Müllentsorgung

Große Umweltsanierung Westungarns mit EU-Geldern


Ungarn muss bis 2013 seine Müllentsorgung und Abwasserwirtschaft nach EU-Standards generalsanieren. Investiert werden rund 270 Mio. Euro. In Westungarn läuft bereits der Umwelt-Großputz auf Hochtouren. Repariert werden besonders wilde Deponien.


Investitionen in Abfall- und Abwasserwirtschaft


Dabei geht es darum, die Müllentsorgung in 1.500 Gemeinden Ungarns in den Griff zu bekommen. Aufgrund von EU-Richtlinien müssen alle nicht EU-konformen Deponien saniert werden. Brüssel finanziert diese Vorhaben in der Regel zu mehr als 50 Prozent aus EU-Fonds. Mit den Planungen für große Projekte wurde bereits im Vorjahr begonnen. Bis 2013 hat Ungarn Zeit, seine Müll- und Abwasser-Entsorgung auf EU-Niveau zu bekommen.

Sanierung der Region Győr
In der Region Westungarn werden große Müllmanagement-Projekte vor allem um Győr/Raab vorangetrieben. Dort wird eine moderne Mülldeponie angelegt. Alte, ungenügend abgesicherte Abladeplätze werden modernisiert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,11 Mrd. HUF (20,16 Mio. EUR). Die EU schießt aus den Kohäsionsfonds 14,52 Mio. EUR zu. Die betroffenen Gemeinden brauchen keine Eigenmittel aufzubringen. Derzeit befinden sich Projekte in der Ausschreibungsphase. Im Juli 2009 soll mit den Arbeiten begonnen werden. Ende 2012 sollen diese abgeschlossen sein.

Moderne Mülldeponie in der Zielgeraden
Die neue Mülldeponie entsteht auf dem Sashegy (Adlerberg) bei Győr. Der Bau ist im Endstadium. Im kommenden Oktober soll die neue Deponie in Betrieb genommen werden. Die Projektkosten belaufen sich auf 9,5 Mrd. HUF (31,35 Mio. EUR). Davon stellt die EU 5,5 Mrd. HUF (18,15 Mio. EUR) zur Verfügung. Die ganze Anlage ist sehr komplex geplant. Im Entstehen ist ein System von 339 Müllinseln, 42 Müllöfen, 2 Verladestationen und einem Sortierwerk. 30 Spezialfahrzeuge werden im Einsatz sein. In der ganzen Region werden auch mehr als 90.000 umweltgerechte Mülltonnen aufgestellt. Etwa die Hälfte des anfallenden Mülls wird wiederverwertet, etwa 10 Prozent verbrannt und für Energie nutzbar gemacht.


Auklärungskampagne


Wasserschutzgebiete
Insgesamt müssen in der Region Győr/Raab 43 Mülldeponien saniert und davon zwei völlig geräumt werden. Diese liegen am Rande der Gemeinden Kisbabot und Rábaszentmiklós in Wasserschutzgebieten. Dort wird der Müll mitsamt dem Boden abgetragen und auf eine nahe gelegene Deponie gebracht, die aber auch erst saniert werden muss. Die restlichen, kleineren Müllabladeplätze werden zu Deponien geordnet und mit Regenwasser-Planen bedeckt. Grund- und Oberflächenwasser sollen künftig besser kontrolliert werden. Auf Müllabladeplätzen im Raum Győr/Raab lagert derzeit auf 63 ha insgesamt 5,8 Mio. m3 Müll.

Zusammenschluss von 112 Orten
Am laufenden Müllsanierungs-Projekt im westlichen Transdanubien sind 112 Gemeinden beteiligt. Sie haben sich bereits 2003 zu einer Vereinigung zusammengeschlossen und wollen künftig gemeinsam eine Müllentsorgung auf EU-Standard betreiben. Diese kommunale Müll-Kooperation erstreckt sich auf drei Komitate (etwa: Bundesländer) in Westungarn und umfasst 2.500 km2. Ziel ist, die Umwelt von 192.000 EinwohnerInnen sauberer und gesünder zu machen. Gleichzeitig soll auch das Landschaftsbild der Dörfer und Städte attraktiver werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Müllsanierung von Naturschutzgebieten entlang der Donau. Dazu gehören 11 Gemeinden.


Entsorgung
Map Mülldeponien Popup


Größeres Umweltbewusstsein für Jugendliche
Auch an einem vertieften Umweltbewusstsein bei Kindern und Jugendlichen wird in der Region Győr/Raab gearbeitet. Ein bunt bemalter ÖkoBus tourt regelmäßig durch die Gegend. Er kommt bei Jugendlichen gut an. Auch zahlreiche Kleinveranstaltungen wie lokale Umweltfeste sind beim Nachwuchs in Westungarn sehr beliebt.


(compress wien)
erstellt am: 2009-03-25