Frederic Chopin
Chopin Jahr Logo

2010: Chopin-Jahr in Polen


2010 wird in Polen der 200. Geburtstag von Frédéric Chopin gefeiert. Das Zentrum der Feierlichkeiten ist die polnische Hauptstadt, die Hauptveranstalter sind die Nationalphilharmonie in Warschau, das Frédéric Chopin-Nationalinstitut und die Warschauer Universität.

In Żelazowa Wola bei Warschau wurde Frédéric Chopin 1810 geboren. In Warschau lebte er auch bis 1830, hielt sich aber dann in verschiedenen europäischen Städten auf und konnte wegen des Widerstandes gegen die russische Okkupation nicht mehr nach Polen zurückkehren. Er starb 1849 in Paris an einer zystischen Fibrose, blieb seiner Heimat jedoch stets sehr verbunden, weshalb er auch testamentarisch verfügte, dass sein Herz in Warschau zur letzten Ruhe gebettet werden sollte.

Wie und wann es beginnt
Das Jubiläumsjahr beginnt mit einem feierlichen Eröffnungskonzert am 7. Jänner 2010 in der Nationalphilharmonie, mit dem bekannten chinesischen Pianisten Lang Lang, begleitet vom philharmonischen Sinfonieorchester unter der Leitung von Antoni Wit, ihrem Direktor und künstlerischem Leiter. Im zweiten Konzertteil wird die Missa Solemnis von Franz Liszt vorgetragen.

„Hut ab, Ihr Herren, ein Genie“
Die Warschauer Nationalphilharmonie präsentiert zum Chopin-Jahr einen Zyklus von 20 Konzerten. Anfang und Ende dieser Konzertreihe bilden Chopins umstrittene Geburtsdaten: der 22. Februar und der 1. März werden als mögliche Geburtstage angenommen. Ein richtiger Ohrenschmaus wird 2010 aber nicht nur für Chopin-Liebhaber, denn auch Robert Schumann wurde 1810 geboren. Dieser hatte als Musikkritiker in der Leipziger „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“ eine huldigende Rezension über ein Werk Chopins mit dem Ausruf „Hut ab, Ihr Herren, ein Genie“ geschrieben. Schumanns Werke werden daher im Chopin-Jahr ebenfalls ihre Berücksichtigung finden.

Wichtige Musikereignisse und mehr
Das Veranstaltungsangebot reicht von Kammermusik, Orchesterkonzerten und Oratorien über Opernaufführungen (Chopin liebte Bellinis „Norma“), Dichterlesungen und Tanz-Performances bis hin zu Jazzdarbietungen und einem speziellen Musikprogramm für Kinder. Im August 2010 findet dann das 6. Internationale Musikfestival „Chopin und sein Europa“ statt. Das zweifellos wichtigste Ereignis des Chopin-Jahres ist aber der 16. Internationale Chopin-Wettbewerb von 2. bis 23. Oktober. Die Frédéric Chopin-Gesellschaft in Warschau veranstaltet den Zyklus „200 Konzerte zum 200. Geburtstag“. Auch die Warschauer Universität, an der Chopin drei Jahre lang studiert hat, beteiligt sich mit dem Projekt „Warschaus Beschreibung“  - eine multimediale Reise durch die Hauptstadt zu Zeiten Chopins - oder mit den Julikonzerten in der Universitätsbibliothek. „Let’s Dance Chopin“ hingegen ist ein innovatives Projekt des Frédéric Chopin Nationalinstitutes, das seine Kompositionen mittels Tanz und Jazzmusik interpretiert. Der Gedanke hinter diesem vielfältigen Angebot ist, das Werk Chopins für jede Geschmacksrichtung aufzubereiten.


Frederic Chopin
Frederic Chopin Denkmal


Chopin-Jahr in Krakau
Auch Krakau nimmt am Chopin-Jahr teil. Eine Konzertreihe namens „Chopins Erbe“ mit hochkarätigen polnischen Nachwuchspianisten hat bereits begonnen. Neben klassischen Konzerten mit internationalen Szene-Stars wie Simon Trpčeski, Jue Wang, Yefim Bronfman und Olga Kern gibt es auch hier einen Jazz-Schwerpunkt der Superlative: Am 28. Februar gibt es jazzige Arrangements von Chopins bekanntesten Werken zu hören, vorgetragen vom Andrzej Jagodziński Trio.

Der „Wiener“ Chopin
Das Musikgenie hat auch eine Verbindung zu Wien: Zweimal verschlug es ihn hierher, 1829 und 1830/31. Er gab mehrere Konzerte, die in Künstlerkreisen für nachhaltiges Aufsehen sorgten. Chopin war von Wiens Innenstadt, insbesondere dem Stephansdom fasziniert, wie er in einem Brief an seinen Freund Jan Matuszynski beschreibt. In Wien entwickelte er einen eigenen musikalischen Stil, der ihm den Ruf als kommenden Klavier- und Kompositionsstar einbrachte. Die Gedenktafel, die am Kohlmarkt 9 im ersten Bezirk zu sehen ist, wurde von der österreichisch-polnischen Gesellschaft gestiftet und soll an das Haus erinnern, in dem Chopin gelebt hat. Auch musikalisch wird die österreichische Hauptstadt dem großen Komponisten 2010 mit mehreren Konzerten ihren Respekt erweisen.


Links:
www.chopin2010.pl
http://pl.chopin.nifc.pl/institute/
www.infochopin.pl
www.tifc.chopin.pl
www.chopin2010.uw.edu.pl

Der erstplatzierte Film, der aus dem Wettbewerb „Visit Chopin in Warsaw“ hervorging sowie die Filme auf dem 2. und 3. Platz sind auf dieser Homepage zu sehen.

(compress krakau)
erstellt am: 2009-12-30