Neues Buch ehrt Spitzendiplomaten und Krisenmanager Wolfgang Petritsch


Zum 60. Geburtstag von Wolfgang Petritsch würdigt ein neues Buch Österreichs Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, den früheren Hochkommissar für Bosnien-Herzegowina und ehemaligen Chef der Wiener Stadtaußenpolitik, als Spitzendiplomaten, erfolgreichen internationalen Krisenmanager und herausragende, sympathische Persönlichkeit mit Vorbildcharakter.

Europa: Konfliktbewältigung – Neuordnung – Friede, Demokratie und Humanität
Das Buch ist in Englisch, trägt den Titel „Conflict and Renewal: Europe Transformed“ (Konflikt und Erneuerung: Europa transformiert), ist 407 Seiten stark und enthält Beiträge von fast 60 Autoren aus einem sehr breiten internationalen Spektrum. Darunter sind mehrere Staatspräsidenten, eine ehemalige Chefin der amerikanischen Diplomatie, der Außenbeauftragte der EU, Experten, Künstler, Schriftsteller und Journalisten. Herausgeber sind Hannes Swoboda, der führende österreichische Sozialdemokrat im EU-Parlament, und Christophe Solioz, der Generalsekretär des Zentrums für europäische Integrations-Strategien (CEIS) mit Büros in Genf, Wien und Sarajewo. In Schwerpunkten wird Petritsch Tribut gezollt für seine Friedensbemühungen am Balkan, vor allem in Bosnien und im Kosovo, seinen Kampf für den Bann von Landminen, seinen Einsatz für Menschenrechte, die Überwindung eines extremen Nationalismus und den Aufbau eines neuen, erweiterten, gemeinsamen Europas in Frieden, sozialer Gerechtigkeit, Humanität und Wohlstand.  

Swoboda: Herkunft aus slowenischer Minderheit in Kärnten – Einfluss Kreiskys
Hannes Swoboda und Christophe Solioz zollen in ihrer Einleitung Wolfgang Petritsch mit sehr persönlichen Worten Respekt und Anerkennung. Geehrt werde ein herausragender Diplomat, internationaler Balkan-„Trouble Shooter“ und Autor breiter Interessen, dessen Visionen eher einem Staatsmann als einem Exekutor der Politik gleichkämen. Petritsch sei ein „Zoon politikon“ und „political animal“, schreibt Swoboda, ein Diplomat, der auch Politik im Blut habe, eine einzigartige Führungspersönlichkeit, moderner Krisenmanager, der historische Wurzeln von Konflikten kenne, mit allen Seiten reden könne, dabei wisse, Geschichte zu schreiben, richtig für seine Zeit, populär, dessen Meinung und Rat gefragt seien, ein echter Europäer, der auch nie die kulturelle Seite des Lebens vergessen habe. Geprägt sei Petritsch vor allem von seiner Herkunft aus einer Familie der slowenischen Minderheit in Kärnten und von seiner Arbeit mit Bruno Kreisky, der es besonders verstanden habe, aus Menschen Potenziale und Fähigkeiten herauszuholen.


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Rupel: persönlicher Freund – von Petritsch viel gelernt
Den Gedanken, dass Petritsch von seiner Minderheits-Erfahrung als Kärntner Slowene geprägt sei, greift auch Sloweniens Außenminister Dimitrij Rupel auf. Seiner Überzeugung nach hat Petritsch einen feinen Sinn für Zugehörigkeit zu einem Volk und einem Staat entwickelt, der ihn zum richtigen Mann für den Krisenjob am Balkan gemacht habe. Wolfgang Petritsch sei nicht nur ein persönlicher Freund, von dem er selbst sehr viel gelernt habe, sondern nicht zuletzt auch als ethnischer Slowene eine der prominentesten und wertvollsten Kräfte der österreichischen Diplomatie.

Jakob Finci: Petritsch brachte Bosnien auf Europa-Schiene
Ähnlich warmherzig schreibt auch Jakob Finci, der erste Präsident der jüdischen Gemeinde in Bosnien 1995 und derzeitige CEIS-Präsident, über den Jubilar. Petritsch sei einer von wenigen echten Freunden, die Bosnien habe. Mit Charme und Nachdruck habe er für die Idee einer offenen Gesellschaft gekämpft und die Bosnier dazu gebracht, die Zukunft ihres Landes in die eigenen Hände zu nehmen. Ihm sei wesentlich die Aufnahme Bosniens in den Europarat 2002 und die Annäherung an die EU zu danken. Petritsch habe für Bosnien Möglichkeiten eröffnet und sie in die richtige Richtung gepuscht.  

Mehrere weitere Autoren betonten ferner, dass Wolfgang Petritsch zu einer Stabilisierung Bosniens vor allem dadurch beigetragen habe, dass er als erster Besitzfragen als Grundlage für eine neue Rechtsordnung habe klären lassen.

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(fhe)
erstellt am: 2007-08-21