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Media Quarter Marx im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Wiener Schlachthofes
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Wien auf dem Weg zur TV-Produktions-Metropole
Die Stadt Wien entwickelt sich zu einem international führenden Medienstandort. Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes St. Marx im 3. Bezirk entsteht derzeit das größte TV-Produktions-Zentrum Mitteleuropas. Es will vor allem jungen Unternehmen und auch den neuen elektronischen Medien im Internet verbesserte Chancen bieten.
Geplant sind der Ausbau des bestehenden Media Quarter Marx im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Schlachthofes durch Erweiterungsprojekte auf insgesamt 35.000 m2 mit zusammen mehr als 700 m2 Studio-Kapazitäten. Im bestehenden „Marx“ werden bereits jetzt mehr als 40 Stunden TV-Programme täglich für mehrere Länder (Österreich, Deutschland, Schweiz, Ungarn, Türkei) produziert. Die neuen Studios werden technisch alle Stücke spielen und auch für große Publikums-Produktionen ausgelegt sein. In Wien beschäftigen derzeit rund 2.000 Medienunternehmen mehr als 50.000 Personen. Ziel ist, so Vizebürgermeisterin Renate Brauner, die Stärken der Wiener Wirtschaft auch durch einen supermodernen, zukunftsträchtigen Medienstandort auszubauen.
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Der Projektleiter für die „zit media", Thomas Berndt (re.) im Gespräch mit wieninternational.at Auslandskorrespondent Ferdinand Hennerbichler
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Wieninternational.at Auslandskorrespondent Ferdinand Hennerbichler sprach mit Thomas Berndt über das Media Quarter Marx und die Ausbau-Pläne. Thomas Berndt ist Ansprechpartner im ZIT, der Technologie-Agentur der Stadt Wien, für das Media Quarter Marx.
Wieninternational.at: Herr Berndt, wir sind hier im ehemaligen Verwaltungsgebäude des aufgelassenen Schlachthofes in Wien, heute steht darauf: Marx Media Quarter. Können Sie uns ein bisschen erklären: was versteht man darunter?
Berndt: Wir befinden uns hier im Media Quarter Marx. Ursprünglich wurde angefangen mit diesem Verwaltungsgebäude in den Jahren 2003-2004, als wir mit zwei Produzenten gemeinsam dieses Gebäude saniert haben. Das Ziel war, gemeinsam zu nutzende Infrastrukturen aufzubauen, sodass freie Produzenten hier produzieren können. Mit einer State-of-the-Art Infrastruktur (auf dem letzten Stand der Technik), aber, dass sie auch das entsprechende Personal nutzen können. Dieses Gebäude wurde gemeinsam mit dem ZIT (Zentrum für Innovation und Technologie) in einem PPP-Modell (Public Private Partnership) saniert und ist bereits seit sechs Jahren in Betrieb. Wir haben hier sowohl Büroflächen für produzierende Unternehmen als auch die technischen Flächen, das heißt: mittlerweile 6 Studios, 6 Schnittplätze, 6 Regien, und wir haben bis zu 40 Stunden Live-TV-Produktionen pro Tag.
Wieninternational.at: Wer arbeitet denn hier?
Berndt: Hier arbeiten unterschiedlichste Unternehmen. Grundsätzlich gibt es einen großen Mieter, das ist die Betreiber-Gesellschaft, die Marx Media Vienna GmbH, die eben diese kompletten Flächen in diesem Gebäude anmietet und dann ihren produzierenden Unternehmen zur Verfügung stellt. Unter anderem ist zum Beispiel die „Mass respons“, auch eine 100-Prozent-Tochter der Telekom Austria, hier vor Ort, die eine ganze Reihe von Call-in-Formaten sowohl für den österreichischen als auch für den europäischen Markt produziert. Des Weiteren gibt es Unternehmen, die hier auch Produktionen fahren und dann immer die Studio-Kapazitäten von der Marx Media Vienna, der Betreiber-Gesellschaft nutzen und teilweise auch das Personal.
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Das Media Quarter Marx liegt im Stadtentwicklungsgebiet Neu Erdberg-Simmering und verfügt über eine optimale Verkehrsanbindung
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Wieninternational.at: Und die MitarbeiterInnen im Büro, was machen die da?
Berndt: Das sind im Wesentlichen journalistische Aufgaben: Vorbereitung von Produktionen etc. und das Schöne ist, dass sie am selben Standort konzipieren können und dann einfach nur eine Treppe runter gehen und sofort mit der Produktion loslegen können bzw. in die Schneideräume gehen können.
Wieninternational.at: Stichwort loslegen: unten gibt’s ein größeres Studio, ich denke, hier wird unter anderem „Willkommen Österreich“ produziert.
Berndt: Genau. „Willkommen Österreich“ ist sicherlich die bekannteste Produktion, die hier seit ca. 2 Jahren produziert wird. Es werden immer zwei Sendungen gleichzeitig produziert, sodass dann auch das Live-Publikum für diese zwei Einheiten vorhanden ist.
Wieninternational.at: Im Prinzip, so weit ich es beim Schnell-Durchgang verstanden habe, kann man hier eigentlich alles produzieren, von üblichen, bisherigen Technologien bis zu hochauflösbarem Fernsehen (HDTV), und bekommt hier die gesamte Palette an Möglichkeiten angeboten...
Berndt: Grundsätzlich ist es so, dass in den Studios hier vor Ort hauptsächlich Call-In-Formate (wie interaktive Quizsendungen) produziert werden, die eher ein kostengünstiges Format sind. Die also noch nicht auf HD-Technologien setzen. Generell sind wir hier an diesem Standort eher auf die Produktion von TV-Formaten ausgerichtet, die nicht unbedingt auf HD-Produktion setzen, weil für diese einfach eine teurere Produktion und Ausstattung vonnöten wäre. Mit dem Erweiterungs-Projekt, das bis 2011 zusätzlich 35.000 Quadratmeter hier am Standort zur Verfügung stellen wird, wird man auch überlegen, inwieweit man sich dem Bereich HD-Qualität widmen muss, und dort wird die Technologie hingehen. Allerdings muss man auch sagen, es ist eher ein TV-Produktions- und kein Film-Standort. Während es beim Film zunehmend wichtiger wird, in HD zu produzieren.
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Futuristische Graphik vom geplanten Erweiterungsprojekt auf 35.000 Quadratmetern
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Wieninternational.at: Um dieses Bild ein bisschen abzurunden, bleiben wir bei diesem letzten Stichwort: da hinten ist eine riesige Baugrube und da wird ein gigantisches Projekt entstehen, können Sie uns dazu etwas sagen.
Berndt: Ja, es gibt mittlerweile eigentlich zwei Baufelder hier am Standort: das eine ist die Baugrube, wo das Media Quarter Marx Erweiterungs-Projekt mit 35.000 m2 bis Mitte 2011 fertig gestellt wird. Und gegenüber liegt noch das Areal des ehemaligen Fleischmarktes. Ganz interessant: das ist die Fläche, die für den ORF im Gespräch ist. Diese Fläche gehört einer Tochter der Wien-Holding, der Wiener Stadtentwicklungs-Gesellschaft, die auch Eigentümerin der benachbarten Rinderhallen ist. Wie genau die Strategie des ORF sein wird oder ist, wird abzuwarten sein. Wir würden uns allerdings freuen, wenn der ORF hier an den Standort käme, weil das einfach dann von den Ausmaßen her eine gewisse kritische Größe erreicht und dieser Standort damit auch international sichtbarer wird.
Wieninternational.at: Werfen wir noch einen abschließenden Blick in den Großraum Wien: wie liegen wir da? Ich gebe zwei Stichworte: in Prag haben wir eine große Film-Akademie mit enormer Tradition; in Budapest wurde in der Nähe der Hauptstadt auch enorm in ein großes Filmstudio investiert. In Bratislava sieht die Situation anders aus. Also: im Prinzip, wenn ich das recht beurteile, müssten wir doch auch hier goldrichtig liegen.
Berndt: Ja, das war auch unser Ansatz, diese Fokussierung auf die TV-Produktionen zu belassen. Wir haben uns auch selber umgeschaut, sind auch in den Corda-Studios bei Budapest gewesen. Das ist einfach Klein-Hollywood. Das wäre, als wenn wir mit Berlin-Babelsberg konkurrieren wollten. Es gibt die Rosenhügel-Studios. Dort gibt es die großen Produktions-Hallen. Dort wird großer Film in Österreich produziert. Für uns war einfach klar: wir wollen keine Konkurrenz innerhalb Wiens aufbauen. Und für uns war wichtig, diesen jungen Klein-Formaten, eher in Richtung Medien-Konvergenz, in Richtung Internet, etwas zu bieten und den vielen kleinen Unternehmen einfach einen Cluster zur Verfügung zu stellen, wo sie ihr Netzwerk finden, wo sie ihre Produkte und Dienstleistungen erfolgreich umsetzen können.
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Technik, Regie, Schneideräume und Personal können im MQM günstig angemietet werden
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Wieninternational.at: Also, dieses Projekt passt im Prinzip auch genau auf die Medien- und Markt-Entwicklung im Großraum Wien. Herr Berndt, ich danke Ihnen sehr für das Interview.
Berndt: Vielen Dank ebenfalls.
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Zur Person:
Thomas Berndt, geb. 04.09.1976 in Pinneberg in der Nähe von Hamburg in Nord-Deutschland. Studium der Geographie an der Ernst Moritz Arndt Universität in der Hansestadt Greifswald im Nordosten Deutschlands. Beruflich bis 2005 in der Region Berlin Brandenburg im Bereich der Wirtschaftsförderung aktiv. Seit September 2005 beim Zentrum für Innovation und Technologie ZIT der Stadt Wien angestellt. Verantwortlich für den Bereich Immobilien und Standortentwicklung sowie Projektleiter für die „zit media“. |
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Das Media Quarter Marx produziert bereits bis zu 40 Stunden Live-TV täglich
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Information:
ZIT Zentrum für Innovation und Technologie GmbH Ebendorferstraße 4/DG A, 1010 Wien www.zit.co.at ZIT - Media Quarter Marx Dipl.-Geogr. Thomas Berndt +43 1 4000 86 593 berndt@zit.co.at Media Quarter Marx Errichtungs- und Verwertungsgesellschaft mbH Ebendorfer Strasse 2, 1010 Wien www.mediaquarter.at Öffentlich-private Partnerschaft PPP: 60% private Investorengruppe VBM Vienna Beteiligungsmanagement GmbH, 40% ZIT. Media Quarter Marx MQM, Maria-Jacobi-Gasse 2: Untergebracht in zwei kleinen, Denkmal-geschützten Backstein-Gebäuden Größe von 2.200 m2, Erweiterung um zusätzliche 4.000 m2 geplant Moderne Infrastruktur von Büros, Studios, Regie- und Schnitt-Plätzen Eventlocation „Marx Palast“ für 300 Personen Ausstattung: 6 Studios, 6 Schnittplätze, 6 Regien Derzeitige Produktionen: bis zu 40 Stunden Live-TV täglich sowie Produktionen für Handy, IP- und Corporate TV, DvD und Werbung Betreiber: Marx Media Vienna GmbH. Vermietet Technik und Personal. Erweiterungsprojekt Henneberggasse 2-6: 35.000 m2 Baugrundfläche Zusätzliche Studioflächen von 500 und 220 m2 Regie und Nach-Produktion Glasfaseranbindung Büros für Medienunternehmen und Dienstleister Geplante Fertigstellung: Mitte 2011 Investitionsvolumen: rund 57 Mio. Euro |
(fhe)
Fotos © fhe, zit.at
erstellt am: 2009-11-11




