Vernissage

Ausstellung im MUSA: Selbstdarstellung der tschechisch-slowakischen Kunstszene


Einen Blick auf die letzten 20 Jahre der zeitgenössischen Kunst aus Tschechien und der Slowakei wirft die Ausstellung „Formate der Transformation 89-09“, die noch bis 30. April 2010 im Museum auf Abruf (MUSA) zu sehen ist. Sechs Kuratoren präsentieren anhand von ausgewählten Werken ihre Ansichten der neuen tschechischen und slowakischen Identität.

Die Themenschau „Formate der Transformation 89-09“ ist eine Gastausstellung des „Haus der Kunst Brünn“ und ist Teil des internationalen MUSA Austauschkonzepts. In Anbetracht der großen geographischen und historischen Nähe der Länder Österreich und Tschechien findet auf der Ebene der Kunst relativ wenig Austausch statt. Die Ausstellung soll dem entgegenwirken und „als Einladung für das österreichische Publikum verstanden werden zu sehen, was bei unseren befreundeten Nachbarn im Bereich zeitgenössische Kunst vor sich geht“, erklärt Bernhard Denscher, der Leiter der Kulturabteilung der Stadt Wien. 

Sechs Ansichten der neuen tschechischen und slowakischen Identität
Für die Schau wurden sechs KuratorInnen beauftragt, die die Szene seit langem beobachten und gut kennen und nach individuellem Schwerpunkt Werke von 65 KünstlerInnen auswählten. So beschäftigte sich etwa der Kurator Vladimír Beskid in seinem Teil der Ausstellung mit dem Thema „Vom politischen zum öffentlichen Raum“ und der Frage, wie tschechische Werke einem internationalen Kontext entsprechen können, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren. Die „Parallele Geschichte“ und den Unterschied der Begriffe Zentrum und Peripherie thematisiert Michal Koleček mit den von ihm ausgewählten Ausstellungsstücken.


Fotografien von Kamera Skura


Tendenzen der bildenden Kunst in den letzten 20 Jahren 
Im Fokus von Anetta Mona Chíşa steht „Kapitalistischer Kommunismus“ und Martina Pachmanová widmet sich der Gender-Thematik unter dem Titel „Hinter dem samtenen Vorhang: Körper, Sprache, Institutionen“. Darüber hinaus wird der Ablauf des Kunstbetriebs in Tschechien und der Slowakei von Tomáš Pospiszyl beleuchtet und Marie Polášková beschäftigt sich mit der Intimität im tschechisch-slowakischen Kontext. Unter den KünstlerInnen finden sich einige der international bekanntesten VertreterInnen der jungen Szene wie Erik Binder, Milena Dopitová, Jiří Černický, Pavel Mrkus, Kateřina Šedá oder Eva Koťátková. Die Fotografien, Malereien, Grafiken, Skulpturen, Videokunstwerke und Installationen bereiten den Betrachtern spannende und umfassende Einblicke in die gegenwärtige tschechische und slowakische Kunstszene und sind einen Besuch auf jeden Fall wert. 


Installation von Katerina Vincourova
Fotografie von Lenka Klodova



Information:
Museum auf Abruf (MUSA)

Felderstraße 6-8 (neben dem Rathaus), 1010 Wien 

Tel.: +43 1 4000-8400

www.musa.at
Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11-18 Uhr / Do 11-20 Uhr / Sa 11-16 Uhr
, So, Mo und Feiertage geschlossen
Eintritt frei!

Ausstellungsdauer: 26. Februar 2010 – 30. April 2010


(aj)
erstellt am: 2010-03-03