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Studie: Österreich hat bestes Gesundheitssystem Europas 2007
Platz eins für Österreichs Gesundheitssystem in Europa: Nirgendwo sonst in Europa werden Patienten schneller behandelt und besser medizinisch versorgt. Das ergibt eine aktuelle Studie in der EU.
„Österreich würdiger Gewinner“ - führend in Medizinversorgung europaweit
Erstellt hat sie das „Health Consumer Powerhouse“, ein renommiertes schwedisches Unternehmen von Gesundheitsexperten mit Sitz in Stockholm und Büro bei der EU in Brüssel. Es erstellt jährlich eine Rangliste der besten Gesundheitssysteme der Mitgliedsstaaten der EU sowie der Schweiz und Norwegens. Dabei hat Österreich im Vergleich zum Vorjahr einen Sprung um 5 Plätze nach vor gemacht und bekam heuer die Goldmedaille.Damit sind heuer die Österreicher in der medizinischen Versorgung führend in ganz Europa vor den Holländern, Franzosen, Schweizern und Deutschen. Begründung: „Ein großzügiges Gesundheitssystem mit ausgezeichnetem Zugang für die Patienten und sehr guten medizinischen Ergebnissen“. Österreich sei „ein würdiger Gewinner“ und habe auch die beste Krebs-Überlebensrate in ganz Europa. Defizite gebe es vor allem noch bei der Information von Patienten.
Bessere Gesundheitsvorsorge bei niedrigeren Ausgaben
Österreich hat laut dieser Experten-Studie aber nicht nur das konsumentenfreundlichste Gesundheitssystem Europas, sondern schneidet dabei auch noch besser ab als Länder wie die Schweiz oder Luxemburg, die deutlich mehr Geld für die medizinische Versorgung ausgeben. So würde Österreich dafür jährlich pro Kopf 2.186 Euro aufwenden, Luxemburg 3.526 Euro, die Schweiz und Norwegen rund 2.820 Euro.
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Kurze Wartezeiten - direkter Zugang zu Ärzten - gute Behandlungsergebnisse
Ausschlaggebend für die Spitzenbewertung Österreichs waren besonders kurze Wartezeiten bei Arztbesuchen und akuten Operationen, der direkte Zugang zu Ärzten sowie sehr gute Behandlungsergebnisse. Ein Besuch beim Hausarzt sei in Österreich noch am selben Tag möglich, betonen die Studien-Autoren, die Wartezeit für den Beginn einer Strahlen- oder Chemotherapie gegen Krebs liege unter drei Wochen. Gut seien in Österreich auch die Chancen, Herzinfarkt und Krebs zu überleben: Beim Herzinfarkt lägen sie bei mehr als 92%. Von Krebs-Patienten lebten 60% noch länger als fünf Jahre. Außerdem würden neue Medikamente vergleichsweise schnell (in weniger als 150 Tagen) ins Krankenkassensystem übernommen.Noch längere Wartezeiten bei nicht akuten Operationen
Im Mittelfeld beurteilen die Studien-Autoren Österreich bei den Wartezeiten auf nicht akute Operationen wie Bypass oder Hüfte. Diese betrage für 50-90% der Patienten mehr als 90 Tage. Dabei sind Belgien, Deutschland und die Schweiz führend in Europa. Kritisiert wird auch, dass es in Österreich keine generelle Versicherung gegen Behandlungsfehler gebe und dass Patienten-Organisationen zu wenig eingebunden würden. Daher würden Entschädigungsfragen in der Regel über Gerichte entschieden.
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Informationsdefizite
Seine größten Schwächen hat das österreichische Gesundheitssystem nach Meinung von Studienautor Arne Björnberg bei der Patienteninformation: Wenn ein Patient etwas über Gesundheit wissen wolle, werde ihm in Österreich gesagt, er solle zum Arzt gehen, so Björnberg. Kostengünstiger und effizienter wäre es seiner Meinung nach, die Patienten zu motivieren, sich zuerst über Internet oder Telefon selbst zu informieren, wie sich das etwa in Großbritannien und Dänemark bewährt habe.Europa: Dreiklassen-System im Gesundheitswesen - tschechische Spitzenmedizin
Insgesamt diagnostizieren die Studien-Autoren ein Dreiklassen-System im Gesundheitswesen Europas: Eine kleine Gruppe unter derzeitiger Führung Österreichs biete eine spitzenmäßige medizinische Versorgung. Eine mittlere Gruppe bemühe sich um adäquate Versorgung und schließe stark auf. Der große Rest sei abgeschlagen, medizinisch unterversorgt und bleibe auf Reformen angewiesen. Die meisten dieser Länder lägen in Osteuropa. Mit zwei großen Ausnahmen: Die besten Gesundheitssysteme unter den neuen EU-Ländern haben derzeit Estland auf Platz 12 und Tschechien auf Rang 15, beide noch vor Ländern wie Großbritannien, Italien oder Griechenland.| Link-Tipp |
| Health Consumer Powerhouse Brussels office 2007 Presse-Aussendung Österreich OECD Gesundheit WHO |
(fhe)
erstellt am: 2007-10-02

