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Die Wiener Musikszene erfindet sich neu
Nachdem die Austropopper in die Jahre gekommen sind und Größen wie Falco, Hansi Lang und Georg Danzer verstorben sind, konnte sich eine neue Musikszene in Österreich etablieren. Ein regelrechter Hype um die junge Generation heimischer Singer/Songwriter gibt Anlass dazu, die neuesten Entwicklungen in der Österreichischen Musikszene zu beleuchten.
Die Wiener Musikerin Mika Vember – ihr Soloalbum „Now or Now“ erschien 2007 – und Börn, der 2008 mit „Schöne Dinge Einfach/21 Songs by Börn“ erste Solo-Erfolge verzeichnete, nahmen in nur einer Woche das gemeinsame Album „Fame & Success“ auf, das sie am 5. Juni in der Wiener Bunkerei präsentieren werden. Als Vertreter der Singer/Songwriter-Szene sprachen sie mit wieninternational.at über ihr gemeinsames Projekt, die Vielfalt der Wiener Musikszene und warum Wien gar kein schlechtes Pflaster zum Musikmachen ist und Sprungbrett ins Ausland sein kann.
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Best-of oder Langfassung? Lesen Sie dieses kurze "best-of" oder klicken Sie hier, um zum vollständigen Interview zu gelangen.
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Mika Vember (l.) und Börn (m. und r.) sind Vertreter der Wiener Singer/Songwriter-Szene | ||
Wieninternational: Wie erklären Sie sich diesen momentanen Hype um die Singer/Songwriter in Wien?
Börn: Sowohl vom Publikum als auch vom künstlerisch-kreativen her gab es das Bedürfnis, sich wieder auf die Basis zu konzentrieren. Nach dem technischen Overkill ist es jetzt wieder interessant, jemandem zuzuhören, der seine eigenen Lieder schreibt.
Mika Vember: Man sieht an Einrichtungen wie soundbase (Musikprojekt, das junge MusikerInnen auf dem Weg in die Professionalität hilft und von der Stadt Wien im Rahmen von wienXtra unterstützt wird, Anm. d. Red.) oder mica (Kommunikationszentrum für aktuelle Musik aus Österreich, Anm. d. Red.) dass sich ein gutes Netzwerk in Wien entwickelt hat. Innerhalb der Szene ist niemand alleine. Ich weiß nicht, wann das begonnen hat, aber ab einem gewissen Punkt zieht es einfach viele Leute mit. Es tut sich insgesamt etwas in der österreichischen Musikszene, nur diese Sparte wird besonders hervorgehoben.
Wieninternational: Parallel zur Musik haben sich auch Veranstaltungsorte in Wien etabliert, wie zum Beispiel die Bunkerei mit ihrer Veranstaltungsreihe „Songreiterei“. Haben solche Locations prinzipiell in der Wiener Musikszene gefehlt?
Börn: Ja, das kann man schon sagen. Es hat immer ein paar Lokale gegeben, wo man spielen konnte, aber teilweise zu fürchterlichen Bedingungen für die MusikerInnen.
Mika Vember: Es gab nur zwei Extreme: Lokale mit schlechter Soundqualität, wo als Gage höchstens ein Getränk drin war oder eben solche, für die du eine gewisse Professionalität mitbringen musstest und schwierig hineinkamst.
Wieninternational: Was macht Wien zum richtigen Ort, um Musik zu machen? Wie erleben Sie die zeitgenössische Musikszene?
Mika Vember: Wien ist überschaubar. Das hat Vor- und Nachteile für die Musikszene. Einerseits entstehen innerhalb der Wiener Musikszene lauter kleine Familien, die einander unterstützen. Das ist ein sehr gutes Gefühl. Andererseits wird man in einer überschaubaren Stadt auch nur überschaubare Bekanntheit erreichen.
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Nachdem ihre Zusammenarbeit auf der Bühne immer gut angekommen ist, veröffentlichen Börn und Mika Vember jetzt ein gemeinsames Album
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Wieninternational: Was bietet die Wiener Musikszene, was sie von umliegenden Städten unterscheidet?
Mika Vember: In Wien tut sich auch viel, was Bands angeht, also abseits der klassischen Singer/Songwriter-Szene. Da fallen mir zum Beispiel die Gruppen „Ja, Panik“ und „Velojet“ ein. Man nimmt vor allem das wahr, was in den Medien ist, das ist natürlich ein subjektiver Blick auf die Musikszene.
Börn: Es gibt in Wien bestimmt alles, eine Hip Hop-Szene genauso wie eine Szene rund um Elektronische Musik. In den 90er Jahren redeten alle über Kruder und Dorfmeister. Die gibt es auch heute noch, nur schreiben die Zeitungen im Moment nichts über sie. Fakt ist, dass es immer noch sehr schwierig ist, in Österreich wirklich groß zu werden. Das ist heute nicht anders als vor 20 Jahren.
Wieninternational: Wien hat den Ruf, eine Musikhauptstadt zu sein. Spornt die große musikalische Vergangenheit der Stadt an oder schüchtert das ein?
Mika Vember: Man merkt das vor allem bei Bands, die aus dem Ausland kommen. Die sind oft sehr stolz darauf, einmal in Wien gespielt zu haben. Dann besinnt man sich selbst auch wieder darauf, dass Wien ein guter Ort ist, um Musik zu machen. Es passieren hier vielleicht nicht die meisten Innovationen, aber es tut sich etwas und man kann etwas aus seiner Karriere machen.
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Infos:
Mika Vember & Börn live: 5. Juni 2009 20h CD Release „Fame & Success“ in der Bunkerei, Wien www.bunkerei.at 21. Juni 13h Trost & Rat Sommerparade – Live aus dem Kulturcafé 16. Juli 2009 20h Festwochen Gmunden 31. Juli 2009 20h WUK, Wien 18 www.wuk.at |
(ene)
Fotos © gudrun krieger, Sarah Haas, Katharina Gartler
erstellt am: 2009-05-20




