Wien als Life-Science-Standort – Wissen trifft Wirtschaft
Forschung, Wissenschaft und Hochtechnologie sind zentrale Wirtschaftsfaktoren einer Stadt. Seit etwa fünf Jahren ist die Standortförderung im Bereich Technologie und Forschung ein zentrales Thema für den verantwortlichen Finanz- und Wirtschaftsstadtrat, Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder.

Die Zwischenbilanz stimmt und seit 2000 kann auf Grund der Gründungsdynamik und verschiedener Entwicklungsfaktoren im Bereich Life Science auf ein sehr positives Ergebnis verwiesen werden.

Wissenschafts- und Wirtschaftstandort sollen eine Einheit bilden, ein Slogan, dem nichts entgegenzusetzen ist. Im Vordergrund stehen deswegen vor allem wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Aspekte. Forschungserfolge sind natürlich als Prestigeerfolge zu verzeichnen, dennoch müssen sich diese in definiten Zahlen manifestieren:
Unternehmensgründungen, Arbeitsplätze in der Forschung und Entwicklung, neue Aufträge für Zulieferer u.v.m.

Die Fördermaßnahmen betreffen deswegen wie folgt:
  • Neue Ansiedelungen von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen am Standort Wien durch verstärktes internationales Standortmarketing
  • Förderung von Kooperationen zwischen Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen - auch in Richtung CEE-Länder
  • Unterstützung und Förderung der Forschungskooperationen gerade von Klein- und Mittelunternehmen
  • Bereitstellung von maßgeschneiderten Immobilien für Forschung und Wissenschaft im Sinne des Clustergedankens.
  • Besseres Vermarkten der Forschungsergebnisse durch Unterstützung für Start-ups - vor allem Ausgründungen.
Definiert man den Begriff Life Science nach Branchen, so betrifft das Biotechnologie, Pharmaindustrie, Medizintechnik und eben Life Science related Unternehmen.

Im Moment entfallen die meisten Arbeitsplätze auf große Pharmaunternehmen wie Baxter (2.300) und Boehringer Ingelheim (1.000) - insgesamt werden 9.652 Beschäftigte in 140 Unternehmen gezählt.
                                Fakten und Zahlen zur Vienna Region

       Der Großteil der Life Science-Unternehmen der gesamten
       Vienna Region liegt in der Bundeshauptstadt.

       Die Zahlen zur gesamten Vienna Region:
  • In der Vienna Region gibt es 171 Unternehmen im Life Science-Sektor, 140 davon in Wien.
  • Innerhalb der Vienna Region sind 82 % der Life Science-Unternehmen in Wien angesiedelt. Diese Verteilung wird in erster Linie von der Pharmaindustrie geprägt, die nahezu vollständig (92 %) in Wien konzentriert ist.
  • Die Vienna Region hat mit 61 Biotechnologieunternehmen gleich viele Biotechnologieunternehmen wie ganz Irland. Der Großraum (GR) München mit 93 und Medicon Valley mit 140 Biotechnologieunternehmen liegen deutlich vor der Vienna Region.
  • Zwischen 2000 und 2004 sind 53 Life Science-Unternehmen in der Vienna Region etabliert worden. Die meisten Neugründungen entfallen dabei auf das Biotechnologiesegment (29 Unternehmen bzw. 55%).
  • Im Zeitraum 2002 bis 2004 liegt die Vienna Region mit 22 neuen Biotechnologieunternehmen sogar vor dem GR München mit 18 Gründungen.
  • In Wien selbst entstanden zwischen 2000 und (Mitte) 2005 ganze 46 neue Unternehmen in den Life Sciences.
  • In Summe stehen hinter der Life Science-Industrie in der Vienna
  • Region 10.908 Arbeitsplätze, davon 9.652 in Wien.
  • In der Vienna Region gibt es 93 Forschungsgruppen und ca. 4.300 Forscher-Innen im Bereich Life Science, rund 3.800 davon in Wien.

Intensive Kooperationen mit universitären Einrichtungen -  Campus Vienna Biocenter
Schon 1992 schlug die Geburtsstunde des Campus Vienna Biocenter. Partnerschaftliche Bindungen führten damals Life Science-Forschungseinrichtungen aus dem Universitätsbereich und der Privatwirtschaft zusammen. So entstand ein Nukleus aus acht Lehrstühlen der Universität Wien, die in der Molekular-biologie international anerkannte Spitzenleistungen schaffen, und dem Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie, einem Life Science-Think-Tank der Unternehmensgruppe Boehringer Ingelheim.
1998 wurde das derzeit größte junge Biotechnologie-Unternehmen in Österreich, am Vienna Biocenter gegründet. Seither expandiert der Campus unaufhaltsam. Ein breites Spektrum an Organisationen ermöglicht heute gemeinschaftliches Forschen, Entwickeln und Nutzen innovativer Wissenschaft. Damit folgt der Campus der Wiener Tradition von Vielfalt und Kontrasten.

„Life Science - Standort Wien im internationalen Vergleich.
Um detaillierte Entwicklungen über den Standort Wien - auch im internationalen Vergleich – mittel- und langfristig beobachten zu können wurde kürzlich eine  fundierte Studie veröffentlicht. "Life Science - Standort Wien im Vergleich" wurde im Auftrag der MA 27 (EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung) im Laufe des Jahres 2005 erarbeitet. Erstellt wurde die Studie von "Technopolis" aus Wien sowie Fraunhofer ISI aus Deutschland. Die Betreuung erfolgte durch die MA 27 in enger Abstimmung mit der ZIT (Zentrum für Innovation und Technologie) bzw. der LISA VR.  (eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Bund (Allgemeines Wirtschaftsservice – aws) und der Stadt Wien.