Andreas Mailath-Pokorny
Michael Stampfer

Neuer Forschungsschwerpunkt 2010


Insgesamt stehen 2010 1,3 Millionen Euro für disziplinübergreifende Forschungsarbeiten zu Fragen ethnischer Herkunft, Migration, interkultureller Mobilität, Integration und des Zusammenlebens zur Verfügung. Abgewickelt wird das Programm vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF). Der neue Call 2010 soll im Februar starten, so Kultur- und Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny und WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer bei der Präsentation Mitte Dezember 2009.

Eine Brücke schlagen
"Die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte liegen zweifellos im Umgang mit dem Zusammenleben in der Stadt. Mit dem neuen Ausschreibungsthema wollen wir deshalb eine Brücke schlagen von der Forschung hin zur Anwendung und Problemlösung, um soziale, ökonomische und kulturelle Chancen im interkulturellen Zusammenleben zu ermöglichen und Antwortmöglichkeiten bis hin zu konkreten Handlungsanweisungen zu entwickeln", betonte Mailath-Pokorny. Unter dem Titel „Diversität – Identität soll 2010 ein breiter Bogen disziplinübergreifender Forschungsarbeiten angeregt werden, die sich mit Fragen ethnischer Herkunft, Migration, interkultureller Mobilität, der Integration und des Zusammenlebens beschäftigen“, so der Stadtrat weiter.

Aufeinandertreffen von Wissenschaft und Kunst
"Beim Call 2009 haben sich fünf herausragende Projekte und ein Fellowship-Vorhaben durchgesetzt, diese werden mit 1,35 Millionen Euro gefördert", berichtete WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer über die Ergebnisse der letzten Ausschreibungsrunde.

So werden zum Beispiel unter dem Titel "Empowerment-Koffer" konkrete Unterstützungs- und Beratungsangebote für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen entwickelt. Das Projekt "Living Rooms" von Sieglinde Rosenberger widmet sich dem Thema der "Zugehörigkeit im Wiener Gemeindebau" und entwickelt konkrete Maßnahmen zum Abbau von Vorurteilen.

Für Mailath hat sich die Wahl des Ausschreibungsthemas "Art(s)& Sciences" für die ersten beiden Ausschreibungen jedenfalls bestätigt: "Die Grenzüberschreitung zwischen den Disziplinen und die starke Rolle der Kunst haben in Wien eine große Tradition." Mit den 2008 und 2009 geförderten Projekten investiert die Stadt insgesamt rund 2,7 Millionen Euro in Projekte, die innovative Herangehensweisen zum Aufeinandertreffen von Wissenschaft und Kunst entwickeln. "Wien hat hier auch international gesehen etwas vorzuweisen", unterstrich Stampfer.


Georgina Born
Sieglinde Rosenberger


Art(s)& Sciences Call 2009: 1,35 Mio. Euro
Mehr als 70 Förderansuchen mit einer insgesamt beantragten Fördersumme von rund 18,5 Mio. Euro wurden beim WWTF für den Art(s)&Sciences Call 2009 eingereicht, der Wettbewerb um die Fördermittel war entsprechend hart. Gefragt waren innovative und experimentelle Projektideen und Fellowship-Vorhaben, die wissenschaftlich und künstlerisch forschend an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst angesiedelt sind. Schließlich wurden fünf Projekte und ein Fellowship-Vorhaben vom hochrangig besetzten Programmbeirat unter der Leitung von Georgina Born (Professorin für Soziologie, Anthropologie und Musik, Universität Cambridge) zur Förderung ausgewählt. Das inhaltliche Spektrum der geförderten Vorhaben spannt einen breiten Bogen - vom Wesen der künstlerischen Forschungspraxis über die Auseinandersetzung mit modernen Architekturprojekten oder dem Thema Katastrophenvorsorge bis hin zur Methodenentwicklung, die auch in soziale Interventionen und öffentliche Räume geht; vom Gemeindebau bis zum Theatersaal.

Wien - Forschungsstandort mit internationalem Profil
Wissenschaftsstadtrat Mailtah betonte abschließend die wesentlichen Ziele der Bestrebungen der Stadt Wien. „Es sollen sich sehr talentierte Forscher besser entwickeln können, sie sollen leichter in Fachmedien publizieren können und Wien als Forschungsstadt wählen.“


 
(compress wien)
erstellt am: 2009-12-22