularen Verbindungen, die auf elektromagnetischen Kräften beruhen.
|
Mitglieder des Efimov Teams (v.li., Tobias Kraemer, Rudi Grimm, Hanns-Christoph Nägerl, Johann Danzl, Karl Pilch, Bastian Engeser)
|
Forschungsstandort
Die Wiener Stadtregierung investiert jährlich 150 Millionen Euro in Wissenschaft und Forschung. Mit großem Erfolg fördert die Stadt neue Forschungseinrichtungen und Institute, besonders aus dem Bereich der Life Sciences, Kommunikation und Creative Industries. Da Wien auch ein attraktiver Standort für heimische und internationale Unternehmen ist, werden durch das Zusammenwirken von Wirtschaft und Forschung alle Potenziale an einem Ort gebündelt, um Synergien für die Entwicklung neuer Technologien zu nützen.ÖAW-Life Sciences Zentrum
Am 23. Mai 2006 wurde das Life Sciences Zentrum Wien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eröffnet. Das Zentrum beherbergt das Institut für Molekulare Biotechnologie und das Gregor-Mendel-Institut für Molekulare Pflanzenbiologie. Das Vienna Open Lab bietet als erstes biowissenschaftliches Besucherlabor Österreichs, Schulklassen und anderen interessierten Gästen die Möglichkeit, unter Anleitung selbst biowissenschaftliche Versuche durchzuführen.| Link-Tipp |
| Österreichische Akademie der Wissenschaften |
(as)
Fotos © C. Lackner
erstellt am: 2006-06-01

