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Neue EU-Forschungszentrale mit Sitz in Budapest


Der Verwaltungssitz des neuen Europäischen Technologie- und Innovationsinstituts (EIT) kommt nach Budapest. Damit hat sich Ungarn im Wettbewerb um die EU-Forschungszentrale durchgesetzt.

Die Zuteilung des EIT beschlossen die EU-Forschungsminister bei einem Sondertreffen Mitte Juni 08 in Brüssel. Nach ihren Vorstellungen soll es „zur treibenden Kraft für die europäische Innovation und für Exzellenz in der Wissenschaft werden."

Wien und Bratislava
Wien hatte zusammen mit Bratislava für den prestigeträchtigen Sitz kandidiert, war aber nicht zum Zug gekommen. Der Grund: Die EU-Forschungsminister lösten letztlich eine Zusage der Staats- und Regierungschefs von 2003 ein, die Verwaltungszentrale des EIT in einem neuen Mitgliedstaat anzusiedeln, der noch keine andere EU-Einrichtung beherbergt. Unter den insgesamt fünf Bewerber-Städten für das EIT traf dies im Endeffekt nur auf Budapest zu. Wien unterstützte daher in der Endphase des Wettbewerbs auch die Kandidatur der Nachbar-Donau-Metropole Budapest. Wien beherbergt bereits die EU-Grundrechte-Agentur, ist UNO-Weltstadt und Sitz von mehr als 300 internationalen Unternehmen.


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Polen verärgert
Die Polen waren verärgert, weil sie neben der bereits bestehenden EU-Grenzschutzagentur Frontex in Warschau nicht auch noch Breslau (Wroclaw) als Sitz des neuen EIT durchbrachten. Daraufhin blockierten sie den Beschluss für das EIT in Budapest bis zuletzt. Weitere Bewerber für den Sitz des Instituts zur Förderung der EU-Spitzenforschung waren die deutsche Stadt Jena und das spanische Sant Cugat del Vallès bei Barcelona.

Netzwerk von Einrichtungen
Das EIT soll ein Netzwerk von Einrichtungen koordinieren und zum Flaggschiff der europäischen Forschung werden. Der Verwaltungsrat des EIT wird aus 18 Mitgliedern bestehen und anfangs rund 60 Personen beschäftigen. Die Arbeit soll Mitte 2009 aufgenommen werden. Eineinhalb Jahre später sollen bereits die ersten konkreten Partnerschafts-Projekte mit Industrie, Forschungseinrichtungen und Universitäten laufen.


Ausgaben für die Forschung Grafik
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Klimawandel und IT
Schwerpunkte der Forschung sind Klimawandel und Energie sowie die Entwicklung neuer Informationstechnologien. Bis 2013 steht dem EIT ein EU-Budget in Höhe von 308,7 Millionen Euro zur Verfügung.


Die EU-Länder gaben 2006 laut EUROSTAT unverändert wie bereits 2005 insgesamt 1,84 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes BIP für Forschung und Entwicklung aus.

In Zahlen waren dies 2006 mehr als 210 Mrd. Euro. Die Leistungen schwankten zwischen 0,4 Prozent des BIP in Zypern und 3,8 Prozent in Schweden. Österreich lag mit 2,45 Prozent im Spitzenfeld.

Die stärksten Steigerungen zwischen 2000-2006 wurden auch in Österreich verzeichnet (von 1,91 auf 2,45 Prozent). Derzeit sind 5 Prozent der Arbeitskräfte in der EU27 Wissenschaftler und Ingenieure. Den höchsten Anteil an ForscherInnen und IngenieurInnen hat statistisch gesehen Belgien, gefolgt von Irland und Finnland.




(fhe)
erstellt am: 2008-06-25