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Vienna´s weekly European journal

Stadt des Wissens - Wissenschaft und Forschung

Wissenschaft & Forschung

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Stadt des Wissens - Wissenschaft und Forschung

Es sei wesentlich für die Stadt, so Bürgermeister Dr. Michael Häupl, im Wettbewerb der Wissenschaften, der Ideen, des Geistes und der Kreativität zu reüssieren, um hoch qualifizierte Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern. Kurzum: Ziel ist, Wien zur Forschungshauptstadt von Mittel- und Osteuropa zu machen.

Wien repräsentiert zurzeit mit rund 190.645 Studierenden an öffentlichen und privaten Universitäten sowie Fachhochschulen einen der größten Hochschulstandorte im deutschsprachigen Raum. Wien ist eine der ältesten Universitätsstädte Europas – die Universität Wien feiert 2015 ihr 650-jähriges Jubiläum – und damit schon immer eine Stadt des Wissens und der Forschung.

Im Studienjahr 2014/15 zählt Wien 173.283 Studentinnen und Studenten an öffentlichen Universitäten, davon über 50 Prozent Frauen. 123.250 Studierende davon kommen aus Österreich. Nach der Hauptuniversität sind die Medizinische, Technische und die Wirtschaftsuniversität die bestbesuchten Einrichtungen. Die Akademie der Bildenden Künste stellt mit rund 1.300 StudentInnen die kleinste Institution dar. An Privatuniversitäten studierten im Jahr 2013 3.404 Personen. Im Studienjahr 2013/14 brachten die öffentlichen Wiener Universitäten 18.036 AbsolventInnen hervor, während rund 1.300 Studierende ihr Studium an Privatuniversitäten erfolgreich abgeschlossen.

Mit neun öffentlichen und sieben privaten Universitäten sowie sechs Fachhochschulen und mehr als 1000 außeruniversitären Forschungsinstituten bietet die Stadt eine vielfältige Forschungslandschaft.

Globen und Fernrohr in Ausstellungsraum des Globenmuseums
Parabolspiegel in der Kufner Sternwarte

Aus Wien in den Weltraum blicken: Zahlreiche Einrichtungen von der Urania über die Kuffner Sternwarte bis hin zum Globenmuseum machen es möglich

Fachhochschulen boomen

Die Wiener Fachhochschulen verzeichneten im Studienjahr 2013/14 12.721 Absolventinnen und Absolventen. Die Anzahl der Studierenden an Fachhochschulen stieg zwar in den vergangenen zehn Jahren rasant an, bleibt aber im Gegensatz zu den Universitäten immer noch in der Minderheit. Besonders beliebt an den Fachhochschulen sind die Ausbildungsbereiche Wirtschaft, Technik und Ingenieurswissenschaften.

Universität Wien: lange Geschichte - große Erfolge

Immerhin neun Forscher, deren Karrieren eng mit der Universität Wien verknüpft waren, erhielten bisher den Nobelpreis: der Otologe Robert Bárány (1914 Nobelpreis für Medizin), der Psychiater Julius Wagner-Jauregg (1927 Nobelpreis für Medizin), der Chemiker Hans Fischer (1930 Nobelpreis für Chemie), der Immunologe Karl Landsteiner (1930 Nobelpreis für Medizin), der Physiker Erwin Schrödinger (1933 Nobelpreis für Physik), der Physiker Viktor Franz Hess (1936 Nobelpreis für Physik), der Physiologe und Pharmakologe Otto Loewi (1936 Nobelpreis für Medizin), der Biologe Konrad Lorenz (1973 Nobelpreis für Medizin) sowie der Nationalökonom Friedrich A. von Hayek (1974 Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften).

Mediziner präsentiert auf Riesenbildschirm, Mann hört zu
Fahnen vor der Medizinischen Universität Wien

Die medizinische Forschung hat Tradition in Wien und ist noch immer top

Forschungsstandort Wien heute

Wien bildet mit seinen 1.329 Forschungseinrichtungen das Zentrum der österreichischen Wissenschaft. Über 35.000 Menschen sind in Firmen und Forschungseinrichtungen tätig. Mit den mehr als zwei Milliarden Euro, die jährlich für Forschung ausgegeben werden, übernimmt Wien eine Vorreiterrolle. Der Förderungsschwerpunkt liegt auf Stärkefeldern wie Life Sciences, Creative Industries, Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie Verkehr und Logistik.

Die Wiener Forschungsquote (Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt) von über drei Prozent liegt über dem österreichischen Durchschnitt von 2,77 Prozent (Stand Jänner 2011).

Neue Hochtechnologiezentren

Betrachtet man die Forschungs- und Entwicklungsausgaben des öffentlichen Sektors in Prozenten des Bruttoregionalprodukts, liegt Wien an vierter Stelle im Ranking europäischer Städte. Dies resultiert aus dem Umstand, dass Wien – gemessen an seiner Größe – ein überproportional bedeutsamer Standort für Universitäten und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie z.B. die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist. Wien schuf darüber hinaus neue Hochtechnologiezentren wie das Tech Gate Vienna, Wiens ersten Wissenschafts- und Technologiepark jenseits der Donau bei der UNO City, den Business und Science Park TECHbase in Floridsdorf, das Business & Research Center auf dem Höchstädtplatz, das Campus Vienna Biocenter und das Media Quarter Marx.

Perspektiven jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

„Förderung exzellenter Wissenschaft in Projekten von sichtbarer Größe“ und „Stärken verstärken“ lauten die Mottos des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF), der von Bürgermeister Dr. Michael Häupl und DDr. Bernhard Görg im Jahr 2001 gegründet wurde. Der Fonds kann ein Jahresbudget von durchschnittlich sieben Millionen Euro als zusätzliches Fördermittel für den Forschungsstandort Wien kalkulieren.

Dazu kommen jene Mittel des Zentrums für Innovation und Technologie (ZIT), das sich längst als Technologieagentur Wiens und Technologieförderer im Unternehmenssektor etablieren konnte. Der WWTF leistet damit einen Beitrag zum Ausbau kritischer Größen am Forschungsstandort Wien, zur intensiveren Vernetzung der Wiener Forschungseinrichtungen und Forschergruppen, insbesondere im Rahmen internationaler Partnerschaften sowie zur Verwirklichung mittelfristiger Nutzen- und Verwertungspotenziale für den Standort Wien. Darüber hinaus verstärkt er die Ankerfunktion der Forschungseinrichtungen für forschungsintensive Unternehmen am Standort Wien.

Außerdem wurde vom WWTF das Programm „Vienna Research Groups for Young Investigators“ ins Leben gerufen, eine Nachwuchsförderung für junge Forscherinnen und Forscher, die in für Wien wichtigen Forschungsfeldern tätig sind.

Das ZIT wiederum ist für die Förderung betrieblicher Forschung und Innovation in Wien und die öffentlichkeitswirksame Vermarktung ebendieser (z.B. durch den Content Award) verantwortlich. 2015 setzt die Technologieagentur der Stadt Wien einen Schwerpunkt auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Diese sind mit rund 5.700 Unternehmen, 55.000 Beschäftigten und über 17 Milliarden Euro Umsatz jährlich zentrales Stärkefeld der Wiener Wirtschaft.

Lachender Bub und Mädchen mit Spielzeug und Fernrohr

Forschung auch für die Kleinsten

Forschung für alle

Wiener Forscherinnen und Forscher entwickeln Impfstoffe und analysieren die Wirtschaftsentwicklung. Wiener Kinder gehen an der Kinderuni der Frage nach, ob Nemo sprechen kann. Im math.space verlieren sie die Scheu vor der Mathematik. Die "Wiener Vorlesungen" bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Seit ihrer Gründung 1987 nahmen rund 550.000 BesucherInnen an mehr als 1200 Veranstaltungen von insgesamt 5.000 Vortragenden teil. Das Programm der Wiener Volkshochschulen "University meets public" ermöglicht Wienerinnen und Wienern, Vorlesungen von Hochschulprofessorinnen und -professoren zu besuchen und mit berühmten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ihre Thesen zu diskutieren. Der Vermittlung von Wissenschaft und Forschung auf niederschwellige Weise verschreibt sich auch das Forschungsfest. Nach den großen Erfolgen des Festes am Rathausplatz, im Prater und am Naschmarkt, nimmt sich das Forschungsfest 2015 dem Thema „From Science to Products“ an.

Wien im Europäischen Forschungsraum

Die Beteiligung der Stadt Wien an den EU-Forschungsrahmenprogrammen kann sich sehen lassen. Wien punktet durch die österreichweit gesehen größte thematische Vielfalt an Beteiligungen sowie durch Schwerpunkte in den Bereichen "Information Society Technologies" und "Life sciences, genomics and biotechnology for health". Während Österreich aus dem vergangenen EU-Förderprogramm (2007–2013) rund eine Milliarde zurückholen konnte, soll der Bund mit dem laufenden Programm „Horizon 2020“ sogar 1,5 Milliarden zurück bekommen.

Neben der europaweiten Forschungskooperation ist für Wien auch die Zusammenarbeit in der Centrope Region von besonderer Bedeutung. Zahlreiche Kooperationen zwischen Universitäten, Unternehmen und Forschungsnetzwerken bieten das Potenzial, einen nachhaltigen Modernisierungs- und Leistungsschub für Wissenschaft, Forschung und Innovation in der Region zu initialisieren.

Die Wiener Schule für klinische Forschung (Vienna School of Clinical Research) hat die Etablierung eines „Centers of Excellence“ für Schulungen in klinischer Forschung sowie die Förderung der klinischen Forschung zum Ziel. Insbesondere in Zentral- und Osteuropa sowie im Mittleren Osten und in Entwicklungsländern soll Ärztinnen und Ärzten den EU-Standards entsprechendes Wissen vermittelt werden.

Modellbild Mediaquarter Marx 3

Eines von drei Gebäuden des Media Quarter Marx

In der Mitte Europas

Die gute Positionierung des Forschungs- und Technologiestandorts Wien in der Mitte Europas bestätigt sich in den so genannten Stärkefeldern Wiens. Das sind Life Sciences (Biotechnologie und Pharmabereich), Mathematik, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), die Creative Industries sowie Automotive, Verkehr & Logistik.

Wien ist zwar noch kein Life-Sciences-Standort von weltweiter Bedeutung, spielt jedoch durchaus in der europäischen Liga mit. Die Beschäftigung in den Life Sciences wuchs in den vergangenen Jahren in Wien recht kräftig. Neben den in Wien bereits länger ansässigen internationalen Konzernen wie Baxter und Boehringer Ingelheim ist seit den 1990er Jahren eine dynamische Life Science Szene entstanden. Laut aktueller Studie sind in Wien derzeit 588 Unternehmen der Branche der Life Sciences zuzurechnen. 378 dieser Unternehmen sind in Forschung und Entwicklung, Produktion sowie als Zulieferer, Dienstleister und im Verkauf in den Bereichen Biotechnologie & Pharma und Medizintechnik tätig. Zentren der Life Sciences sind unter anderem der neue Standort des Austrian Institute of Technology (AIT) in der Muthgasse im Bereich der Bio-Nanotechnologie und der Campus Vienna Biocenter in der Bohrgasse, Österreichs größter Standort für Biowissenschaften mit über 1.400 Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus über 40 Ländern.

IKT hingegen hat in Wien die breiteste Basis, damit ist die Stadt jetzt schon einer der größten IKT-Standorte Europas mit großem Anstieg der Beschäftigung.

Modellbild neue Wirtschaftsuniversität Wien

Der Campus der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) von Architektin Zaha Hadid

Bildung & Technik

Die Technische Universität (TU) Wien ist mit rund 3.000 WissenschafterInnen und über 27.000 Studierenden Österreichs größte Forschungs- und Bildungseinrichtung für Technik und Naturwissenschaften. Bis zur 200-Jahr-Feier (November 2015) entwickelt sich die TU am historisch gewachsenen Standort zum modernen City-Campus: Das Projekt "TU Univercity 2015" schafft optimale Rahmenbedingungen für MitarbeiterInnen und Studierende, sowie für den Wissenschaftsstandort Wien. Die Optimierungsmaßnahmen ebnen den Weg für Spin-offs und Synergien mit der heimischen Wirtschaft.

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