Fashion Observatory
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Catwalk Wien


Was tragen die Wienerinnen und Wiener diesen Sommer wirklich? Wieviel Geld geben sie für Kleidungsstücke aus? Und ist man im ersten Wiener Bezirk tatsächlich „modischer“ als im 23.?

Im Rahmen der Ausstellung „The Vienna Fashion Observatory“ locken internationale Blogger und Fotografen Wiener Passanten vor die Kamera um eben solche und ähnliche Fragen stilvoll zu klären. Zu sehen sind die Bilder bis 20. September im Veranstaltungsraum „Freiraum“ des Museumsquartiers und natürlich im Internet unter http://theviennafashionobservatory.com.

Internationale Fashion-Blogs & Street Style
Seit einigen Jahren sind Blogs ein fixer Bestandteil unserer modernen, vom Internet geprägten Kultur. Blogs gibt es mittlerweile zu allen möglichen Themen – vom klassischen persönlichen Reisetagebuch bis hin zum „Profi-Blog“ über Kunst, Kultur oder Wissenschaft. Es verwundert also wenig, dass Blogs auch aus der Welt der Mode längst nicht mehr wegzudenken sind. Einige der bekanntesten Fashion-Blogger, wie der in London lebende Yvan Rodic, verzeichnen monatlich sogar bis zu 500.000 BesucherInnen. Seine Seite „Face Hunter“ gilt als eine der besten Seiten im Netz, wenn es darum geht, interessante Charaktere und Styles von rund um die Welt aufzuspüren.

Für die Ausstellung „The Vienna Fashion Observatory“ ist Rodic zurzeit in Wien unterwegs. Rodic ist einer von 20 Observern, die den Sommer über auf Wiens Straßen dem typischen Wiener Style nachspüren – sofern es diesen überhaupt gibt.

Eine Frage, bei der das Projekt „The Vienna Fashion Observatory“ möglicherweise Abhilfe schaffen kann. Bis jetzt sei es noch nicht wirklich geglückt, einen umfangreichen Wiener Modeblog zum Thema Street Style langfristig erfolgreich zu etablieren, wie Sabine Dreher von „The Vienna Fashion Observatory“ betont.

Was aber keineswegs bedeutet, dass Wiens selbsternannte Fashion Victims und Trendscouts zur Mode via Internet nichts zu sagen hätten. So berichtet die in Wien lebende gebürtige Ungarin Eszter F. beispielsweise regelmäßig in ihrem Fashionblog „stylorectic“ von neuesten E-Bay Errungenschaften. Untermalt wird das ganze von Bildern, die in kunstvoller Manier der Selbstdarstellung frönen. Für „The Vienna Fashion Observatory“ begibt sich die IT-Expertin gemeinsam mit ihrem Fotografen Andreas Köttritsch auf die Suche nach freiwilligen „Opfern“.


Fashion Observatory
Fashion Observatory
Fashion Observatory


Wien en vogue
Diese zu finden dürfte auch in einer Stadt wie Wien kaum ein Problem darstellen. „Der öffentliche Raum ist auch eine Art öffentlicher Laufsteg“, weiß Sabine Dreher. Erfahrungen und Reaktionen auf bekannte Blogs kennt man beispielsweise aus Schweden, wo die Passanten schon die Fotografen abpassen um in begehrten Blogs wie im Stockholm Streetstyle von Caroline Blomst & Daniel Troyse zu erscheinen. Das Duo war bereits auf Wiens Straßen unterwegs. Die Bilder, die ohne weiters auch in der Vogue erscheinen könnten, sind sowohl auf der „Vienna Fashion Observatory“ Seite als auch in deren schwedischem Blog zu sehen.

Sprachbarrieren gibt es hier freilich keine. Nicht nur, weil die Sprache der Mode sowieso von der ganzen Welt verstanden wird, sondern auch, weil die kurzen Statements der Passanten in Englisch verfasst sind – ein muss im internationalen Blogger-Zeitalter.  „Wir kriegen jetzt schon mit, das unser Blog in New York in Foren diskutiert wird“, freut sich Sabine Dreher, „die Szene ist hochgradig vernetzt“.

Ob dem Projekt eine langlebige Zukunft beschert ist, wird sich allerdings noch weisen. Angedacht ist nach Ende der Ausstellungsdauer eine Publikation mit Texten und Bildstrecken von den beteiligten Bloggern und anderen Vortragenden herauszugeben. Denn bei all den gelungenen Fotos handelt es sich nicht zuletzt auch um einen Beitrag zur „angewandten Modesoziologie“, wie Frau Dreher betont.


TVFO Stylorectic
TVFO Stylorectic
TVFO Vukovic



Info:
The Vienna Fashion Observatory
Exhibition:
17.07. - 20.09.2009
täglich: 14.00 – 19.00 Uhr
Freiraum/quartier21
Museumsquartier
1070 VIENNA

http://theviennafashionobservatory.com/

(sasch)
erstellt am: 2009-07-15