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Kroatien baut Adria-Schnellbahn Zagreb-Rijeka


Neue, supermoderne Bahnverbindungen in Kroatien sollen sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr attraktiv machen und der Wirtschaft Auftrieb geben.

Komplett neue Bahn Zagreb-Rijeka
Kernstück ist die geplante neue Eisenbahnverbindung zwischen der Hauptstadt Zagreb und der größten Hafenstadt Kroatiens, Rijeka, an der oberen Adria. Dieses Projekt ist Teil einer umfassenden Modernisierung des paneuropäischen Eisenbahnkorridors 5b, der durch kroatisches Territorium führt. Die EU wird dieses Infrastrukturprojekt mitfinanzieren. Der Erneuerungsschub beginnt beim Bahnknotenpunkt Botovo an der Grenze zwischen Kroatien und Ungarn und wird bis Rijeka führen. Zunächst soll die bestehende Strecke von Botovo über Zagreb bis Karlovac in Schuss gebracht werden. Von Karlovac bis Rijeka soll statt der alten Strecke eine komplett neue Eisenbahntrasse gebaut werden.

Zwei Milliarden Euro Gesamtkosten
Die Kosten des Projektes werden auf insgesamt rund 2 Milliarden Euro geschätzt. Im kroatischen Budget sind dafür 2007 rund 50 Millionen Euro eingeplant. Damit soll ein rascher Baubeginn sichergestellt werden.

Um zwei Stunden schneller am Ziel
Hintergründe dieses ehrgeizigen Projektes erläuterte Tihomir Plesa vom Kroatischen Verkehrsinstitut in einem Gespräch mit wieninternational. Plesa sagte, die alte Bahnverbindung Zagreb-Rijeka sei in der k. u. k. Monarchie gebaut worden und 1873 in Betrieb gegangen. Sie sei heute veraltet und führe durch die Gorski Kotar Berge, weshalb sie auch ziemlich langsam sei. Die neuesten Pläne sehen eine neue Trassenführung vor, mit einer südlichen Umfahrung des Bergmassivs Gorski Kotar. Damit ergebe sich eine Verkürzung der Strecke zwischen Zagreb und Rijeka von 228 km auf 165 km, so Tihomir Plesa. Dies bringe auch einen enormen Gewinn bei der Fahrzeit um gut zwei Stunden, und zwar von derzeit langsamen 3,5 auf schnelle 1,5 Stunden.


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Neue Hochgeschwindigkeitszüge
Auf der künftigen Strecke werden dann auch Personenzüge mit Höchstgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h fahren können, erläuterte Verkehrsexperte Plesa. Güterzüge könnten Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h schaffen.  Die Neutrassierung der Bahnstrecke südlich der Gorski Kotar Berge wird laut Plesa auch den Bau von insgesamt 42,5 km an Tunnelstrecken sowie von 12,2 km Brücken notwendig machen.

Transportschub auf der Schiene
Die veraltete Eisenbahnverbindung zwischen Zagreb und Rijeka kann derzeit mit einer Transportkapazität von rund 5 Mio. Tonnen der steigenden Nachfrage an Güterabfertigungen über den Hafen Rijeka nicht mehr gerecht werden. Im Jahr 2006 wurden im Hafen Rijeka rund 15 Mio. Tonnen Frachtgüter umgeschlagen, Tendenz steigend. Der Hafen sieht sich im Aufwind und plant selbst eigene, große Investitionen, die ihm auch in Zukunft eine führende Stellung an der oberen Adria sichern sollen. Ziel ist vor allem, den Güterverkehr über eine modernisierte Schiene zunächst auf 12 und später auf 45 Mio. Tonnen jährlich auszubauen.

Attraktivere Personenzüge
Der Personenverkehr zwischen Zagreb und Rijeka ist derzeit nur sehr unzureichend ausgelastet und wird von Reisenden nicht als attraktiv empfunden. Hauptgrund: Mit dem Auto ist die Fahrt um rund 1,5 Stunden kürzer.

Erste Züge 2012
Die ersten Züge sollten nach offiziellen Plänen der kroatischen Regierung bereits Ende 2012 auf der neuen Strecke verkehren. Verkehrsexperten wie Tihomir Plesa halten jedoch einen Zeitrahmen zwischen 2015 und 2020 für realistischer.


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Auftrieb auch für Schiene zwischen Wien und Rijeka
Aus Wiener Sicht bedeuten diese Modernisierungspläne der kroatischen Bahn einen zweifachen Gewinn. Zum einen können Gütertransporte aus dem Donauraum deutlich attraktiver als bisher umwelt- wie verkehrsschonend in das aufstrebende Hafenzentrum Rijeka angeliefert und von dort über das Meer verteilt werden. Zum anderen könnte die Bahn für Kroatien-Urlauber aus dem Großraum Wien an Attraktivität gegenüber dem Auto gewinnen, was dem chronischen Reisestau an die Adria entgegenwirken würde.

Siehe auch: Bahnausbau Balkan–Wien


Kontakt:
Generalvertretung der kroatischen Eisenbahnen
Operngasse 5
A-1010 Wien
Kroatische Eisenbahn
 

Paneuropäische Korridore:
Durch Kroatien führen drei paneuropäische Korridore. Sie bilden den Kern der Bahn-Infrastruktur Kroatiens:

Korridor X verbindet Westeuropa mit Griechenland, Bulgarien und der Türkei. Die kroatische Strecke verläuft zwischen S. Marof, Novska, Vinkovci und Tovarnik auf einer Gesamtlänge von 316,4 km.

Korridor V verbindet Italien über Slowenien und Ungarn mit der Ukraine. Die Abzweigung Vb repräsentiert dabei die Verbindung über Rijeka und Zagreb nach Budapest. Kroatische Strecke: Botovo–Zagreb–Karlovac–Rijeka, Länge: 328,7 km. Die Verbindung Vc verläuft vom Hafen Ploce über Sarajevo und Osijek nach Budapest. Kroatische Strecke: Beli Manstir–S. Samac und Metkovic–Ploce, Länge: 129,6 km.
(compress zagreb/dom)
erstellt am: 2007-03-27