Kaiser Franz Hosef Hutmuseum
Vitrine

Des Kaisers Hut und Schuhe


In der Wiener Josefstadt ist man museal von Kopf bis Fuß ausgestattet. Der achte Bezirk widmet sowohl dem Kopfschmuck als auch dem Schuhwerk ein Museum. Für einen weiteren Artikel über außergewöhnliche Museen forschten wir zwischen Kopfbedeckungen aus der Kaiserzeit und Römersandalen aus der Antike.

Im Piaristenkeller lässt sich in prunkvoller Atmosphäre speisen wie zu Kaisers Zeiten. Doch der Abend endet nicht mit dem Dessert, sondern nach dem Essen haben die Gäste die Möglichkeit, Erich Emberger oder seinem Sohn Harald Emberger in den 300-jährigen klösterlichen Weinkeller mit angeschlossenem Hutmuseum zu folgen.


Exponate
Exponate
Exponate


Unter einem Hut
Vor dem Museumsbesuch bekommt jeder einen aus der Zeit der Jahrhundertwende original nachgeschneiderten Hut aufgesetzt. Mit der passenden Kopfbedeckung marschiert die Besuchergruppe zur Lieblingsmarschmusik von Kaiserin Maria Theresia zwischen riesigen Weinfässern zum Eingang des Kaiser Franz Josef Hutmuseums. Wie könnte es anders sein, als dass ein großes Bild des Kaisers höchstpersönlich auf die Sammlung von Originalstücken aus der Monarchie einstimmt? Unter mehreren originalen Militärkappen der unterschiedlichsten Regimenter befindet sich auch Franz Josefs Offizierskappe. „Einmal im Jahr veranstaltet das Dorotheum eine Kaiserauktion, wo viele Erbstücke von Eugen Ketterl, dem Leibkammerdiener des Kaisers,  versteigert werden“, erklärt Harald Emberger wie man zu solchen Raritäten gelangt. In den Vitrinen findet sich eine Vielfalt an Kopfbedeckungen der noblen Wiener Gesellschaft aus der Kaiserzeit, die die damalige Blütezeit der Hutmode in Wien bezeugt.


Vitrine
Weinschatzkammer


Sisis Schwäche für den Madeira-Wein
Kaiserin Elisabeth ist bildlich in der k.u.k. Weinschatzkammer anwesend. Immerhin hat sie während ihrer Kur-Aufenthalte auf Madeira die Liebe zum dortigen Wein entdeckt. Beim ältesten Rebensaft der Weinschatzkammer handelt es sich um einen Madeira-Wein aus dem Jahr 1715.
Das Hutmuseum und die Weinschatzkammer wurden auch schon von kaiserlichen Nachkommen besucht. So können sich sowohl Otto als auch Karl von Habsburg laut Herrn Emberger junior ganz mit dem Kaiser Franz Josef Hutmuseum identifizieren.
Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann das Hutmuseum bis Ende des Jahres 2008 mit dem ausgedruckten wieninternational-Artikel zum halben Preis besuchen (Für mehr Informationen siehe Infokasten).


Jagdstiefel KFJ
Satinschuhe Sisi
Alte Römersandale


Vom Kopf zum Fuß
Auf imperiale Spuren begibt man sich auch im Wiener Schuhmuseum, sind doch unter den Highlights im Paradies für Schuhfetischisten die Jagdstiefel Kaiser Franz Josefs und Satin-Schuhe der Kaiserin Elisabeth. Im Fundus gibt es aber noch viel ältere Schuhmodelle: Eine Römersandale, ausgegraben in Carnuntum, steht original erhalten und nur geringfügig restauriert als ältester Treter im Schuhmuseum.

Die Adresse des Museums in der Florianigasse hat Geschichte, denn hier war schon 1902 die Schuhmacherinnung untergebracht. Der ehemalige Innungsmeister Peter Tesinsky gründete schließlich 2002 das erste Schuhmuseum Österreichs in dem Raum, in dem früher Lehrlinge ihre Gesellenprüfung ablegten. Nun wacht Museumsdirektor Franz Triebl über die alten, die prominenten, die ausgefallenen und die neueren Schuhe.


Werkzeug
Werkzeug
Schusterkugel


„Schuster, bleib´ bei deinen Leisten“
Seit dem 18. Jahrhundert – der Hohezeit der Schuhmacherei – als es 30.000 Schuhmacher in Wien gab, bis heute, wo Wien nur mehr 220 Spezialisten dieses Handwerks zählt, teilt sich die Zunft in drei Gruppen: Den Maßschuhmachern, den Orthopädieschuhmachern und den Reparateuren steht auch im Museum jeweils ein eigener Bereich zur Verfügung. In einer detailgetreu nachgebauten Werkstatt sieht man die Werkzeuge und Maschinen eines Schuhmachers, die sich im Laufe der Zeit nur wenig verändert haben. Nur die Schusterkugel, ein mit Wasser gefüllter Glaskolben in Kugelform, stammt aus der Zeit vor der Elektrizität, als sie bei Feinarbeiten zur Lichtverstärkung beitrug.

Besonders auffällig sind neben Schuhmodellen von Marilyn Monroe oder Anna Netrebko die Beiträge zum ersten Crazy Shoe Wettbewerb beim diesjährigen Schuhmacherball. Da stehen Modelle mit Klaviertasten neben mit Stofftieren geschmückten Pumps und Wien-Schuhe mit herausragendem Stephansdom im Kontrast zu den rein funktionalen Stücken aus dem Altertum. Auf neue originelle tragbare oder weniger tragbare Entwürfe freut man sich schon beim nächsten Ball im April 2009.


Marilyn Monroe schuhe
Crazy Shoe


Infos:
Kaiser Franz Joseph Hutmuseum 
und k.u.k. Weinschatzkammer

im Restaurant Piaristenkeller
8., Piaristengasse 45

Erleben Sie das Kaiser Franz Joseph Hutmuseum und die k.u.k. Weinschatzkammer bis Ende 2008 zum halben Preis!
Jeder Erwachsene, der zu seinem Besuch im Piaristenkeller im Jahr 2008 den Ausdruck dieses wieninternational-Artikels mitbringt, darf zum halben Preis (€ 6,25 statt € 12,50) an einer Führung durch das Hutmuseum und die Weinschatzkammer teilnehmen. 
Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren) zahlen immer € 6,25. 

Öffnungszeiten: Täglich außer Sonntag 18–24 Uhr
Tel.: 01/406 01 93
info@piaristenkeller.com
www.piaristenkeller.at

Wiener Schuhmuseum
8., Florianigasse 66

Eintritt: € 3,50/ ermäßigt € 2,50
Öffnungszeiten: Jeden 2. Dienstag im Monat 16–19 Uhr
Führungen nach Vereinbarung unter 01/514 50 2354
www.schuhmuseum.at

Wiener Schuhmacherball
25. April 2009
Parkhotel Schönbrunn
13., Hietzinger Hauptstraße 10-20
Einlass: 20.00 Uhr
Kartenvorverkauf in der Landesinnung Wien der Schuhmacher und Orthopädieschuhmacher 
3., Rudolf-Sallinger-Platz 1
T: 01/514 50 2354


Tipp:
verschachtelt & behütet
Über 90 Trachtenhauben, -hüte und Kronen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, gesammelt bis in die 1930er Jahre von Agnes Kinz, geben in einer Ausstellung Einblick in die Technik des Haubenmachens. Die wertvolle Sammlung ist durch ein eigens erarbeitetes Aufbewahrungskonzept durch spezielle Boxen und Stützbehelfe optimal geschützt. Diese konservatorischen und restauratorischen Arbeiten sieht der Besucher im Detail.

Universität für angewandte Kunst Wien
Ausstellungszentrum Heiligenkreuzer Hof
Schönlaterngasse 5 bzw. Grashofgasse 3
1010 Wien

www.dieangewandte.at/konservierung






(ene)
erstellt am: 2008-11-19