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STEP 2025 – Weichenstellung für die Zukunft

Wien bei Nacht
Stadtentwicklung

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STEP 2025 – Weichenstellung für die Zukunft

Mit dem Stadtentwicklungsplan 2025 (STEP 2025) werden die Weichen für die nahe und mittlere Zukunft der Donaumetropole gestellt. Er gibt die Entwicklungsrichtung der Stadt Wien für die nächsten zehn Jahre vor. Dabei orientiert sich der STEP 2025 an den Leitideen, Prinzipien und Zielvorgaben der Smart City Wien Rahmenstrategie.

Wien hat einen Plan für die Entwicklung der Stadt

Bereits der Stadtentwicklungsplan 2005 legte in groben Zügen die Entwicklung unseres Lebensraumes fest. Es ging darum, wo und wie die Wienerinnen und Wiener wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen, wo neue Stadtteile entstehen, wie Grün- und Freiräume gesichert werden und wie sich U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und das Straßennetz entwickeln sollen.

Der STEP 05 stellte den abschließenden Baustein in einer Reihe von Zukunftsprogrammen für Wien dar, die in den vergangenen Jahren erarbeitet wurden (Hochhauskonzept 2002, Klimaschutzprogramm, Masterplan Verkehr 2003, Strategieplan 2004). Im 5-Jahres-Rhythmus wird der STEP hinsichtlich seiner Zielsetzungen und Umsetzung überprüft. Aufbauend auf den Zwischenbilanzen wird der Rahmen für Weiterentwicklungen und Korrekturen gesetzt.

Grundsätze bei der Erarbeitung des STEP sind Partizipation, „Gender Mainstreaming“ (Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männern bei der Planung), Nachhaltigkeit und Diversity. Sowohl bei den Maßnahmen als auch bei der Umsetzung werden sie als selbstverständliche Prinzipien mitgedacht. Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensumstände und Bedürfnisse der einzelnen Bevölkerungsgruppen ist eine Selbstverständlichkeit. Der STEP wird in einem breiten Prozess unter Konsultation aller gesellschaftlichen Gruppen entwickelt, den das STEP-Team der Magistratsabteilung 18 fachlich führt. Wien soll auch in Zukunft eine weltoffene, tolerante Stadt und nicht zuletzt eine Stadt der Kultur und des Wissens sowie eine Stadt mit hohem Umweltbewusstsein bleiben.

Masterplan Partizipation

Dass Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung eine immer größere Bedeutung hat, zeigt auch die Entwicklung eines Masterplans für eine partizipative Stadtentwicklung. Alle Anliegen, die den zentralen Inhalten von Projekten nicht widersprechen, stehen damit der Stadtplanung für zukünftige Vorhaben zur Verfügung.

Wien wächst

Im Mai 2004 wurde die EU um zehn Länder größer. 2007 folgten Rumänien und Bulgarien, im Juli 2013 wurde Kroatien EU-Mitgliedsstaat. Wien rückte damit noch stärker ins Zentrum Europas. Die Erweiterung der Europäischen Union, aber auch künftige demografische Entwicklungen bilden die Rahmenbedingungen, die bereits im STEP ihren Niederschlag finden.

Wien ist eine prosperierende Stadt, die weiter wächst. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung, die auch ein sozial ausgewogenes Angebot an Wohnraum einschließt, soll daher eine Wohnbauleistung von jährlich rund 7.000 neuen Wohnungen ein vielfältiges Angebot am Wohnungsmarkt schaffen.

Regionale und internationale Kooperationen

„Europäisch denken – regional handeln – Wien entwickeln“ lautet das Motto.

Die regionale Komponente – bei der Kooperation sowohl mit Niederösterreich und dem Burgenland als auch mit den östlichen Nachbarstaaten innerhalb der Europaregion CENTROPE – spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Kooperation mit der Nachbarstadt und „Twin-City“ Bratislava ist dabei von besonderer Bedeutung, denn mit nur 60 km Distanz ist die Nähe zweier Hauptstädte zueinander für Europa einzigartig. Mit Bratislava verbindet Wien dabei nicht nur die gemeinsame Arbeit an einer Verbesserung der Infrastruktur, sondern auch an der Erhaltung der wertvollen Grünräume zwischen den Städten.

Zielsetzungen des STEP

Die wesentlichsten Zielsetzungen des STEP sind:

1. Durch attraktive Standorte, Infrastruktur und innovative Einrichtungen ein investitionsfreundliches Klima für die Wirtschaft zu schaffen sowie die Nahversorgung zu sichern.

2. Die Vielfalt und Qualität des Lebensraumes in der Region Wien durch Sicherung und Ausbau des Grüngürtels und der Donaulandschaft gemeinsam mit Niederösterreich zu gewährleisten.

3. Die bauliche Entwicklung entlang leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsmittel zu konzentrieren, mit der Ressource Boden sparsam umzugehen, Nutzungsmischung zu forcieren und die funktionelle und soziale Entmischung zu verhindern.

4. Den Anteil des Umweltverbundes (Rad, zu Fuß, öffentlicher Verkehr) zu steigern und gleichzeitig den Anteil des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren.

5. Die Lebensqualität in Wien durch chancengleichen Zugang zu Einrichtungen des kulturellen Lebens, zu den Sozial-, Bildungs-, Gesundheits- und Betreuungseinrichtungen, zu Wohnraum mit ausreichender Größe und Qualität sowie zu Natur- und Erholungsräumen zu gewährleisten.

6. Und nicht zuletzt den Anforderungen der „Wissensgesellschaft“ durch eine adäquate Förderung von Forschung und Lehre Rechnung zu tragen und so Wien als „Wissensmetropole“ weiterhin zu positionieren.

Fachkonzepte des STEP 2025

Aufbauend auf den Zielsetzungen des STEP 2025 werden Maßnahmen in Gang gesetzt und vertiefende Fachkonzepte erarbeitet. (nachzulesen unter www.wien.gv.at/stadtentwicklung/strategien/step/step2025/)

I) Fachkonzept Grün- und Freiraum
Wien hat vor 100 Jahren mit der Entscheidung für einen Wald- und Wiesengürtel als Sicherungsinstrument für den Erhalt großflächiger Grünräume internationale Planungsgeschichte geschrieben. Nicht zuletzt zeigen auch Projekte wie der „Biosphärenpark Wienerwald“, dass die großen Landschaftsräume eine Schlüsselrolle für die nachhaltige Entwicklung der gesamten Region haben. In den nächsten Jahren werden im 21. und 22. Bezirk drei neue große Erholungsgebiete sukzessive entwickelt - der "Norbert-Scheed-Wald" (Wienerwald Nordost), das Lobauvorland und langfristig der Rendezvousberg. Der Idee dieser drei Erholungsgebiete liegt der Gedanke der Freiraumvernetzung zugrunde: Wie eine Perlenschnur soll sich der Grünraum vom Bisamberg über den Rendezvousberg, den "Norbert-Scheed-Wald" bis hin zum Nationalpark Donau-Auen erstrecken.

II) Fachkonzept Hochhäuser

Das "Fachkonzept Hochhäuser" soll sicherstellen, dass die Errichtung von Hochhäusern genauer als bisher geprüft werden kann. Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie der begleitende Qualitätssicherungsprozess soll verbessert werden. Wien besteht aus sehr unterschiedlichen Gebieten wie beispielsweise dem Gürtel, der Donauplatte, dem Wiental oder den gründerzeitlichen Zonen. Die ursprünglichen städtebaulichen Leitlinien 2001 nahmen in der Beurteilung von potenziellen Standorten keine Unterscheidung dieser Gebiete vor. Die neuen Hochhausleitlinien definieren hingegen verschiedene Stadtbereiche. Für diese gelten spezifische Kriterien zur Beurteilung, ob ein Standort für ein Hochhaus geeignet ist oder nicht. Baurechtlich betrachtet gelten Gebäude über einer Höhe von 35 Metern als Hochhäuser. Das bedeutet, dass sich in Wien mehr als 250 Hochhäuser befinden - vom Ringturm über das Hochhaus in der Herrengasse bis zum Millenium Tower.

III) Fachkonzept Mobilität

Das Fachkonzept beschreibt detailliert den Weg zu einer nachhaltigen Mobilität in Wien. In den kommenden zehn Jahren sollen 50 Maßnahmenpakete umgesetzt werden, um ambitionierte Ziele wie zum Beispiel umweltfreundlicher Verkehr (mehr Zufußgehen, mehr Radfahren, mehr öffentlicher Verkehr), das rücksichtsvolle Miteinander im Straßenverkehr oder 20 Prozent weniger Energieverbrauch im Verkehrsbereich zu erreichen. Mit diesem Fachkonzept wird die Grundlage dafür gelegt, dass das Bevölkerungswachstum der Stadt bewältigt werden kann und das Wiener Verkehrssystem noch umweltfreundlicher wird. Das Fachkonzept soll ermöglichen, dass Staus verringert werden, dass das Öffi-System ausreichende Kapazitäten hat, dass das Radfahren für eine breite Mehrheit zur Selbstverständlichkeit wird und dass das Zufußgehen in der Stadt attraktiver und sicherer wird.

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